Innsbrucker Nachrichten (July 3, 1944)
Weiter erbitterte Abwehrschlacht in Italien
In der Normandie nur wenige feindliche Vorstöße – Schwere Kämpfe im Mittelabschnitt der Ostfront
Aus dem Führerhauptquartier, 3. Juli –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Normandie führte der Feind gestern infolge seiner an den Vortagen erlittenen hohen Verluste nur wenige Vorstöße in Bataillonsstärke. Bei der erfolgreichen Abwehr wurden dem Gegner besonders hohe Verluste beigebracht.
In Südfrankreich wurden mehrere Terroristengruppen zum Kampf gestellt und niedergemacht.
Schweres Vergeltungsfeuer liegt auf London.
In Italien tobte die erbitterte Abwehrschlacht auch gestern mit besonderer Heftigkeit zwischen der Küste und dem Trasimenischen See. Der Feind griff während des ganzen Tages unsere tapfer kämpfenden Divisionen an, die nach erbittertem Ringen wenige Kilometer nach Norden auswichen. Da die Kampfhandlungen sich auf den Raum dicht südlich Siena ausdehnten und somit die Gefahr bestand, daß wertvollste Kulturdenkmäler der althistorischen Stadt vernichtet würden, wurden unsere Truppen freiwillig und ohne Feinddruck in den Raum nördlich Siena zurückgenommen.
An der adriatischen Küste trat der Gegner mit starken Kräften zum Angriff an und konnte unsere vorgeschobenen Sicherungen auf die Hauptkampflinie zurückdrücken.
Im Mittelabschnitt der Ostfront wurden westlich Ssluzk starke Angriffe der Bolschewisten in harten Kämpfen abgewiesen. Im Raum von Ossipowitschi und an der mittleren Beresina setzten sich unsere Divisionen in erbitterten Kämpfen mit dem nachdrängenden Feind in den Raum um Minsk ab. Südwestlich Polozk scheiterten von Panzern und Schlachtfliegern unterstützte Angriffe der Sowjets bei Glubokoje. Um die Stadt Polozk wird erbittert gekämpft.
In den schweren Abwehrkämpfen fanden die Kommandierenden Generale, General der Artillerie Martinek und General der Artillerie Pfeiffer sowie Generalleutnant Schuenemann, an der Spitze ihrer Korps kämpfend, getreu ihrem Fahneneid den Heldentod.
Schlachtfliegerverbände griffen mit guter Wirkung in die Erdkämpfe ein und vernichteten zahlreiche feindliche Panzer, Geschütze und 260 Fahrzeuge. Schwere Kampfflugzeuge führten in der vergangenen Nacht einen zusammengefassten Angriff gegen Ssluzk.
Ein starker nordamerikanischer Bomberverband richtete gestern einen Terrorangriff gegen Budapest. Es entstanden Schäden in Wohngebieten und Personenverluste. Deutsche und ungarische Luftverteidigungskräfte vernichteten 45 feindliche Flugzeuge, darunter 34 viermotorige Bomber.