Verteidigung bis zur letzten Patrone
dnb. Berlin, 13. Mai –
In den Gebirgszügen an der tunesischen Küste schlossen sich einzelne deutsche und italienische Kampfgruppen am Mittwoch noch einmal zum Widerstand gegen den von allen Seiten angreifenden Feind zusammen. Sie verteidigten sich in den schwer zugänglichen Bergen, in denen der Gegner sein Übergewicht an Menschen und Waffen nicht voll zur Wirkung bringen konnte. Trotz ihrer geringen Kräfte zwangen sie den Feind immer wieder zum Kampf. In dem erbitterten Ringen im Südabschnitt taten unsere Soldaten mehr als ihre Pflicht. Entschlossen und unerschüttert traten sie der von allen Seiten angreifenden feindlichen Übermacht entgegen.
Ein Beispiel dafür bot in diesen Tagen Hauptmann Lienau, Kommandeur einer Panzeraufklärungsabteilung. Er beobachtete, daß seitlich von seinem Abschnitt feindliche Panzer in die Nachbarstellungen einbrachen und sie aufzurollen begannen. Alles kam auf schnelles Eingreifen an. Unverzüglich warf sich Hauptmann Lienau, ohne Befehle abzuwarten, auf den Feind. Durch den Vorstoß wurde der Angriff der feindlichen Panzer zum Stehen gebracht. Ohne eigene Panzer, die zu der Zeit an anderer Stelle kämpften, ohne schwere Waffen hielt die Aufklärungsabteilung mit ihren leichten Pakgeschützen eineinhalb Stunden lang trotz schwersten Feuers der feindlichen Artillerie und Panzerkanonen 40 britische Panzerkampfwagen in Schach.
Der Gegner konzentrierte sein Feuer auf die offen im Gelände aufgefahrene Abteilung. Aber es gelang ihm nicht, den Widerstand zu brechen. Hinhaltend kämpfend, hielt die Aufklärungsabteilung einen ganzen Tag lang den Feind mit ihren leichten Waffen auf, so daß sich die italienische Infanterie herauslösen und während der Nacht eine neue Verteidigungsstellung beziehen konnte.
Terrorangriff kostete 34 Flugzeuge
Die britische Luftwaffe erlitt bei ihrem Angriff auf westdeutsches Gebiet in der Nacht zum 13. Mai wieder äußerst schwere Verluste. Während unsere Nachtjäger den feindlichen Bomberverband schon an der Küste stellten und ihn dann laufend weiter angriffen, erfaßten die Flakbatterien den Feind beim Durchflug durch ihre Schutzräume.
Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden mit Sicherheit 34 britische Flugzeuge, meist viermotorige Bomber, abgeschossen. Damit haben die Briten neben dem Verlust kostbaren Flugzeugmaterials über 200 Mann fliegender Besatzungen verloren. Nur ein geringer Teil der britischen Flieger konnte sich mit dem Fallschirm retten.