Führer HQ (September 25, 1944)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
In Westholland wehrten die eigenen Truppen in neuen Stellungen mehrere feindliche Angriffe ab. Im Raum Arnheim–Nimwegen fügten die Gegenangriffe dem aus der Luft gelandeten Feind, der noch nicht zum größeren Angriff antrat, weitere hohe Verluste zu. Örtliche Vorstöße des Gegners scheiterten zum Teil in erbitterten Nahkämpfen. Von den noch westlich Arnheim auf engstem Raum kämpfenden Resten der ersten englischen Luftlandedivision wurden weitere 800 Verwundete eingebracht, östlich Eindhoven erzielte der Feind geringen Geländegewinn.
Eigene Schlachtfliegerverbände griffen trotz schlechten Wetters erfolgreich in die Erdkämpfe in Holland ein.
Nördlich und südöstlich Aachen wurden Angriffe des Feindes unter Abschuß mehrerer Panzer abgewiesen. An der Eifel-Front verlor der Feind bei erfolglosen Angriffen 16 Panzer.
Nördlich Nancy und bei Château-Salins warfen eigene Angriffe den Feind trotz hartnäckigen Widerstandes zurück. Im Raum von Épinal und Remiremont hielten die schweren Kämpfe an. Bei erbittertem Widerstand der eigenen Truppen gewann der Angriff des Feindes nur örtlich an Boden.
Bei Dünkirchen und Calais beiderseitige lebhafte Artillerietätigkeit. Die kampfentschlossenen Besatzungen von Lorient und Saint-Nazaire zersprengten feindliche Angriffe und führten erfolgreiche Gegenstöße. Nach Vernichtung der letzten Stützpunkte ist die heldenhaft kämpfende Besatzung von Boulogne nach schwerstem Ringen der feindlichen Übermacht erlegen.
London lag in der vergangenen Nacht wieder unter dem Feuer der „V1.“
In Mittel-Italien setzte der Feind gestern seine schweren Panzerangriffe nordöstlich und östlich Fiorenzuola fort Er wurde fast überall abgewiesen und konnte nur einen inzwischen abgeriegelten Einbruch erzielen. 14 feindliche Panzer wurden abgeschossen.
An der Adria wurden unsere Truppen befehlsgemäß in neue Stellungen nordwestlich Riminis zurückgenommen. Hiergegen geführte zahlreiche Angriffe des Feindes wurden unter Abschuß von 35 Panzern zerschlagen.
Im südwestlichen Siebenbürgen kam es auch gestern nur zu Kämpfen örtlicher Bedeutung. Beiderseits Torenburg und im Nordteil des Szekler Zipfels wurden Angriffe bolschewistischer und rumänischer Verbände abgewiesen oder aufgefangen. In diesen Kämpfen verlor der Feind allein bei Torenburg 30 Panzer.
An den Beskidenpässen südlich Sanok und Krosno wurde gestern in Angriff und Abwehr mit wechselndem Erfolg gekämpft. Zwischen dem Nordrand der Karpaten und Mitau fanden keine wesentlichen Kampfhandlungen statt.
Im Raum südlich Riga warfen Truppen des Heeres und der Waffen-SS die Bolschewisten in erfolgreichen Gegenangriffen zurück. An der übrigen Front des Nordabschnittes verliefen die Absetzbewegungen weiter planmäßig. Der in mehreren Abschnitten nachdrängende Gegner konnte unsere Bewegungen nicht stören. Nach Zerstörung aller militärisch wichtigen Anlagen wurde vor einigen Tagen die Stadt Reval geräumt.
Unsere Absetzbewegungen nach Nordfinnland nehmen den genau vorbereiteten Verlauf.
Bei Prilep in Mazedonien wurde eine starke bulgarische Kräftegruppe bei geringen eigenen Verlusten zerschlagen. Sie ließ ihre gesamte Ausrüstung an Geschützen und schweren Waffen in unserer Hand. An der bulgarischen Westgrenze und am Eisernen Tor sind örtliche Kämpfe im Gange.