Völkischer Beobachter (February 4, 1943)
Der Kampf der 6. Armee um Stalingrad zu Ende –
Sie starben, damit Deutschland lebe!
Stalingrad ruft zur Taft!
(Zeichnung: Mjölnir)
Getreu ihrem Fahneneid
Zweimal die Aufforderung zur Übergabe stolz abgelehnt
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 3. Februar –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der Kampf um Stalingrad ist zu Ende. Ihrem Fahneneid bis zum letzten Atemzug getreu, ist die 6. Armee unter der vorbildlichen Führung des Generalfeldmarschalls Paulus der Übermacht des Feindes und der Ungunst der Verhältnisse erlegen, Ihr Schicksal wird von einer Flakdivision der deutschen Luftwaffe, zwei rumänischen Divisionen und einem kroatischen Regiment geteilt, die in treuer Waffenbrüderschaft mit den Kameraden des deutschen Heeres ihre Pflicht bis zum Äußersten getan haben.
Noch ist es nicht an der Zeit, den Verlauf der Operationen zu schildern, die zu dieser Entwicklung geführt haben. Eines aber kann schon heute gesagt werden: Das Opfer der Armee war nicht umsonst. Als Bollwerk der historischen europäischen Mission hat sie viele Wochen hindurch den Ansturm von sechs sowjetischen Armeen gebrochen. Vom Feinde völlig eingeschlossen, hielt sie in weiteren Wochen schwersten Ringens und härtester Entbehrungen starke Kräfte des Gegners gebunden. Sie gab damit der deutschen Führung die Zeit und die Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen, von deren Durchführung das Schicksal der gesamten Ostfront abhing.
Vor diese Aufgabe gestellt, hat die 6. Armee schließlich auch durchgehalten, als mit der Dauer der Einschließung und dem Fortgang der Operationen die Luftwaffe, trotz äußerster Anstrengungen und schwerster Verluste, außerstande war, eine ausreichende Luftversorgung sicherzustellen, und die Möglichkeit des Entsatzes mehr und mehr und schließlich ganz dahinschwand. Die zweimal vom Gegner verlangte Übergabe fand stolze Ablehnung. Unter der Hakenkreuzfahne, die auf der höchsten Ruine von Stalingrad weithin sichtbar gehißt wurde, vollzog sich der letzte Kampf. Generale, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften fochten Schulter an Schulter bis zur letzten Patrone. Sie starben, damit Deutschland lebe. Ihr Vorbild wird sich auswirken bis in die fernsten Zeiten, aller unwahren bolschewistischen Propaganda zum Trotz. Die Divisionen der 6. Armee aber sind bereits im neuen Entstehen begriffen.
Fortgang der schweren Abwehrkämpfe
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 3. Februar –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Zwischen Kaukasus und unterem Don erreichten unsere Armeen in planmäßiger Fortführung ihrer Bewegungen die befohlenen Tagesziele. Starke Angriffe bei Noworossijsk und Störangriffe weiter östlich wurden abgewiesen.
Die schweren und wechselvollen Abwehrkämpfe im Raum zwischen dem Don und dem oberen Donez nehmen ihren Fortgang.
Auch gestern unterstützten starke Verbände der Luftwaffe die Kämpfe des Heeres durch kraftvolle Angriffe.
Am Ladogasee brachen schwächere Angriffe gegen die deutschen Linien zusammen. Ein Gegenangriff gegen eine vom Feind genommene Höhe ist noch im Gange.
In Nordafrika an der westtripolitanischen Front nur Spähtrupptätigkeit. Starke feindliche Angriffe in Tunesien wurden durch deutsch-italienische Truppen unter schwersten Verlusten für den Feind zerschlagen und dabei 18 Panzer vernichtet.
Britische Flugzeuge griffen in der vergangenen Nacht westdeutsches Gebiet an. In den Wohnvierteln einiger Orte entstanden vorwiegend Brandschäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Drei Flugzeuge wurden abgeschossen.
Bis einschließlich Samstag –
Schließung aller Theater und Kinos
dnb. Berlin, 3. Februar –
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat nach der Bekanntgabe der Verlautbarung des Oberkommandos der Wehrmacht über das Ende des Heldenkampfes der 6. Armee an der Wolga die Schließung aller Theater, Filmtheater, Varietés und ähnlicher Unterhaltungsstätten ab sofort bis einschließlich Samstag, den 6. Februar, angeordnet. Ebenso wird jede öffentliche Veranstaltung künstlerischer oder unterhaltender Art für diese Zeit untersagt.
