America at war! (1941–) – Part 3

Dewey kandidiert für die Republikaner –
Vor der Präsidentenwahl in USA

Stockholm, 26. Juni –
Wie Reuters aus Chicago meldet, wurde die Ernennung des Neuyorker Gouverneurs Thomas Dewey zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten nunmehr zur Sicherheit. Vertretungen der größten Staaten im republikanischen Konvent haben am Sonntag nach Ablauf von Wahlversammlungen, die den ganzen Tag überdauerten, die Entschließung gefasst, Dewey zu unterstützen.

Die unabhängige republikanische Zeitung New York Herald Tribune erklärt, was die Organisation und Verwaltung anbelange, so würde sich Dewey als einer der fähigsten Präsidenten erweisen. Die Zeitung meint abschließend, es gebe allerdings auch noch andere fähige Republikaner. Wenn man aber an Washington denke und an die erforderliche Säuberungsaktion im Weißen Haus, sowie an das Durcheinander in außenpolitischen Angelegenheiten, so denke man an Dewey, für den die Amerikaner auch Sympathie empfänden.

Protest gegen britische Einmischung

Lissabon, 26. Juni –
Die britische Regierung versucht unter den in England befindlichen US-Soldaten Stimmung für eine Wiederwahl Roosevelts zu machen. So wurden kürzlich amerikanischen Truppen, die in England eintrafen, Willkommensflugblätter übergeben, die vom britischen Informationsministerium herausgegeben worden waren, und in denen behauptet wurde, daß die Gegner Roosevelts 70 Millionen Dollar eingesetzt hätten, um seine Wiederwahl für die Präsidentenschaft zu verhindern.

Diese Einmischung der britischen Regierung in die amerikanische Innenpolitik hat in den USA stürmische Empörung hervorgerufen. Die Neuyorker Zeitung Journal American erklärt: Die Briten sollten endlich einmal den Verstand aufbringen, zu begreifen, daß sich die amerikanische Bevölkerung eine Einmischung in ihre Politik nicht gefallen lasse.

Auch Senator Bridges, der Vertreter des Staates New Hampshire, der als englandfreundlich bekannt ist, verurteilt in schärfster Form den britischen Eingriff in die amerikanische Wahlpolitik. Senator Bird, der Vertreter Virginias, wies die Londoner Regierung darauf hin, daß ähnliche Anmaßungen britischer Behörden und weitere Versuche, die Meinung Amerikas zu beeinflussen, zu „unberechenbaren“ Störungen der Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen müssen.