America at war! (1941–) – Part 3

Auf die arrogante Entschließung –
Tokios Antwort: ‚Niemals!‘

dnb. Tokio, 3. Dezember –
Die arrogante Entschließung von Kairo entsprang an erster Stelle dem besorgten Wunsch, Tschiangkaischek zu beruhigen, der ständig mehr Boden bei seinem nutzlosen Widerstand gegen Japan verliert, so stellt man, wie Dōmei berichtet, in Tokio fest.

Die Tatsache, daß Roosevelt und Churchill sich die Mühe machten, eine Konferenz mit Tschiangkaischek zu veranlassen, sei nur ein weiterer Beweis für ihre Besorgnis über Japans neue Chinapolitik und über die dramatische Erhebung Ostasiens, die auf einer Basis der Gegenseitigkeit erfolgte, um es von der jahrhundertelangen anglo-amerikanischen Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien.

Kairo könne nur als ein schlechter Scherz angesehen werden. Es beweise nur, wie besorgt die Anglo-Amerikaner seien, Tschiangkaischek in ihrem Lager zu behalten. Es bestehe kein Zweifel, daß die Konferenz in Kairo einzig und allein diese Absicht verfolgte.

Gutunterrichtete Kreise betonten weiter, daß, gleichgültig was auch die Anglo-Amerikaner tun mögen, Ostasien nie wieder unter ihr altes imperialistisches Regime zurückkehren wird. Die ungeheure Kampfkraft Japans, die alle anderen ostasiatischen Nationen geschlossen hinter sich wisse, werde Großostasien gegen alle anglo-amerikanischen „Regressions-Versuche“ verteidigen.

Interessant und belustigend sei die Tatsache, daß Churchill und Roosevelt völlig vergessen haben, die rücksichtslose imperialistische Herrschaft, die in ihren früheren Gebieten und Kolonien während der letzten Jahrhunderte ausgeübt wurde, überhaupt zu erwähnen. Das sei ein weiterer offensichtlicher Beweis für die anglo-amerikanische Denkungsart, die entweder zu naiv oder zu veraltet sei. Wenn Tschiangkaischek gewillt sei, auf diesen anglo-amerikanischen Bluff hereinzufallen, und wenn er weiter Ostasien verrate, werde er von seinen Landsleuten restlos beiseitegelegt werden, noch ehe seine sogenannten anglo-amerikanischen Verbündeten ihn im Stich ließen.

Englische Kritik an Kairo

dnb. Stockholm, 3. Dezember –
Mit dem Kommuniqué über das Treffen in Kairo ist ein fundamentaler Mißgriff begangen worden, erklären jetzt sogar schon englische Kommentatoren nach einer Meldung in Aftonbladet. Der Mißgriff bestehe darin, daß man erklärt habe, die Japaner auf ihre Inseln zurücktreiben zu wollen. Dieses sei etwas, was die Japaner nur noch stärker zusammenschweißen werde zu einem noch härteren Kampf um ihr Leben. Gleichzeitig vermisse man ein „positives Programm“ für die ostasiatischen Staaten.

Zu den Stimmen über die Bluffkonferenz gesellen sich auch zwei britische. Reuters hat zwei namhafte englische Politiker interviewt und nach ihrer Meinung über das Ergebnis von Kairo befragt.

Die Meinung Greenwoods

Der stellvertretende Führer der Arbeiterpartei, Arthur Greenwood, gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß der Krieg in China „jetzt ein Krieg zwischen allen freiheitsliebenden Völkern und jenen sei, die die Freiheit ausmerzen“ wollten. Nach seiner Meinung kann der Krieg erst dann beendet werden, wenn „Hitler aus Europa verschwunden und jeder japanische Soldat vom chinesischen Boden vertrieben ist.“

Unbeirrt durch die Tatsachen, welche die Konferenzphrasen von Kairo überdecken, sprach Greenwood das große Wort:

Die britische Arbeiterschaft blickt auf ein neues China, das seinen rechtmäßigen Platz in den Ausschüssen des Fortschrittes der Welt einnimmt.

John Lawson, Mitglied der parlamentarischen Delegation, die kürzlich in China weilte, sieht die Dinge aus der Kenntnis der Lage wesentlich nüchterner an. Er sagt:

Es ist ganz klar, daß wenig getan werden kann, bis wir Panzer, schwere Geschütze und moderne Ausrüstungen den Chinesen bringen können.

Die Konferenz in Kairo wäre also überflüssig gewesen, wenn England und die USA imstande wären, Tschungking mit Waffen und Material zu unterstützen. Sie haben zwar Tschiangkaischek und Frau Gemahlin mit Versprechungen heimgeschickt, aber sie haben nicht verraten, wie sie das von Japan versperrte Tor nach Tschungking aufbrechen wollen.