Operation OVERLORD (1944)

Innsbrucker Nachrichten (July 13, 1944)

Alle Durchbruchsversuche der Anglo-Amerikaner gescheitert

In Italien Feindangriffe zerschlagen – Schwere Abwehrkämpfe zwischen Pripjet und Düna – Wuchtiger deutscher Gegenstoß bei Olita

dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 13. Juli –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Während sich der Feind infolge seiner hohen Verluste im Raum von Caen und westlich davon gestern nur auf verstärkte Artillerietätigkeit beschränkte, griff er nordöstlich von Saint-Lô nach stundenlangem Trommelfeuer und starkem Schlachtfliegereinsatz Unsere Front an. Fallschirmjäger und Infanterie brachten alle Durchbruchsversuche zum Scheitern und fügten dem Gegner hohe Verluste zu. Zwischen der Vire und dem Raum von Sainteny sowie zwischen Gorges und der Küste wurde während des ganzen Tages erbittert gekämpft. Zahlreiche Angriffe des Gegners wurden hier abgewiesen, örtliche Einbrüche im Gegenstoß beseitigt oder abgeriegelt.

Über dem Landekopf und den besetzten Westgebieten verlor der Feind gestern 27 Flugzeuge.

Im französischen Raum wurden 189 Terroristen im Kampf niedergemacht.

Das schwere Feuer der „V1“ auf London dauert an.

In Italien kam es gestern nur zu größeren Kampfhandlungen an der ligurischen Küste und südwestlich Cita di Castello. Trotz starker Artillerie- und Panzerunterstützung konnte der Feind nur an einigen Stellen geringe Erfolge erzielen. Die Masse seiner Angriffe wurde durch zusammengefasstes Artilleriefeuer oder im Gegenstoß zerschlagen.,

Im Süden der Ostfront wurden örtliche Vorstöße der Sowjets abgewiesen. Im Raum von Kowel brachen wiederholte feindliche Angriffe verlustreich zusammen.

Im Mittelabschnitt dauern die schweren Abwehrkämpfe zwischen Pripjet und Düna an. Während westlich der Szczara alle sowjetischen durchbruchsversuche vereitelt wurden, setzten sich unsere Divisionen im Raum südlich Wilna in erbitterten Kämpfen weiter nach Westen ab. Bei Olita fügten sie den Sowjets im wuchtigen Gegenstoß schwere Verluste zu. Die Besatzung von Wilna behauptete gestern den Westteil der Stadt gegen alle feindlichen Angriffe.

Im Raum südwestlich und südöstlich Dünaburg stehen unsere Truppen in harten Kämpfen mit starken feindlichen Verbänden, östlich Opotschka wurden wiederholte stärkere Angriffe der Sowjets abgewiesen, örtliche Einbrüche abgeriegelt.

Schlachtfliegerverbände unterstützten den Abwehrkampf des Heeres und fügten den Sowjets besonders im Raum Dünaburg–Wilna durch Bomben- und Bordwaffenangriffe hohe Verluste zu.

Ein starker nordamerikanischer Bomberverband führte gestern unter Ausnutzung der Wetterlage erneut einen Terrorangriff gegen München. Durch Flakartillerie wurden 3f viermotorige Bomber vernichtet.

In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im rheinisch-westfälischen Raum.