Führer HQ (April 28, 1945)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
In dem heroischen Kampf der Stadt Berlin kommt noch einmal vor aller Welt der Schicksalskampf des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus zum Ausdruck. Während in einem in der neuen Geschichte einmaligen grandiosen Ringen die Hauptstadt verteidigt wird, haben unsere Truppen an der Elbe den Amerikanern den Rücken gekehrt, um von außen her im Angriff die Verteidiger von Berlin zu entlasten.
In den inneren Verteidigungsring ist der Feind von Norden her in Charlottenburg und im Süden über das Tempelhofer Feld eingebrochen. Am Halleschen Tor, am Schlesischen Bahnhof und am Alexanderplatz hat der Kampf um den Stadtkern begonnen. Die Ost-West-Achse liegt unter schwerem Feuer. Fliegende Verbände unterstützten die Kämpfe unter aufopferndem Einsatz der Besatzungen. Trotz stärkster Jagd- und Flakabwehr wurden bei Tag und Nacht Eingreifreserven gelandet und Munition abgeworfen. Unsere Jagd- und Schlachtfliegerverbände vernichteten in den letzten vier Tagen 15 Flugzeuge, 58 Panzer und über 300 Fahrzeuge.
Im Raum südlich Königs Wusterhausen setzten die Divisionen der neunten Armee zum Angriff nach Nordwesten fort und erwehrten sich während des ganzen Tages konzentrischen Angriffen der Sowjets gegen die Flanken. Die von Westen eingesetzten Divisionen warfen den Feind in erbittertem Ringen auf breiter Front zurück und haben Ferch erreicht. Westlich Berlin wurde die Linie Brandenburg-Rathenow-Dremen gegen alle feindlichen Angriffe behauptet. Im Raume von Prenzlau warfen die Sowjets neue Panzer- und Infanterieverbände in den Kampf und erzwangen unter starkem Schlachtfliegereinsatz tiefe Einbrüche. Im nordwestdeutschen Raum kam es gestern nur zu örtlichen Kämpfen. In Bremen hält der Kampfkommandant mit dem Rest der tapferen Besatzung den Nordostteil der Stadt.
An der Donau drang der Feind in Regensburg und Ingolstadt ein. Zwischen Dillingen und Ulm setzten die Amerikaner ihren Vorstoß nach Süden fort. Kämpfe sind im Mindel- und Günztal im Gange. Die Armee in Italien setzte sich hinter den Po und Tessin ab. Während sich die Sowjets im Südabschnitt der Ostfront auf starke örtliche Vorstöße beschränkten, setzten sie ihre Angriffe im Raume Brünn mit starken Kräften fort und konnten trotz zäher Gegenwehr der Besatzung in die Stadt eindringen. Nordwestlich Bautzen, wo bei Meißen die Verbindung mit der Westfront hergestellt wurde, sind unsere Truppen zum Angriff nach Norden angetreten.
Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine versenkten östlich Gotenhafen ein sowjetisches Schnellboot und schossen ein weiteres in Brand. Schwächere amerikanische Kampfverbände führten am Tage Angriffe gegen Orte in Süddeutschland. in der Nacht herrschte im übrigen Reichsgebiet nur geringe feindliche Kampftätigkeit. Kleinst-Unterseeboote versenkten aus dem stark bewachten feindlichen Nachschubverkehr zwischen Themse und Schelde zwei vollbeladene Schiffe mit 8.000 Tonnen.