Völkischer Beobachter (August 20, 1943)
383 Panzer, 652 Flugzeuge, 568.850 BRT. vernichtet –
Sizilien kam den Feinden teuer zu stehen
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 19. August –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der am 16. Juli begonnenen fünften Abwehrschlacht am Kubanbrückenkopf haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls von Kleist und des Generals der Pioniere Jänicke stehenden deutschen und rumänischen Truppen bis zum 12. August andauernde Durchbruchsversuche von 17 Schützendivisionen, 2 Panzerbrigaden und 3 Panzerregimentern der Sowjets in harten Kämpfen abgeschlagen und dem Feind sehr hohe blutige Verluste zugefügt. An diesem Abwehrerfolg sind deutsche, unter Führung des Generalleutnants Angerstein stehende Luftwaffenverbände, und rumänische, von General Gheorgiu befehligte Fliegerkräfte beteiligt.
An der Mius front trat der Feind im Raum von Kuibyschewo nach starker Artillerievorbereitung erneut zum Angriff an. Bei Isjum setzte er die Durchbruchsversuche mit starken Kräften fort. In beiden Abschnitten schlugen unsere Truppen im Zusammenwirken mit der Luftwaffe und rumänischen Schlachtfliegern die Angriffswellen des Gegners in zähen Kämpfen blutig ab.
Im Kampfraum von BjeIgorod dauert der harte und für die Sowjets äußerst verlustreiche Abwehrkampf an. über 100 Panzer und Sturmgeschütze der Sowjets wurden hier abgeschossen.
Im mittleren Frontabschnitt griffen die Bolschewisten weiterhin in wechselnder Stärke an. Alle Anstrengungen des Feindes, unsere Stellungen zu durchbrechen, scheiterten. Auch bei Staraja Russa und am Ladogasee brachen alle sowjetischen Angriffe unter schwersten Verlusten zusammen. Deutsche Gebirgsjäger warfen im Louhiabschnitt den auch gestern wieder anstürmenden Feind unter hohen Verlusten zurück. In Luftkämpfen wurden ohne eigene Verluste 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Am 18. August verloren die Sowjets 284 Panzer. In den letzten Tagen büßten sie 168 Flugzeuge ein. Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine versenkten in der Nacht zum 18. August im Asowschen Meer zwei sowjetische Motorkanonenboote. Im Seegebiet der Fischerhalbinsel vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge vier mit Nachschub beladene sowjetische Küstenfrachter.
In der Zeit vom 10. Juli bis zur Beendigung der Kämpfe am 17. August fügten die im Raume von Sizilien kämpfenden Verbände aller Wehrmachtteile und Waffengattungen den amerikanisch-britischen Armeen schwere Verluste zu. Neben einer hohen Zahl von Gefangenen verloren sie etwa ein Drittel ihrer eingesetzten Truppen an Toten und Verwundeten. Vernichtet oder erbeutet wurden 383 Panzer und Panzerspähwagen, 63 Geschütze aller Art, 652 Flugzeuge und 11 Lastensegler.
61 meist mit Mannschaften oder Kriegsgerät beladene Transportschiffe mit insgesamt 290.100 BRT., ferner ein Kreuzer, sieben Zerstörer, drei Korvetten sowie zahlreiche Motorkanonenboote und kleinere Kriegsfahrzeuge wurden versenkt. Weitere 59 Fracht- oder Transportschiffe mit 278.750 BRT. wurden im gleichen Zeitraum so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden kann.
In den ersten zwei Wochen des August sind von Sizilien aüf das Festland mit Kleinschiffsraum überführt worden rund 17.000 Tonnen Munition, Betriebsstoff und Stückgut, fast 10.000 Kraftfahrzeuge sowie sämtliche deutschen und italienischen Truppen mit allen Waffen und Kriegsgerät. Zurückbefördert wurden schließlich mehr als 4000 Verwundete.
Bei diesen Transporten sind von den Besatzungen der Fähren und Kleinfahrzeuge insgesamt 48 feindliche Flugzeuge abgeschossen worden.
Ein Verband deutscher Kampfflugzeuge erzielte in der gestrigen Nacht bei einem Angriff in den Gewässern um Biserta Bombentreffer auf einem Kriegsschiff, 25 Transportern mit zusammen über 100.000 BRT. und Landungsfahrzeugen. In der Straße von Messina wurden durch Flakartillerie der Luftwaffe 7 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Im Morgengrauen des heutigen Tages kam es vor der holländischen Küste zu einem Gefecht zwischen den Sicherungsstreitkräften eines eigenen Geleits und britischen Schnellbooten. Der Feind verlor bei seinen erfolglosen Angriffen ein Schnellboot. Drei weitere wurden durch Artillerietreffer beschädigt.
Bei bewaffneter Aufklärung und freier Jagd über dem Atlantik warfen deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Handelsschiff von 5000 BRT. in Brand und schossen vier britisch-nordamerikanische Bomber, darunter zwei große Flugboote, ab.
In der gestrigen Nacht wurde bei Störeinflügen weniger feindlicher Flugzeuge im westdeutschen Grenzgebiet ein Flugzeug abgeschossen.