Völkischer Beobachter (February 12, 1942)
Stadt Singapur im Sturm genommen
Das Sonnenbanner über der britischen Zwingburg Ostasiens
Verzweifelter Widerstand gebrochen
dnb. Tokio, 11. Februar
Das Kaiserlich japanische Hauptquartier gibt bekannt: Die kaiserlich japanischen Truppen, die seit heute früh trotz feindlichen Widerstandes ständig Fortschritte machten, stürmten heute morgen 9.00 Uhr japanischer Zeit die Stadt Singapur, wobei sie an verschiedenen Stellen die besiegten englischen Truppen gefangennahmen.
Wie Singapur fiel
Eigener Bericht des „Völkischen Beobachters“
em. Tokio, 11. Februar
Die Panzerspitzen der japanischen Voraustruppen, die, durch die rollenden Angriffe der Luftwaffe unterstützt, im Laufe des Dienstags, und in der Nacht zum Mittwoch den verzweifelten britischen Widerstand auf der Insel Singapur an zahlreichen Stellen immer wieder mit großer Härte gebrochen haben, erreichten in einem derart raschen Tempo die großen Einfallsstraßen der Stadt, daß dadurch die britische Verteidigung in größte Verwirrung gebracht wurde. Der linke Flügel der konzentrisch vorgehenden japanischen Offensivkräfte konnte sich bereits am Mittwochmorgen nach Zurückdrängung des Feindes von drei Seiten über das hochgelegene Gelände westlich der Hauptstraße an die Stadt selbst heranarbeiten, während der Hauptteil der japanischen Truppen die Einschließung der Hauptverteidigungsstellung des Feindes vom Südwesten her vollendet hat. Dabei kam es im mittleren Abschnitt der Insel zum entscheidenden Kampf, der bis zur Vernichtung des Gegners geführt wurde.
Die angreifenden japanischen Truppen nahmen am Mittwoch früh die am höchsten gelegene feindliche Befestigungsanlage von Bakit Timah, die den Mittelpunkt der feindlichen Frontstellungen bildete. Die Stadt Singapur kam dadurch auch in die engere Reichweite der japanischen Waffen.
In den letzten Stunden vor der Besetzung der Stadt Singapur stieg die Verwirrung unter den Verteidigern immer mehr. Flüchtende britische Truppen durcheilten die Straßen, unter der Bevölkerung wuchsen in steigendem Maße Angst und Unruhe, die sich zuletzt zur Panik steigerten. Die Bemühungen der Engländer, einen letzten verzweifelten Widerstand aufzubauen, scheiterten, nicht zuletzt durch die rollenden Angriffe der japanischen Luftwaffe, die im Tiefflug den Feind angriff und die Verteidigungsanlagen rings um das Stadtgebiet mit einem vernichtenden Bombenhagel überschüttete. Britische Flugzeuge zeigten sich den ganzen Tag über nicht mehr. Im Hinblick auf die bevorstehende Kapitulation hatte der USA-Konsul in Singapur sein Konsulat geschlossen und den Schweizer Konsul mit der Wahrnehmung der USA-Interessen betraut.
Die japanische Luftwaffe trug durch ihren rücksichtslosen Einsatz sehr erheblich zu den raschen Erfolgen der Landtruppen bei. Nach den ununterbrochenen Bombardierungen der britischen Stellungen auf der ganzen Insel kam es im Verlauf des Vormarsches wiederholt zu heftigen Angriffen gegen die Stadt Singapur, gegen das Hafengebiet, wo ein Schiff von 3000 BRT durch Volltreffer manövrierunfähig wurde, und gegen den Bahnhof.
