America at war! (1941--) -- Part 2

Die Prawda wird ungeduldig:
Sizilien ist keine zweite Front

Von unserer Stockholmer Schriftleitung

Stockholm, 7. August –
Als kürzlich der Generalsekretär des englischen Gewerkschaftsverbandes, Sir Walter Citrine, nach einem längeren Besuch in der Sowjetunion nach London zurückkehrte, verstimmte er die englische Öffentlichkeit mit der Feststellung, daß man in Moskau keineswegs zufrieden mit der englisch-amerikanischen Hilfe sei und daß die Operationen auf Sizilien von den Sowjets nicht als die ersehnte zweite Front angesehen würden.

Zur gleichen Zeit, da die englische Öffentlichkeit immer mehr den Blick für die tatsächlichen Gegebenheiten des Krieges zu verlieren beginnt, kommt Moskau erneut auf die Schaffung einer zweiten Front zu sprechen. Die Prawda hat mit einem Artikel, dessen amtlicher Charakter nicht bezweifelt werden kann, den Anfang gemacht. Dieser großaufgemachte Aufsatz kritisiert den „ausgebliebenen Angriff gegen Deutschland“ in der schärfsten Tonart und verbirgt, wie Dagens Nyheter aus Moskau berichtet, keineswegs „Unzufriedenheit und Gereiztheit über die Trägheit der Westmächte.“ Noch immer hätten die Engländer und die Amerikaner ihr Versprechen, eine neue Front zu schaffen und damit den schweren deutschen Druck von den Bolschewisten zu nehmen, nicht eingelöst. Die Prawda meint, dafür seien keine militärischen Bedenken maßgebend, sondern es kämen politische Gründe in Betracht.

Nur ein Auftakt

Es ist anzunehmen, daß diese Sowjetrussische Stellungnahme einigermaßen ernüchternd in London und Washington wirken wird, zumal es ganz den Anschein hat, als ob die Prawda den Chor der unzufriedenen und mahnenden Moskauer Stimmen nur eröffnet habe und als ob weitere Sowjetproteste zu erwarten seien.

Als erste Reaktion auf diese sowjetrussische Kritik kann, wie Aftontidningen aus Neuyork berichtet, „eine gewisse Unruhe unter den Achsengegnern“ festgestellt werden.