Führer HQ (April 22, 1945)
Kommuniqué des Oberkommandos der Wehrmacht
Im Süden der Ostfront sind unsere Gegenangriffe südlich des Semmering in gutem Fortschreiten. Die Bolschewisten versuchten südöstlich St. Pölten vergeblich nach Süden Boden zu gewinnen. Nordwestlich Mährisch-Ostrau vereitelten unsere Verbände in harten Kämpfen wiederholte Durchbruchsversuche des Gegners. Einige Einbrüche wurden abgeriegelt.
In der Doppelschlacht zwischen den Sudeten und dem Stettiner Haff stehen unsere Truppen weiter in schwerem Kampf. Nordwestlich Görlitz wurde die Frontlücke durch erfolgreiche Gegenangriffe geschlossen. Die Besatzung von Bautzen verteidigte sich hartnäckig gegen den mit starken Kräften angreifenden Feind. Nach Westen vorstoßend drangen die Sowjets in Bischofswerda und Königsbrück ein.
Südlich Cottbus ziehen die Bolschewisten weitere Kräfte zur Nahrung ihrer Angriffe gegen den Raum südlich Berlin nach und erreichten mit ihren- Angriffsspitzen die Linie Treuenbrietzen-Zossen südlich Königswusterhausen. In Cottbus und Fürstenwalde sind Straßenkämpfe im Gange.
Östlich und nördlich Berlin schob sich der Feind in schweren Kämpfen bis an die äußere Verteidigungslinie der Reichshauptstadt heran. In der Linie Lichtenberg-Niederschönhausen-Frohnau wird erbittert gekämpft.
An der Oderfront konnte der Gegner seine Brückenköpfe zwischen Greifenhagen und Stettin zunächst ausweiten, wurde aber durch unsere Gegenangriffe wieder zurückgeworfen.
Auf der Landzunge nordwestlich Pillau hielten unsere Truppen die Sperrlinie gegen erneute feindliche Angriffe. 21 Panzer wurden vernichtet.
Zwischen Ems und unterer Elbe setzte der Feind seine Angriffe mit starken Kräften fort. Nach mehrmaligem Besitzwechsel fiel Papenburg in die Hand des Gegners. Versuche der Kanadier, ihren Brückenkopf nördlich Friesoythe auszuweiten, brachen unter hohen Verlusten für den Feind zusammen. Auch südwestlich Delmenhorst blieben wiederholte Angriffe der Briten erfolglos. Gegenangriffe unserer Panzergrenadiere fassten die bis Harburg vorgestoßenen feindlichen Kräfte in der Flanke und fügten Ihnen hohe Verluste zu. Übersetzversuche über die Elbe bei Wittenberge und Tangermünde wurden zerschlagen.
Im Abschnitt Dessau-Bitterfeld hielten die wechselvollen Kämpfe an. Die mit mehreren Divisionen angreifenden Amerikaner konnten nur schrittweise Boden gewinnen. In Dessau und weiter südlich war das erbitterte Ringen um die Mulde-Übergänge in den Abendstunden noch im Gange. Bitterfeld ging nach hartem Kampf verloren.
Im Kampfraum nördlich Chemnitz führten wiederholte Angriffe und Aufklärungsvorstöße der Amerikaner zu örtlichen Einbrüchen. Die in das Elster- und Fichtelgebirge eingedrungenen feindlichen Kräfte wurden von unseren Sperrgruppen in der Linie Asch-Marktredwitz aufgefangen.
Zwischen Neumarkt in dem fränkischen Alb und dem Raum von Crailsheim scheiterten erneute Durchbruchsversuche der Amerikaner nach einigen Kilometern Bodengewinn am tapferen Widerstand unserer Truppen. Der Zusammenhang der Front blieb gewahrt.
Im Großraum Stuttgart nahmen die heftigen Kämpfe mit den zur Umfassung der Stadt angesetzten feindlichen Divisionen ihren Fortgang. Die von Göppingen und aus dem Raum nördlich Tübingen angreifenden amerikanischen Stoßgruppen konnten weiter Boden gewinnen. Auch im Schwarzwald und in der Rheinebene südwestlich Lahr dauern schwere Kämpfe mit den auf Rottweil und gegen den Kaiserstuhl vordringenden gaullistischen Verbänden an.
In Italien tobt die Materialschlacht weiter mit großer Heftigkeit. Auch gestern blieben den mit massierten Kräften anrennenden Angloamerikanern wesentliche Erfolge versagt.
Nordamerikanische Bomberverbände führten bei Tage einen Terrorangriff auf München. Außerdem wurden zahlreiche Orte im süddeutschen Raum mit Bomben belegt. In der Nacht griffen britische Kampfflugzeuge Orte in Norddeutschland an.