„Horizont blutrot gefärbt“
Über die letzten Stunden vor dem Fall Singapurs kabelte der United Press-Vertreter einen aufschlußreichen Augenzeugenbericht: „Vom Dach eines Gebäudes in der Stadt sehe ich den Horizont im Norden und Nordwesten blutrot gefärbt“, so heißt es darin, „japanische Stoßtrupps, bestehend aus speziell ausgebildeten Eliteverbänden, rücken von drei Seiten mit Infanterie gegen die Stadt vor. Verstärkungen strömen unaufhörlich nach. Die Empiretruppen kämpfen offensichtlich vergebens, denn es fehlt ihnen jegliche Luftunterstützung. Japanische Stukas erfüllen die Luft und bahnen den anrückenden Truppen den Weg. Die japanischen Bomber haben bisher die Geschäfts- und Wohnviertel der Stadt ziemlich unberührt gelassen, was als Zeichen dafür betrachtet wird, daß die Japaner die Stadt so unbeschädigt wie möglich einnehmen möchten. Sie haben unverkennbar die Absicht, die englische Garnison zu umzingeln.“
Eroberung in 52 Stunden
„In 52 Stunden haben unsere Truppen Singapur erobert“, so berichtet der Vertreter der Agentur Domei heute abend aus der Stadt Singapur. Als wir gestern von Taghad Tagah in östlicher Richtung auf Bukit Timah vorstießen, riefen unsere Soldaten sich gegenseitig zu: „Morgen müssen wir in Singapur sein.“ Dabei glühten ihre Gesichter vor Begeisterung, und immer wieder durchbrachen sie Stellung auf Stellung, die fliehenden Engländer vor sich hertreibend.
Wir marschierten in zwei getrennten Kolonnen, voraus besondere Stoßtrupps mit leichten Angriffswaffen, die sich gegenseitig an Schnelligkeit zu überbieten suchten. Als wir uns heute morgen um 7 Uhr den ersten Häusern Singapurs am Westausgang näherten, flammte nochmals feindlicher Widerstand auf, der jedoch sofort gebrochen wurde.
Kurz nach 8 Uhr morgens wurde eine kurze Pause eingelegt, da wir bis zum äußersten erschöpft waren. Aber schon nach wenigen Minuten Aufenthalt waren die Truppen nicht mehr zu halten. Unter begeisterten Rufen drangen sie truppweise in die Straßen Singapurs ein und begannen sofort mit Aufräumungsarbeiten, unterstützt von Einwohnern. Die englischen, indischen und australischen Truppen wurden zum Teil entwaffnet und in größeren Trupps abgeführt. Überall ertönen Banzairufe für Kaiser und Volk.
Wie Martaban erobert wurde
dnb. Tokio, 11. Februar
*Über die Eroberung der Hafenstadt Martaban in Burma, der schwere Kämpfe vorausgingen, enthalten die letzten Frontberichte bemerkenswerte Einzelheiten. Für die Operationen waren japanische Streitkräfte eingesetzt, die bereits Mulmein eingenommen hatten und darauf sofort Vorkehrungen trafen, um den Feind zu verfolgen, der sich über den Salwinfluß nach Martaban hinüber zurückzog und in dort vorbereiteten Stellungen den Feind erwarten wollte.
Die direkte Überquerung des Mündungsgebietes zwischen den beiden Städten war insofern fast aussichtslos, als der Fluß hier eine ungeheure Breite erreicht. Daher ging der Plan der japanischen Führung dahin, den Fluß weiter nördlich zu überschreiten, wo er nur noch 700 Meter breit ist. Die japanischen Truppen mußten zunächst einen Meeresarm umgehen, der in östlicher Richtung etwa 40 Kilometer ins Land hineinreicht.
In der Nacht zum 9. Februar begannen die japanischen Truppen alsdann mit der Flußüberquerung etwa 20 Kilometer nördlich von Mulmein, ein gefährliches Unternehmen, da die ersten Stoßtrupps nicht nur von dem wütenden Maschinengewehrfeuer des Feindes auf der gegenüberliegenden Flußseite empfangen wurden, sondern weil der Fluß ungeheure Strudel bildet, die nachts kaum erkennbar sind. Ermöglicht wurde der Übergang erst, als die japanische Artillerie mit einer heftigen Beschießung der feindlichen Maschinengewehrstellungen und Batterien begann und diese nacheinander außer Gefecht gesetzt hatte. Zahlreiche Feuer brachen aus und beleuchteten die Szenen dieses dramatischen Flußkampfes.
