Völkischer Beobachter (August 1, 1943)
Alle Durchbruchsversuche an der deutschen Abwehrfront gescheitert
Voller Abwehrerfolg auf Sizilien
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 31. Juli –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In den Hauptkampfabschnitten der Ostfront nahm gestern die Kampftätigkeit an Stärke wieder zu. Gegen unsere Stellungen im Orelbogen führte der Feind neue schwere Angriffe zusammengefaßter Infanterie- und Panzerkräfte. Sie sind in wechselvollen Kämpfen unter hohen feindlichen Verlusten gescheitert.
Am Kubanbrückenkopf und am Ladogasee griff der Feind wieder mit starken Kräften an. Westlich Krymskaja brach der Angriff mehrerer Sowjetdivisionen vor unseren Linien zusammen. Südlich des Ladogasees wurden die mit starker Artillerie und Schlachtfliegerunterstützung angreifenden Sowjets abgeschlagen und feindliche Kräfte, die in die Front eingedrungen waren, vernichtet.
In den beiden letzten Tagen zerstörten unsere Truppen an der Ostfront 148 Panzer.
Ein Unterseeboot versenkte im Schwarzen Meer einen Tanker von 7.000 BRT.
Auf Sizilien erzielten gestern unsere Truppen bei den heftigen Kämpfen im Mittelabschnitt der Front einen vollen Abwehrerfolg. Alle feindlichen, zum Teil mit frischen Kräften geführten Durchbruchsversuche wurden unter sehr hohen Verlusten abgewiesen. Über dem Mittelmeerraum wurden 16 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Im Kampf gegen den feindlichen Nachschub nach Sizilien beschädigte die Luftwaffe einen großen Transporter schwer und erzielte Bombentreffer zwischen Landungsbooten, in Treibstofflagern und Anlagen des Hafens Avola an der Südostküste der Insel.
Feindliche Fliegerverbände griffen am gestrigen Tage die Stadt Kassel und einige Orte in den besetzten Westgebieten an. Sie bombardierten in der vergangenen Nacht die Stadt Remscheid. Die Bewohner der angegriffenen Städte hatten Verluste. Schwere Zerstörungen und Brandschäden entstanden vor allem in den Wohngebieten von Remscheid. Luftverteidigungskräfte vernichteten nach bisher vorliegenden Meldungen insgesamt 60 Flugzeuge, meist viermotorige Bomber.
Deutsche Unterseeboote versenkten im Atlantik drei Schiffe mit 15.000 BRT. und im Eismeer einen Bewacher. Bei der Abwehr feindlicher Luftangriffe schossen sie im Atlantik ein nordamerikanisches Luftschiff und ein Flugzeug ab.
Kampf um beherrschende Höhenstellungen
dnb. Berlin, 31. Juli –
An der sizilianischen Front entwickelten sich am 30. Juli am mittleren und nördlichen Abschnitt größere Kampfhandlungen, während es an dem Südostflügel, vor allem im Abschnitt von Catania, bis auf geringe Spähtrupptätigkeit völlig ruhig blieb. Im nördlichen Küstenabschnitt versuchten sich die nur zögernd vorfühlenden nordamerikanischen Infanterieverbände an die neuen, günstigen Abwehrlinien der deutschen Truppen heranzutasten. Der einzige aus diesen Bewegungen heraus entstehende stärkere Vorstoß feindlicher Kräfte, der in den frühen Morgenstunden nach heftiger Artillerievorbereitung in Gang kam, blieb jedoch schon vor unseren Stellungen im Abwehrfeuer liegen. Den heftigsten Angriff führte der Gegner im mittleren Abschnitt mit starken Kräften, er begleitete den mit Infanterie, Panzern und Artillerie geführten Stoß durch örtlich begrenzte Entlastungsangriffe. Das Ziel der Unternehmungen war die Wegnahme beherrschender Höhenstellungen. Die Angriffe scheiterten jedoch unter empfindlichen Verlusten für den Feind, so daß die Höhen nach Bereinigung örtlicher Einbrüche fest in unserer Hand blieben.