Völkischer Beobachter (February 18, 1945)
Guerillakämpfe in Manila
Tokio, 17. Februar – Die erbitterten Straßenkämpfe in dem brennenden, von amerikanischen Bomben und Geschossen in Trümmer sinkenden Manila gehen weiter.
Durch den im Nordteil der Stadt seit einigen Tagen tobenden Guerillakrieg sind die Hauptstraßen mit ihren Warenhäusern, Lichtspieltheatern und Geschäften ein Flammenmeer geworden. Die amerikanischen Truppen haben ihre Frontstellungen nördlich des Paligflusses, welcher die Stadt in zwei Teile teilt, seit dem 8. Februar weiter verstärkt und richten ihre Angriffe jetzt gegen den Stadtbezirk Pandakon und San Juan.
Im östlichen Teil von Manila, in der Nähe der Pajustation, konnten die japanischen Verteidiger ihre Stellungen trotz heftigem Artilleriefeuer halten. Das gleiche gilt für das Westufer des Paligflusses, und zwar für den Teil von der Alalaybrücke aus, einer der größten Brücken in Manila, bis zum andern Fluss-Ufer im Süden. Einen bemerkenswerten Erfolg konnten zwei japanische Marinesoldaten verbuchen, die sich am 2. Februar nachts in einem Paddelboot einer von den Amerikanern errichteten Notbrücke bei Macate, südöstlich von Manila, näherten und diese in die Luft sprengten. Die in der Subicbucht gelandeten amerikanischen Truppen kommen kaum voran. Sie sind in dem Landekopf zusammengedrängt und starken japanischen Angriffen aus der Batanhalbinsel heraus ausgesetzt. Entlang der ganzen von Lingayen bis Manila von Norden nach Süden verlaufenden Front sind Kämpfe im Gange. Japanische Berichte lassen durchblicken, dass man kurz vor der Offensive Yamashitas stehe.
Die Kämpfe, die die Amerikaner bisher rund 19.000 Mann auf Luzon gekostet haben, entwickeln sich nach den japanischen Erwartungen: der zahlenmäßig überlegene Gegner befindet sich den drei japanischen Stellungen gegenüber, die die Luzonebene von drei Richtungen aus beherrschen. Mit zahlreichen Ausfällen beabsichtigen die japanischen Verteidiger die allmähliche Verblutung der sich zurzeit auf Luzon befindlichen zwölf amerikanischen Divisionen.