Inzwischen erreichten die Japaner an verschiedenen Stellen das Feindufer und schufen nach Zerstörung der Stacheldrahtverhaue in erbitterten Nahkämpfen kleine Brückenköpfe. So konnte der Gegner allmählich bis zum Morgengrauen aus allen Uferstellungen verdrängt werden. Im Verlaufe des Tages wurden alsdann unter dem Schutz der Luftwaffe Truppenverstärkungen und vor allem Artillerie auf das Westufer gebracht, die sich an die Fersen des Feindes hefteten und in südlicher Richtung bis Martaban vorkämpften. Vor dem Stadtgebiet kam es nochmals zu heftigen Kämpfen, die zur fast völligen Vernichtung des Gegners und Einnahme der Stadt führten.
Küsten Australiens verdunkelt
Nach einer Meldung aus Melbourne hat die australische Regierung, die über den heftigen Angriff der japanischen Truppen im Südosten des Pazifikraumes bestürzt ist, ab 11. Februar abends die Verdunkelung an allen Küsten Australiens und in allen Gebieten, die bis 150 Meilen von der Seeküste entfernt sind, angeordnet.
Nach einer Meldung aus Delhi hat der Gouverneur von Bengalen angeordnet, daß auch in Bengalen die Verdunkelung eingeführt wird.
Vor einem Großangriff auf Java
Churchill „kämpft“ noch weiter
Eigener Bericht des „Völkischen Beobachters“
dr. th. b. Stockholm, 11. Februar
Als über das „Gibraltar des Ostens“ schon das Sonnenbanner wehte, bekam England noch am Mittwochnachmittag offiziell eine Kampferspritze Hoffnung verabfolgt. Es wurde regierungsoffiziös mitgeteilt: „Die Lage um Singapur ist sehr ernst, aber sie hat sich seit dem Vortag in keiner Hinsicht verschlimmert. Gegenangriffe sind in verschiedene Richtungen unternommen worden, und zwar mit einigem Erfolg. Der englische Widerstand stützt sich auf die befestigte Linie zwischen Sungai Kranji und Sungai Jurong. Heftige Kämpfe dauern fort. Das japanische Vordringen gegen Süden stößt auf starken Widerstand. Niederländisch-indische Fahrzeuge evakuieren mit Heldenmut Frauen und Kinder, indem sie immer wieder in den Hafen eindringen.“
Es wurde weiter offiziell bekanntgegeben, daß alle Anlagen des Flottenhafens bereits zerstört worden seien. Vorkehrungen zur Sicherung einer Ersatzwasserversorgung seien getroffen „für den Fall, daß die Reservoirs in die Hände der Japaner fallen sollten“. Auf gewohnte Weise versucht man anscheinend also in London wieder das bittere Eingeständnis der Öffentlichkeit möglichst lange vorzuenthalten.
Admiral Hart zurückgetreten
Beträchtliches Aufsehen erregt es in London, daß der erst vor drei Tagen zum Kommandeur der verbündeten Seestreitkräfte ernannte amerikanische Admiral Hart aus Gesundheitsgründen plötzlich seinen Abschied erbat und erhielt. Zu seinem Nachfolger wurde der Kommandeur der niederländisch-indischen Flotte, Admiral Halfrich, ernannt.
