Führer HQ (May 1, 1945)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
Im Stadtkern von Berlin verteidigt sich die tapfere Besatzung, um unseren Führer geschart, auf engstem Raum gegen die bolschewistische Übermacht. Unter schwerstem feindlichem Artilleriefeuer und rollenden Luftangriffen dauert das harte Ringen an.
Südlich der Reichshauptstadt haben die Verbände unserer 9. Armee den Anschluss an die Hauptkräfte gefunden und stehen jetzt an der Linie Niemeck-Belitz-Werder im harten Abwehrkampf gegen die pausenlos anrennenden Sowjets. Auch zwischen Rathenow und Fehrbellin behaupten sich unsere Truppen gegen starke feindliche Angriffe.
In Mecklenburg richtete sich der Hauptstoß der Bolschewisten gegen den Raum zwischen der Müritz und der Nien. Heftige Kämpfe sind hier gegen die weiter vordringenden Sowjetverbände im Gange. Teilkräfte des Gegners drehten nach Nordosten ab und versuchten vergeblich, über die Pene südlich Anklam zu setzen. Nördlich davon behauptet sich der Stützpunkt Wolgas gegen alle Angriffe. Von Osten her gegen die Dievenow-Enge geführte Durchstoßversuche brachen verlustreich für die Bolschewisten zusammen.
In Nordwestdeutschland lag der Schwerpunkt der Kampfhandlungen gestern zwischen Weser und Elbe, wo es den Engländern in schweren Kämpfen gelang, unsere Truppen durch die Linie Bremervörde-Städte zurückzudrängen. Zu heftigen Kämpfen kam es wiederum im feindlichen Elbebrückenkopf westlich Lauenburg, den der Gegner nach wechselvollem Ringen nur wenig erweitern konnte. Westlich Boizenburg gelang es dem Feind unter starkem Panzerschutz, mit schwächeren Kräften auf das Nordufer der Elbe überzusetzen. Aus dem Bayrischen Wald stießen amerikanische Panzerverbände an Passau vorbei und erreichten die Donau östlich der Stadt In Oberbayern dringt der Feind von Regensburg weiter nach Süden vor. Überlegene feindliche Kräfte sind von Nordwesten her in München eingedrungen, wo um den Stadtkern erbittert gekämpft wird. Aus dem Allgäu erreichte der Gegner Garmisch-Partenkirchen und ist im Vorstoß auf Mittenwald.
In Oberitalien kämpfen unsere Divisionen sich weiter nach Norden zurück. Sie erwehrten sich fortgesetzter Angriffe überlegener Feindkräfte und zerschlugen kommunistische Terrorgruppen, die ihnen den Rückweg abzuschneiden versuchten.
Aus dem Südabschnitt der Ostfront werden nur örtliche Kämpfe gemeldet. Im Raum von Brünn, wo die Sowjets durch ihre hohen Verluste zu weiteren Umgruppierungen gezwungen sind, dauert die Kampfpause an. Dagegen nehmen die Kämpfe westlich Mährisch-Ostrau mit unverminderter Heftigkeit ihren Fortgang. Der vom Feind erstrebte Durchbruch wurde nach geringem Geländeverlust vereitelt.
Die heldenhaften Verteidiger von Breslau schlugen wieder alle Angriffe der Bolschewisten ab. Die Säuberungskämpfe im Gebiet von Bautzen, Kamenz und Königsbrück wurden abgeschlossen. Der Feind hatte hohe blutige Verluste, zahlreiche Gefangene und umfangreiche Beute wurden eingebracht.
Über Norddeutschland herrschte während des ganzen Tages lebhafte Jagd- und Schlachtfliegertätigkeit. Im Kampf um den feindlichen Nachschub und seine Sicherungen versenkte die Kriegsmarine im Monat April 29 Schiffe mit zusammen 159.200 BRT, 4 Zerstörer, 1 U-Boot, 6 Sicherungsfahrzeuge und 5 Schnellboote. Ein Flugzeugträger, 2 Zerstörer und 7 Schnellboote wurden schwer beschädigt.