America at war! (1941--) -- Part 2

Der Anschlag auf Europa

Wien, 8. September –
Die Regierung Badoglio und auch der italienische König haben mit ihrem Verrat an dem bisherigen deutschen Bundesgenossen das Schimpflichste getan, was man überhaupt im menschlichen Leben kennt: Sie haben versucht, sich bei den Feinden Italiens dadurch beliebt zu machen, daß sie einen feigen und hinterhältigen Anschlag auf den Bestand Europas ausführten. Indem sie den Waffenstillstand am 3. September Unterzeichneten und versuchten, die deutsche Führung glauben zu machen, daß sie an der Seite Deutschlands weiterkämpfen würden, verfolgten sie die Absicht, den Engländern und Amerikanern eine Hintertür in die Festung Europa zu öffnen.

Damit hat eben dieser italienische König zum zweitenmal Verrat an Deutschland geübt. Allerdings hat er vielleicht nicht damit gerechnet, daß wir aus den Erfahrungen des ersten Weltkrieges gelernt haben würden und infolgedessen rechtzeitig Maßnahmen ergriffen haben, die sich in allerkürzester Zeit in einer Weise auswirken werden, wie sie vielleicht von den italienischen Verrätern nicht vorhergesehen worden sind.

Die ganzen letzten Monate über, nämlich seit dem 25. Juli, da der Mann gestürzt wurde, dem Italien seinen glänzenden Platz in Europa und in der Welt zu verdanken hat, nämlich der Duce Benito Mussolini, war es nicht immer möglich, die Zusammenhänge eines Dramas aufzuzeigen, das sich in Italien abgespielt hat und das mehr und mehr dem jetzigen Ende entgegenging. Damals hatte eine verräterische Clique italienischer Militärs, die den Krieg in der Heimat gegen die Männer der Bündnistreue dem Krieg an der Front vorgezogen hatten, den italienischen Regierungschef in eine Falle gelockt und ihn einfach verhaften und abführen lassen. Dabei hatten sie sich einen Augenblick im Leben dieses großen Mannes ausgesucht, da seine Widerstandskraft durch eine schwere innere Erkrankung gelähmt war.

Nachdem Mussolini gestürzt war, ging es mit Italien im Sturmschritt bergab. Nicht nur, daß die italienischen Truppen es teilweise ganz offen ablehnten, am Kampf gegen die englischen und amerikanischen Invasoren teilzunehmen, nicht nur, daß hiedurch zeitweise auch gewisse Rückwirkungen auf die in Italien befindlichen deutschen Truppen spürbar wurden, versuchten sie auch, mehr oder minder versteckt hinter dem Rücken des deutschen Bundesgenossen den Feinden direkten Vorschub zu leisten. Es war klar, daß solche Machenschaften nicht verborgen bleiben konnten, nachdem wir hatten beobachten müssen, daß sich im Schutze des faschistischen Aufbaues eine verhältnismäßig kleine Clique gewisser italienischer Persönlichkeiten augenscheinlich schon seit längerer Zeit mit den Feinden Europas in Verbindung gesetzt hatte.

Hieraus ergab sich für uns die selbstverständliche Verpflichtung, nunmehr den Schutz der Festung Europa in einer ganz anderen Weise zu organisieren und neu aufzubauen. Daß uns hierbei gewisse faschistische Kreise immer behilflich sein würden, weil sie am Glauben an die Festigkeit der Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Faschismus festhielten, ist zu erwarten gewesen. So gelang in der Zeit, da die Verräterclique ihr unsauberes Geschäft mit Engländern und Amerikanern betrieb, der Aufbau der neuen Verteidigungsfront im Süden der Festung Europa.

Selbstverständlich kann diese Verteidigung nicht etwa an den deutschen Grenzen erfolgen, sondern Europa wird weit vor den Grenzen Deutschlands verteidigt werden. Ebenso selbstverständlich ist, daß von den Gefolgsmännern Mussolinis gewisse faschistische Gruppen Seite an Seite mit den deutschen Soldaten gegen die Feinde Europas kämpfen werden, zu denen nunmehr der italienische König und die Regierung Badoglio hinübergewechselt sind.

Insofern haben die heute bekanntgegebenen Ereignisse auch etwas Positives, weil sie nunmehr ganz klare und eindeutige Verhältnisse schufen. Wir wußten seit dem Putsch gegen Mussolini, daß das Italien Badoglios und des Königs nicht mehr unseres Vertrauens würdig ist. Von da ab hat sich Deutschland in Europa auf sich selbst gestellt und alle Sicherungen getroffen, die notwendig waren, um die Festung Europa zu schützen.