Es ist möglich, daß sich Hart der Teilung der Befehlsgewalt widersetzt hat, die durch die Schaffung zweier besonderer Ausschüsse in London und Washington erfolgte. Die Aufgabe des Londoner Pazifik-Ausschusses, in dem Churchill den Vorsitz hat, sollte es sein, die Politik Englands, Australiens und Neuseelands im Pazifik zu koordinieren und vor dem Washingtoner Ausschuß, dem der gesamte militärische Einsatz der Alliierten untersteht, zu vertreten.
Dieser Teilung der Befehlsgewalten hat man sich augenscheinlich im Hauptquartier des Generals Wavell zu widersetzen versucht, wo darauf hingewiesen wurde, daß dadurch Wavells Befugnisse nur noch taktische Bedeutung hätten.
Der Rücktritt Admiral Harts dürfte auch auf die innerpolitische Lage in England Rückwirkungen haben und den Kritikern an der Regierung neuen Stoff geben.
Man rechnet jetzt in London mit einem japanischen Großangriff auf Java. Japanische Truppen besetzten außer, Makassar noch weitere Orte im südwestlichen Celebes. Sie haben dadurch neue Ausgangspunkte für die Offensive auf Java gewonnen. Die japanische Lufttätigkeit über Neu-Guinea habe sich ebenfalls verstärkt. Aufklärungsflugzeuge wurden auch über den Papuainseln gesichtet.
Wavells Indien-Armee nicht einsatzbereit
rd. Bern, 11. Februar
In einem Artikel in „London Illustrated News“ gibt der bekannte britische Militärschriftsteller Cyrill Falls zu, daß die von General Wavell in den zurückliegenden Monaten aufgestellte Indien-Armee noch keineswegs einsatzbereit sei.
Mit den unter den Fahnen stehenden Männern sei, so betont Falls, noch keine Armee geschaffen. Die moderne Ausbildung und Ausrüstung heutiger Armeen verlange Zeit. Der englische Militärexperte gibt dem englischen Leser deutlich zu verstehen, daß die Ausrüstung der indischen Armee mit modernen Waffen auf große Schwierigkeiten stößt, die um so bedeutender geworden sind, da das versprochene schwere Material aus den USA vollständig ausbleibt.
Wie von einem Mitglied des Exekutivrates des britischen Vizekönigs in Indien vor kurzem zugegeben wurde, macht auch die indische Rüstungsindustrie keine wesentlichen Fortschritte mehr, da die in Aussicht gestellten amerikanischen Werkzeugmaschinen ebenfalls nicht eintreffen.
Japans stolzester Erfolg
Hand aufs Herz: Wenn uns jemand am 7. Dezember, am Vorabend des Kriegsbeginns im Stillen Ozean, gesagt hätte, daß in wenig mehr als zwei Monaten Japans Sonnenflagge über der Stadt Singapur wehen würde — wir hätten uns einen so kindlichen Witz verbeten! Dieser zweite Weltkrieg hat gewaltige Überraschungen gebracht. Nationen, die sich noch in kurz zurückliegenden Kriegen ausgezeichnet geschlagen haben, haben diesmal militärisch versagt. Andere, deren soldatischer Rang in der Weltmeinung nicht hochstand, haben Überraschendes geleistet. Wieder andere — und zu ihnen dürfen wir ohne jede Überheblichkeit Deutschland rechnen — haben selbst ihren großen geschichtlichen Ruhm auf dem neuen Schlachtfeld übertroffen.
Daß das japanische Kaiserreich heroisch kämpfen würde, hat jedermann, vielleicht mit Ausnahme einiger Dummköpfe in London und Washington, erwartet. Denn dieses ostasiatische Soldatenvolk hat in den zwei Menschenaltern, seit denen es aus seiner mittelalterlichen Versunkenheit aufgestanden ist, alle Kriege, die es führen mußte, nicht nur gewonnen, sondern glänzend gewonnen. Und doch — was die Japaner in diesen zwei Kriegsmonaten zustande gebracht haben, hat niemand im Traum zu hoffen oder zu fürchten gewagt. Der heutige Fall Singapurs krönt einen der kühnsten Feldzüge der Weltgeschichte.
