Völkischer Beobachter (January 3, 1944)
Wendell Willkie bestätigt:
Roosevelt unter Stalins Diktat
dnb. Genf, 2. Jänner –
Wendell Willkie bescheinigt den anglo-amerikanischen Mächten noch einmal nachdrücklichst ihre Abhängigkeit von Stalin. Die USA hätte es versäumt, so schreibt er, die moralische, wirtschaftliche und politische Führung zu übernehmen und daraufhin sei Stalin zum „mächtigsten Staatsmann der internationalen Politik“ geworden. Roosevelt habe bei der Schaffung der politischen Grundlagen für die internationale Zusammenarbeit und der wirtschaftlichen Basis für den internationalen Handel die Führung nicht an sich gerissen. Das Unvermögen des Präsidenten, dies zu tun, habe bereits auf der ganzen Erde seine Auswirkungen gezeigt.
Überall in der Welt, so meint Willkie, lege sich der Durchschnittsmann die Frage vor, was wohl Stalin demnächst tun werde, nicht aber, was Roosevelt und Churchill Unternehmen würden. Die dringlichste Frage sei die, was die Sowjetunion mit der politischen Integrität Polens und der Baltenstaaten zu tun gedenke.
Die USA, so schließt Willkie seinen Artikel, könnten die Haltung Sowjetrußlands den Kleinstaaten gegenüber nicht dadurch beeinflussen, daß sie das Mißtrauen gegen die Sowjetunion schüren. Die USA könnten Stalin nicht von der Richtigkeit und Klugheit ihrer Ideen dadurch überzeugen, daß sie „sein Land zum Fußball unserer innerpolitischen Streitigkeiten machen.“
Wendell Willkie bestätigt damit die These, daß Roosevelt und Churchill in Moskau und Teheran lediglich zum Befehlsempfang waren und widerspruchslos die Diktate des Kremlhäuptlings entgegenzunehmen hatten.