Hohe feindliche Schiffsverluste –
Heftiger Panzerkampf südöstlich Bayeux
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 9. Juni –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Küste der Normandie gelang dem Gegner, wenn auch unter hohen Verlusten durch die Angriffe der deutschen Seestreitkräfte und der Luftwaffe, die Verstärkung seines Landekopfes, östlich der Orne gewann unser Gegenangriff weiter an Boden. Aus dem Landekopf westlich der Orne griffen feindliche Panzerkräfte Bayeux umfassend an und stießen weiter nach Westen und Südwesten vor. Sie wurden etwa zehn Kilometer westlich der Stadt aufgefangen. Unsere aus dem Raum von Caen zum Gegenangriff angetretenen Panzerspitzen stehen nunmehr südöstlich Bayeux in heftigem Kampf.
Aus dem Brückenkopf Ste. Mère Église nach Norden und Süden vorstoßender Feind konnte gegen unsere hartnäckigen Widerstand leistenden Truppen nur wenig Boden gewinnen.
Vor der Ostküste der Halbinsel Cherbourg versenkten Schnellboote in der Nacht zum 8. Juni einen feindlichen Kreuzer und einen Zerstörer. Ein weiterer Zerstörer und ein Panzerwagenlandungsboot wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt.
In der letzten Nacht versenkten unsere Schnellboote im gleichen Seegebiet aus einem feindlichen Verband zwei große Landungsschiffe mit zusammen 9.200 BRT. Durch unsere Minensperren erleidet die feindliche Landungsflotte laufend weitere schwere Verluste.
Auch die Luftwaffe setzte mit Kampf- und Schlachtfliegerverbänden ihre Angriffe gegen die feindliche Landungsflotte mit gutem Erfolg fort. Sie versenkte am 7. und in der Nacht zum 8. Juni sechs Transporter mit insgesamt 38.000 BRT und ein Landungsfahrzeug. Außerdem wurden vier Transportschiffe mit über 30.000 BRT und acht Speziallandungsschiffe schwer beschädigt. Ein schwerer und zwei leichte Kreuzer erhielten Bombentreffer.
Jäger und Flakartillerie schossen 45 feindliche Flugzeuge ab.
An der italienischen Front hielt der starke feindliche Druck gegen unsere Sicherungstruppen westlich des Tiber, im Küstenabschnitt und beiderseits des Vicosees während des ganzen Tages an, ohne daß der Feind nennenswerte Erfolge erzielen konnte. Die Stadt Tarquinia wurde von unseren Truppen aufgegeben.
Von der übrigen Front werden keine besonderen Kampfhandlungen gemeldet.
Bei der erfolgreichen Abwehr eines feindlichen Bandenunternehmens gegen die vor der dalmatinischen Küste gelegene Insel Brac hat sich ein Bataillon einer ostmärkisch-bayerischen Jägerdivision unter Führung von Hauptmann Thörner besonders bewährt.
Der englische Oberstleutnant Tom Churchill, Kommandant der Insel Lissa, wurde gefangengenommen.
Im Osten blieben auch gestern wiederholte Gegenangriffe der Sowjets nordwestlich Jassy erfolglos.
Nordwestlich Tarnopol kam es zu örtlichen Kämpfen. Unsere Grenadiere und Panzergrenadiere vernichteten dort ein sowjetisches Bataillon und ein Panzerabwehrregiment.