Der erste Gedanke, der Großdeutschland an diesem Tage beseelt, ist deshalb das herzliche Bedürfnis, unseren tapferen Kampfgenossen in Ostasien die ganze Bewunderung auszudrücken, die wir für sie empfinden. Daß der glänzende Sieg über Singapur von den Soldaten des Tenno genau am Nationalfeiertag seines Reiches — dem 2602. Jahrestag der Gründung des Kaiserhauses — erzwungen wurde, zeugt für den unnachahmlichen, traditionsbeflügelten Geist, der die todesmutigen Geschwader der Marineluftwaffe Japans schon am ersten Kriegstage zum Siege von Pearl Harbour befähigte, der sie in kurzen Wochen nach Manila, dem Herz des Yankee-Imperialismus in Ostasien, führte, der ihren zähen Marsch durch die Dickichte des malaiischen Dschungels begleitete und ihren raumgreifenden Aufmarsch gegen Niederländisch-Indien und Nordaustralien vorwärtstrieb. Wer wüßte besser, was der Geist einer Nation vermag als wir, die wir selbst in knappen neun Jahren unüberwindlich erscheinende Hindernisse auf dem Wege von vollständiger Ohnmacht zu größter Machtentfaltung niederringen konnten.
Was der Fall von Singapur strategisch bedeutet, zeigt nicht nur der bloße Blick auf die Karte des südostasiatischen Raumes — der Feind selbst hat es uns in dummdreister Offenheit gesagt, als er noch hoffen durfte, damit nur eine papierene Theorie auszusprechen. Am 17. Dezember 1941, also bereits nach Ausbruch des ostasiatischen Krieges, erklärte der britische Indienminister Amery wörtlich: „Wenn es den Japanern gelänge, Singapur zu nehmen, so könnten sie unbelästigt in den Indischen Ozean fahren und alles Land, das an seinen Gestaden liegt, stünde ihnen hilflos offen. Solange wir Singapur halten, kann sich kein feindlicher Angriff gegen die Länder an den Gestaden des Indischen Ozeans voll entwickeln. Früher oder später können wir von Singapur aus mit dem Angriff gegen Japan beginnen, der natürlich erst dann aufhören wird, wenn Japan völlig niedergeworfen ist.“
Am gleichen Tage sagte der Sender London folgendes: „Wenn Singapur in feindliche Hände fallen würde, so würde das für die Sache der Alliierten ein wahres Unglück bedeuten. Es würde dem Feind die Möglichkeit in die Hand geben, den Indischen Ozean weit und breit zu beherrschen, die niederländisch-indischen Inseln zu überrennen und sogar bis auf das australische Festland vorzudringen.“ — „Von Suez bis zum Panamakanal“, so schrieb die „Times“ an diesem 17. Dezember. „gibt es keinen Stützpunkt von größerer strategischer Bedeutung als Singapur.“
Noch in den ersten Tagen des neuen Jahres, als die Japaner der Inselfestung bereits erheblich nähergerückt waren, war man in London von der Unbezwingbarkeit dieses stolzesten Stützpunktes des ganzen Empire so überzeugt, daß die amtliche britische Nachrichtenagentur Exchange Telegraph am 6. Jänner keck schrieb: „Ein Feind, der Singapur mit modernen Waffen angreift, wird doch nicht imstande sein, die Festung zu nehmen, selbst wenn er die Flugzeuge der RAF besiegt haben würde.“
Einen Tag vorher hatte die „Daily Mail“ folgende Sätze gedruckt: „Eine niederschmetternde Niederlage der Alliierten im Pazifik würde die schlimmsten Wirkungen in der Sowjetunion auslösen. Der Fall von Singapur zum Beispiel wäre für Timoschenko ein fast ebenso schwerer Schlag wie für Wavell. Der Fall Singapurs würde so gut wie sicher zum Verlust Niederländisch-Indiens führen, des reichen Rohstoffarsenals. Es würde einen lähmenden Schlag für die Kriegsmaschine der Alliierten bedeuten. dessen Wirkungen in jedem Sektor gespürt würden.“
Und noch vor vierzehn Tagen, am 28. Januar, schrieb der „Daily Telegraph“ klipp und klar: „Der Verlust Singapurs würde nicht nur die Straßen öffnen zu Holländisch-Ostindien und Australien, sondern auch den Flotten der Alliierten die Basis nehmen, um mit ganzer Kraft eingesetzt werden zu können. Außerdem würde dadurch das britische Ansehen im Fernen Osten zerstört.“
Wir wissen nicht, ob es heute in England noch Leute gibt, die Manns genug sind, diese eindeutigen englischen Urteile Churchill um die Ohren zu schlagen, falls er und seine Reklameschreiber nun den Versuch machen sollten, die überragende Bedeutung Singapurs herabzusetzen oder etwa gar wieder von einem erfolgreichen englischen Rückzug zu faseln.
