Führer HQ (September 23, 1944)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
Während sich unsere Abwehrfront nördlich Nimwegen gegen schwere feindliche Angriffe behauptete, ist es unseren von Osten und Westen angreifenden Verbänden gelungen, bei Veghel die Verbindung zwischen den feindlichen Kräften in Süd- und Mittelholland zu unterbrechen. Alle Versuche des Feindes zur Erweiterung seines Einbruchsraumes bei Eindhoven scheiterten in erbitterten Kämpfen unter hohen Verlusten des Gegners. In Mittelholland wurden am 21. September 30 feindliche Panzer abgeschossen.
Im Rahmen unserer Absetzbewegungen in Westholland führte eine Sicherungsdivision der Kriegsmarine mit Fahrzeugen aller Art unter schweren Luftangriffen und trotz schlechten Wetters starke Truppenverbände und deren Ausrüstung an Waffen und Gerät in unermüdlichen Tag- und Nachteinsätzen über die Scheidemündung zurück.
Starke Angriffe des Feindes im Raum südöstlich Aachen wurden in schweren Kämpfen abgewiesen, ein eigener Gegenangriff warf den Feind auf seine Ausgangsstellung zurück. Hierbei wurden 12 Panzer und Panzerspähwagen vernichtet und mehrere Geschütze erbeutet.
An der Eifelfront gewannen unsere Truppen im Gegenangriff vorübergehend verlorengegangenes Gelände am Westwall zurück und bereinigten den Rest des feindlichen Brückenkopfes über die Sauer nordwestlich Echternach. Die 5. amerikanische Panzerdivision erlitt hier hohe blutige Verluste und verlor über 40 Panzer und Panzerspähwagen.
Südlich Metz örtliche Kampftätigkeit. Im Raum Lunéville halten die schweren Kämpfe an. Eigener Gegenangriff südlich Château-Salins warf stärkeren Feind zurück. Bei Lunéville starker Feinddruck nach Osten. Alle Angriffe scheiterten an dem hartnäckigen Widerstand der eigenen Truppe.
An der oberen Mosel wechselvolle Kämpfe bei Épinal und Remiremont. Südlich Remiremont wurden mehrere feindliche Angriffe abgewiesen.
Die befestigten Häfen im Westen, besonders Boulogne, Calais und Dünkirchen, liegen weiter in schwerem Artilleriefeuer und rollenden Bombenangriffen.
Nördlich Lucca und Pistoia blieben mit Panzern geführte Vorstöße des Feindes erfolglos.
Im Raum nördlich Florenz setzte der Feind seine schweren, mit überlegenen Kräften und starker Artillerie geführten Angriffe den ganzen Tag über fort. In erbitterten Kämpfen, in denen zahlreiche Angriffe unter hohen Feindverlusten abgewiesen wurden, konnte der Gegner seinen Einbruchsraum bei Fiorenzuola erweitern.
An der Adriafront auch am 22. September nur örtliche Kampfhandlungen.
Im südwestlichen Siebenbürgen gehen die örtlichen Kämpfe weiter. Im Raum von Torenburg und im Szekler Zipfel trat der Feind zum Angriff an. Er wurde in harten Kämpfen abgeschlagen. An zwei Einbruchsstellen sind Gegenangriffe deutscher und ungarischer Truppen im Gange.
Südlich Sanok und Krosno hält die Abwehrschlacht in unverminderter Heftigkeit an. Unerschütterliche Abwehr und entschlossene Gegenstöße unserer Panzerkräfte und Grenadiere brachten die bolschewistischen Durchbruchsabsichten auch gestern zum Scheitern.
Im Mittelabschnitt blieben vereinzelte örtliche Vorstöße des Gegners südlich der Memel erfolglos.
Unsere gepanzerten Angriffsgruppen erzielten südwestlich Mitau weitere Stellungsverbesserungen und wiesen feindliche Gegenangriffe zurück.
Die Kämpfe im Nordabschnitt haben sich zu größter Härte gesteigert. Unsere tapferen Divisionen setzten, von eigenen Schlachtgeschwadern unterstützt, den neu herangeführten sowjetischen Verbänden zähesten Widerstand entgegen. Unter Abschuß zahlreicher feindlicher Panzer wurden alle sowjetischen Durchbruchsversuche im Großen abgewehrt oder aufgefangen. Die befohlenen Absetzbewegungen im nördlichen Estland verliefen auch gestern planmäßig und vom Feind ungestört.
Deutsche Jäger vernichteten im Seegebiet vor Memel einen aus sieben Torpedoflugzeugen bestehenden feindlichen Verband und verhinderten damit einen Angriff auf deutsches Geleit.
Feindliche Bomber führten am Tage unter Ausnutzung einer für die Abwehr besonders schwierigen Wetterlage Terrorangriffe gegen Kassel und München. 15 viermotorige Bomber wurden abgeschossen.
Bei den Kämpfen am Westwall hat sich Oberfeldwebel Kalkbrenner mit seiner Kampfstandbesatzung besonders hervorgetan, indem er, dem Fahneneid getreu, seinen Kampfstand in verbissenen zweitägigen Kämpfen gegen überlegenen Feind bis zum letzten verteidigte.
In den schweren Kämpfen im Nordabschnitt der Ostfront hat sich das sächsische Panzergrenadierregiment 103 einer Panzerdivision unter Führung des Eichenlaubträgers Oberst Munnert durch besondere Tapferkeit und Standhaftigkeit ausgezeichnet.
Die unter Führung des Kapitäns zur See Knuth stehenden Verbände der Kriegsmarine haben sich bei den Absetzbewegungen in Westholland besonders ausgezeichnet.