America at war! (1941–) – Part 5

Die neu entstandenen großen deutschen Widerstandslinien

Der Kampf um die Reichshauptstadt tobt weiter

Berlin, 29. April – Durch das Zusammentreffen sowjetischer und anglo-amerikanischer Kräfte im Raume Meißen find nunmehr zwei große deutsche Widerstandslinien entstanden. Die eine erstreckt sich vom Dollart durch Bremen und Hamburg sowie längs der Elbe nach Vorpommern und entlang der Oker bis zum Stettiner Haff. Die andere verläuft am Bodensee durch die nördlichen Ausläufer der Alpen über Augsburg und Regensburg längs der Donau bis in den Raum von Passau. Diese südliche Linie setzt sich nach Norden über den Bayrischen und den Böhmerwald sowie das Sächsische Erzgebirge und den Nordrand der Sudeten bis zur Mährischen Senke fort und verläuft dann durch die Beskiden und die Weißen Karpaten über Brünn bis an den Ostrand der Alpen.

Diesen Hauptwiderstandslinien find im Norden unserer Verteidigungsräume die Niederlande, der Bereich der Danziger Bucht und Kurland noch als Kampffelder vorgelagert.

Das deutsche Volk verfolgt mit atemloser Spannung das Ringen um die Reichshauptstadt. Nie zuvor in der Geschichte des Reiches hat Berlin so lehr im Mittelpunkt des Denkens und Fühlens aller Deutschen gestanden wie in diesen Stunden. Das Ringen in und bei Berlin nahm an Härte noch zu. Der am Adolf-Hitler-Platz, in Charlottenburg und am Alexanderplatz abgeschlagene Feind verlagerte die Schwerpunkte feines Angriffs nach der Potsdamer Straße und dem Belle-Alliance-Platz, wo in den Schuttbergen in dem von anglo-amerikanischen Terrorbomben feit langem zerstörten Stadtgebiet gekämpft wird. Von Nordwesten her trieben die Sowjets ihre Panzerkeile vor, meist zerbrachen sie an zäh verteidigten Sperren. Ein Panzerrudel konnte sich durch die Trümmer der zerstörten Stadtteile in Richtung auf die Spree heranarbeiten. In Gegenstößen drängten unsere Besatzungen die Sowjets immer wieder zurück. Trotz feiner Übermacht und pausenlosem Artilleriefeuer gelang es dem Feind nicht, die Verteidigung aufzusplittern.

Die Anstrengungen der deutschen Luftwaffe, die die Verteidiger Berlins mit Nachschub und Munition versorgt, find ohne Beispiel. Die Piloten der deutschen Flugzeuge, die den Hexenkessel der feindlichen Flakstellungen und die Jagdabwehr der Bolschewisten zu durchbrechen suchen, stellen immer wieder ihr unerhörtes Können und ihren beispiellosen Mut unter Beweis.

Im südlichen Kampfabschnitt griffen unsere Divisionen nach Osten an. Unter stärkster feindlicher Gegenwehr gewannen sie bei Brandenburg und Treuenbrietzen Boden. Unter Abwehr bolschewistischer Angriffe stürmten sie Beelitz, durchbrachen bei Werder feindliche Abschnitte und entlasteten bisher erfolgreich verteidigte Stellungen bei Potsdam. Bei diesen Vorstößen, durch die in Potsdam, Brandenburg und Wittenberge ein keilförmiger Vorsprung entstanden ist, wurden zahlreiche Sowjetpanzer vernichtet.

Zwischen der Havel und dem Stettiner Haff führten die Bolschewisten schwächere vergebliche Vorstöße im Raum von Rathenow, aber schwere Stöße mit teils neu herangeführten Kräften in der Uckermark. Die in breiter Front am Hohenzollernkanal und der Odermündung anstürmenden Sowjets drängten unsere Verbände bei Templin und bei Neu-Brandenburg und auf die Peene bei Anklam zurück.

In Süddeutschland und in der Ostmark steigerten sich die Kämpfe unter Artilleriefeuer zwischen Bodensee und Ammersee. Während zwischen Iller und Lech im Allgäu die Amerikaner mit Teilkräften nach Osten und im Raum von Palau feindliche Panzerspitzen nach Südosten vordringen, blieben die Bolschewisten bei St. Pölten weiter gefesselt. Auch südlich der Alpen stehen unsere Truppen in beweglich geführten Abwehrkämpfen. Nördlich des Ligurischen Apennin und nördlich des unteren Po versuchten die Anglo-Amerikaner, unseren abfetzenden Verbänden die Flanken abzugewinnen und die Marschstraßen zu besetzen. Obwohl die Anglo-Amerikaner dabei von Banden unterstützt wurden, gelang es unseren Truppen, ihre Marschbewegung fortzufegen und für den Gegner kriegswichtige Anlagen rechtzeitig zu zerstören. Zwischen dem Etschknie bei Verona und im Vorfeld bei Venedig verwickelten unsere Truppen den nachdrängenden Feind in schwere Kämpfe und fingen ihn an vorbereiteten Widerstandslinien auf.