Führer HQ (April 17, 1945)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
Im Grenzgebiet der Ostmark gelang es, durch Gegenangriffe den Einbruchsraum der Bolschewisten südöstlich Mürzzuschlag weiter einzuengen. Die beiderseits St. Pölten und bei Korneuburg angreifenden Sowjets wurden abgewiesen. Westlich der March fingen unsere zäh kämpfenden Verbände den bei Zistersdorf und beiderseits der Straße Lundenburg-Brünn vorrückenden Feind auf.
Zwischen den Westbeskiden und der pommerschen Bucht hat die Schlacht auf weitere Frontabschnitte übergegriffen. Südöstlich und südwestlich Ratibor scheiterten starke bolschewistische Durchbruchsversuche an unserer hartnäckigen Abwehr.
An der Lausitzer Neiße sind die Sowjets auch im Raum Rothenburg sowie zwischen Muskau und Forst nach heftiger Artillerievorbereitung zum erwarteten Großangriff angetreten. Eigene Panzerverbände zerschlugen im Gegenangriff vorgedrungene feindliche Angriffsspitzen und riegelten einzelne Einbruchsstellen ab.
Zwischen Frankfurt und dem Oderbruch blieb dem Gegner, der den ganzen Tag über mit gewaltigem Aufwand an Menschen und Material angriff, ein Durchbruch dank der tapferen Haltung unserer Truppen und ihrer wendigen Führung versagt. Aufgerissene Stellungsabschnitte wurden in schwungvollen Gegenangriffen geschlossen. Bereits am ersten Angriffstag verloren die Bolschewisten 211 Panzer. Die Luftwaffe griff mit starken Jagd- und Schlachtfliegerkräften in die Abwehrschlacht ein. Neben zahlreichen vollbeladenen Fahrzeugen wurden 60 Panzerkampfwagen vernichtet und in heftigen Luftkämpfen 169 Flugzeuge zum Absturz gebracht.
In der Nacht zerstörten Kampfflugzeuge unter Selbstaufopferung ihrer Besatzungen besonders wichtige Oderübergänge.
In Samland konnten unsere tapferen Soldaten weitere Geländegewinne des mit überlegenen Kräften angreifenden Feindes nicht verhindern. Dadurch haben sich die Kämpfe in den Raum von Fischhausen verlagert.
Das Lazarettschiff Pretoria wurde am 16. April bei Heia erneut von sowjetischen Bombern angegriffen.
In Holland gelang es dem Feind, seinen Angriffsraum bei Arnheim nach Nordwesten zu erweitern. In den Straßen von Groningen wird immer noch erbittert gekämpft. Im Stellungsbogen zwischen Friesoythe und Wilshausen verhinderten unsere Fallschirmjäger und Grenadiere wiederum alle Durchbruchsversuche des Gegners und schossen 13 Panzer ab.
Östlich Verden an der Aller und im Raum von Uelzen konnte der mit starken Infanterie- und Panzerverbänden angreifende Feind mehrere Ortschaften nehmen und bis in den Nordostteil der Lüneburger Heide Vordringen.
Zwischen Ruhr und Rhein stehen unsere Divisionen in zwei Angriffsgruppen getrennt und stark zusammengepresst im schwersten Kampf mit dem an Zahl und Material weit überlegenen Gegner. Zäh und verbissen verteidigen sie jeden Meter Boden gegen den konzentrisch angreifenden Feind. Die Aufforderung zu kapitulieren, beantwortete die Besatzung von Düsseldorf mit dem Abschuss von 17 Panzern des angreifenden Feindes. Auch im Harz dauern die schweren Abwehrkämpfe gegen die besonders von Westen und Süden angreifenden Amerikaner an.
Im mitteldeutschen Kampfraum blieb die Lage im Großen unverändert. Um den Brückenkopf östlich Bardi sind wechselvolle Kämpfe entbrannt. Die zwischen Köthen und Mulde zum Stoß auf Dessau angetretenen amerikanischen Panzer blieben nach geringem Gelandegewinn in unserem Abwehrfeuer liegen. Mehrere Versuche, die Mulde zu überschreiten, brachen verlustreich zusammen.
In Halle toben erbitterte Straßenkämpfe. Mit neu herangeführten Kräften traten die Amerikaner auf Leipzig an. Sie wurden jedoch bereits im Vorfeld der Stadt unter hohen Menschen- und Materialverlusten zu Boden gezwungen. Weiter südöstlich vorgestoßene feindliche Verbände setzten mit schwächeren Kräften über die Mulde und fühlten mit Panzerspitzen nach Osten vor.
Aus dem Frankenwald haben starke feindliche Abteilungen die Autobahn zwischen Schlaitz und Münzberg überschritten und sind in das Vogtland eingedrungen. In Hof wird gekämpft.
Die auf breiter Front zwischen Bayreuth und Heilbronn angreifende 7. amerikanische Armee konnte auf ihrem linken Flügel auf die Fränkische Schweiz bis in den Raum von Lauch und Erlangen vorstoßen. In den übrigen Abschnitten kamen die feindlichen Divisionen durch die Standhaftigkeit und die fortgesetzten Gegenstöße unserer Grenadiere nur wenig über ihre Ausgangstellungen hinaus.
Im Nordostteil des Schwarzwaldes setzte der Feind seine Anstrengungen fort, den Austritt aus dem Gebirge zu erzwingen und die Straßen nach dem Süden zu öffnen. Hierbei kam es beiderseits Bad Liebenzell und nördlich Freudenstadt zu schweren, für den Feind besonders verlustreichen Kämpfen. Die in der Rheinebene über Offenburg nach Südosten und Süden angreifenden gaullistischen Verbände wurden südöstlich der Stadt und westlich Laar zum Stehen gebracht.
In Mittelitalien dauert der Schwere Abwehrkampf auf der gesamten Front an. An der Standhaftigkeit unserer Divisionen brachen wiederum alle Durchbruchsversuche der mit stärkstem Artillerie-, Panzer- und Fliegereinsatz angreifenden Angloamerikaner verlustreich zusammen.
In Syrmien setzten starke Bandenkräfte ihre Angriffe zwischen Save und Drau fort. Unter besonders hohen Verlusten konnten sie nur nordwestlich Djagowo in unser Hauptkampffeld eindringen.
Amerikanische Bomberverbände richteten Angriffe gegen einige Süd- und mitteldeutsche Städte. Dabei wurden besonders Wohngebiete von Landshut getroffen. Die feindliche Tieffliegertätigkeit über dem Reichsgebiet war wiederum rege. In der Nacht warfen britische Kampfverbände Bomben auf München, Amberg und Pilsen. Außerdem wurden die Reichshauptstadt und deren östliches Vorfeld angegriffen.