America at war! (1941--) -- Part 2

Hintergründe des Treffens in Casablanca –
Die Kriegführungsschwierigkeiten der USA.

dnb. Stockholm, 27. Jänner –
Die amerikanische Monatszeitschrift American Magazine bringt sieben in ihrer jüngsten Nummer eine Reihe an die amerikanische Öffentlichkeit gerichteter Botschaften führender USA.-Politiker, in denen diese teils rückblickende Betrachtungen über das vergangene Jahr anstellen, teils aber auch Voraussagen für 1943 machen.

„Unsere Gegner schlugen uns 1942 immer weiter zurück und ließen Sich in ihrem Vormarsch durch nichts aufhalten,“ stellte dabei unter anderem Marineminister Knox fest. Vor allem seien – so betont er – Fehler, wie man sie 1942 in allen Kriegsorganisationen der USA. gemacht habe, im neuen Jahr unbedingt zu vermeiden. Der Unterstaatssekretär im USA.-Kriegsministerium, Patterson, bemerkt: So verständlich auch die immer Wieder laut werdende Forderung nach größerer militärischer Aktivität sei, so müsse die Bevölkerung der Vereinigten Staaten doch die Transport- und Nachschubschwierigkeiten erkennen und in ihre Berechnungen einbeziehen. Der Vorsitzende der Kommission für den Arbeitereinsatz, MacNutt, stellt in seinem Beitrag fest, in den USA.:

…kratze man jetzt die letzten Reste des noch verbliebenen Menschenmaterials zusammen.

In der richtigen Weise für den Arbeitseinsatz und vor allem für die Arbeiterbeschaffung zu sorgen, sei eines der größten Probleme, vor denen die USA. 1943 stünden. Deshalb werde im neuen Jahr der Fraueneinsatz in den Rüstungsbetrieben und in der Landwirtschaft eine ganz besondere Rolle spielen.

Innenminister Harold Ickes erklärt: Der amerikanische Benzinmarkt habe seit Kriegseintritt der USA. turbulenteste Zeiten durchgemacht. Zahllose Tanker seien versenkt worden, das Verkehrswesen habe an der Atlantikküste schwerste Störungen erfahren und man habe schließlich zu einer allgemeinen Benzinrationierung greifen müssen. Gerade in der Treibstoffversorgung gehe man im neuen Jahre schweren Zeiten entgegen.

Die Lagebetrachtungen des USA.-Beauftragten für das Kriegstransportwesen Eastman, gipfelten in der Feststellung, daß die USA. vor gewaltigen Aufgaben stehen, die um so unlösbarer erscheinen müßten, als sich praktisch alle Gummifelder in den Händen des Feindes befänden. Dies werde um so mehr als ein schwerer Schlag in den USA. empfunden, als fast der gesamte Schiffsverkehr längs der Küste durch die ständigen U-Boot-Angriffe unterbrochen sei. Man habe den Schiffsverkehr durch den Panamakanal so gut wie stilllegen müssen und sei infolgedessen mehr als je auf den Auto- und Eisenbahnverkehr angewiesen. Aber auch den Eisenbahnverkehr könne man nicht nach Belieben ausdehnen, da es hier zur Verstärkung des Rollmaterials an den nötigen Rohstoffen fehle.

Während Roosevelt und Churchill sich in Casablanca trafen, um vor der Weltöffentlichkeit das Theater einer angeblichen Bereinigung ihrer Differenzen in Nordafrika zu spielen, werfen die von American Magazine aus den Federn maßgebender USA.-Politiker veröffentlichten Botschaften ein grelles Schlaglicht auf die mannigfachen ernsten Schwierigkeiten, in denen sich Roosevelt und sein Land heute mehr denn je befinden. Sie geben in Wahrheit den düsteren Hintergrund der allgemeinen Gegenwartslage der Vereinigten Staaten ab, vor dem die Begleitmusik der anglo-amerikanischen Publizistik zu dem mißglückten Zusammentreffen Roosevelts und Churchills in Casablanca nur wie leere Phrasen und wie der vergebliche Versuch wirken kann, die Völker Englands und der USA. über die nüchternen Tatsachen einer Kriegführung, die gegen ihre Regierungen spricht, mit billigen Mitteln hinwegzutäuschen.