Aber wir wollen am heutigen Tage doch auch an jene vorbeugenden Worte erinnern, die dieser Totengräber des britischen Weltreichs sprach, als schon zu Beginn der japanischen Operationen im Pazifik die Schwäche der englischen Stellung in Ostasien offenbar wurde. Churchill verfocht damals die These, daß man leider nicht an allen Punkten gleich stark sein könne und daß die Truppen und das Material, die nun in Malaya fehlten, an der „lebenswichtigen“ nordafrikanischen Front um so erfolgreicher eingesetzt worden seien. Wir erinnern an seine Rede vor dem Kongreß in Washington, in der er wörtlich folgendes zum besten gab:
„Wenn Menschen mich fragen, wie kommt es, daß Sie nicht genügend für moderne Flugzeuge und Waffen aller Art in Malaya und Ostindien gesorgt haben, so kann ich nur auf die Siege hinweisen, die General Auchinlek im libyschen Feldzug errungen hat! Hätten wir unsere allmählich wachsenden Hilfsmittel zwischen Libyen und Malaya verteilt, dann würde es uns in beiden Gebieten an allem gefehlt haben. General Auchinlek hat es sich zum Ziel gesetzt, die bewaffnete Macht des Feindes in Nordafrika vollständig zu zerstören. Ich habe jeden Grund, zu glauben, daß sein Ziel voll erreicht werden wird, und ich bin so froh, in der Lage zu sein, Ihnen damit den Beweis zu erbringen, daß mit den richtigen Waffen und der richtigen Organisation wir in der Lage sind, das Leben aus dem wilden Nazi herauszuschlagen. Was der Hitlerismus in Libyen erleidet, ist nur ein Muster und ein Vorgeschmack von dem, was wir ihm und seinen Komplicen zu geben haben, wohin auch dieser Krieg uns in irgendeinen Teil der Welt führen mag.“
Ist jemals in der Geschichte ein aufgeblasener Maulheld schlimmer Lügen gestraft worden als der Chef des verrotteten britischen Empire durch Rommels Erfolg in Nordafrika und Japans Triumphzug nach Singapur? Wahrlich — diesmal hat der Bankrotteur von Antwerpen und Gallipoli, von Andalsnes, Narvik und Dünkirchen, von Griechenland und Kreta sich selbst übertroffen! Wir Deutschen aber, und mit uns gewiß alle jungen verbündeten Nationen, hegen nur den einzigen Wunsch, daß das englische Volk an diesem unvergleichlichen Scharlatan festhalten möge bis zur Stunde der letzten großen Schlacht.
Seibert
Der Druck der USA
Irland soll gezwungen werden
dnb. Madrid, 11. Februar
Die Madrider „Informaciones“ schreibt zur USA-Forderung auf Abtretung von Stützpunkten an der irischen Küste, der nordamerikanische Druck sei eine Bedrohung der jahrhundertealten irischen Unabhängigkeit, die Irland mit soviel Opfern errungen habe. England fürchte eine Abfuhr und schicke deshalb die USA ins Feuer.
„Die ‚Washington Post‘ selbst deckt die USA.-Pläne auf“, schreibt die spanische Zeitung weiter. „Dies Blatt erklärt, daß Irland gezwungen werde, einer später zu gründenden atlantischen Staatenföderation unter USA-Führung beizutreten.“ De Valera habe in seinen letzten Erklärungen zum Ausdruck gebracht, daß der generationenalte Wille aller Iren die englischen Annexionspläne ablehne.
*Führer-Hauptquartier (February 12, 1942)
Wehrmachtbericht
Im Osten wurden erneute zahlreiche Angriffe des Feindes abgewiesen. An der Donezfront warfen deutsche, rumänische und kroatische Truppen in Fortsetzung ihres Angriffes den Gegner trotz zähen Widerstandes weiter zurück. Im mittleren Frontabschnitt wurde eine seit Tagen eingeschlossene Feindgruppe in harten Kämpfen enger zusammengedrängt.
In Nordafrika rege beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Deutsche Jagd- und Kampfverbände bekämpften wirksam motorisierte Kolonnen des Feindes.
Im Seegebiet um Malta wurde ein Kreuzer der „Dido“-Klasse von Bomben deutscher Kampfflugzeuge schwer getroffen. Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich ferner gegen Flugplätze, Hafenanlagen und Betriebsstofflager der Insel.
Angriffe britischer Bomber auf südwestdeutsches Gebiet verursachten in der vergangenen Nacht geringe Verluste unter der Zivilbevölkerung.
In der Zeit vom 31. Januar bis 10. Februar verlor die britische Luftwaffe 61 Flugzeuge, davon 38 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 13 eigene Flugzeuge verloren.
Hauptmann Baer, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, errang seinen 89. und 90. Luftsieg.
Ein Kreuzer der „Dido“-Klasse war im Laufe des 11. Februar südlich der Insel Malta in Begleitung eines Zerstörers gesichtet worden. Trotz heftiger Abwehr und Ausweichmanöver auf höchster Fahrt konnte sich der Kreuzer den Angriffen der Kampfflugzeuge nicht entziehen. Eine Tausendkilogrammbombe traf den Bug und eine gleiche Bombe hart davor, während weitere Bomben unmittelbar neben der Bordwand des Kreuzers detonierten. Mit einer schweren Beschädigung des Schiffes ist zu rechnen. In Luftkämpfen wurde bei diesen Angriffen eine „Hurricane“ abgeschossen, die ins Meer stürzte.
Die Kreuzer der „Dido“-Klasse wurden in den Jahren 1939/40 fertiggestellt und verfügen über eine Wasserverdrängung von 5450 Tonnen. Ihre Geschwindigkeit beträgt 32,3 Knoten, ihre Bestückung besteht aus zehn 13‚2-Zentimeter-Geschützen und acht 4-Zentimeter-Flak, außerdem sechs Torpedoausstoßrohren.
Comando Supremo (February 12, 1942)
Bollettino n. 621
Il Quartier Generale delle Forze Armate comunica in data 12 febbraio 1942:
In Cirenaica nulla di importante da segnalare.
Concentramenti di automezzi nemici presso El Adem sono stati attaccati e parzialmente distrutti da formazioni dell’arma aerea: un «Curtiss» risulta abbattuto dalla caccia tedesca. Nonostante le avverse condizioni atmosferiche, velivoli germanici hanno compiuto azioni distruttive, diurne e notturne, contro gli aeroporti di Malta e colpito a prua con bombe del massimo calibro, nei pressi dell’isola, un incrociatore britannico.
Un’incursione é stata effettuata, senza conseguenze, da apparecchi avversari su alcune nostre isole dell’Egeo.