Dagegen hilft nur eiserner Wille zum Durchhalten, Jedes Zeichen von Schwäche ermuntert seine Gegner und beeinträchtigt damit seine eigenen Chancen. Sie sind alle genau so müde wie er selbst, aber keiner will und soll es zeigen, weil er damit nur seine Sache gefährdet. Er muss weiterlaufen um jeden Preis und auf jede Bedingung, und wenn er auch ohnmächtig als erster durchs Zielband stößt und den Beifall der Menge, die launisch ist wie das Glück, nur noch als fernes Rauschen vernimmt, er ist der Sieger, ihm wird der Lorbeerkranz gereicht, die ausgestandenen körperlichen und seelischen Qualen werden bald vergessen sein, und übrig bleiben Triumph und Erfolg.
Gewiss haben die recht, die mir erwidern, was wir erleiden, sei mit dem überhaupt nicht zu vergleichen. Wir sind ja auch zu einem Krieg ohne Vergleich und Beispiel gezwungen worden. Ich wäre der letzte, der bestreiten wollte, dass beispielsweise der feindliche Luftterror unmenschlich geworden und kaum noch zu ertragen sei. Das stimmt, aber es gibt noch Schlimmeres als das, und wir würden es kennenlernen, wenn wir uns dem Vernichtungswillen unserer Feinde beugten.
Aber auch sie bekommen von uns Schläge über Schläge. Auch sie halten den ununterbrochenen Einsatz unserer „V“-Waffen, der sich in nächster Zeit noch wesentlich verstärken wird, für unerträglich. Sie stehen vor einem Wiederaufleben des deutschen U-Boot-Krieges, von dessen zu erwartendem Umfang sie sich, nach ihren Äußerungen zu schließen, noch keine rechte Vorstellung machen können. Die feindliche Tonnagelage ist durch die Ausweitung der gegnerischen Kriegführung bis zum Äußersten angespannt, so jedenfalls, dass ein tieferer Einbruch in sie zu verheerenden Folgen für die Chancen des Feindes führen kann.
Kurz und gut; es steht auf den Höhe- und damit Krisenpunkten eines Krieges immer und überall auf des Messers Schneide. Ein einziges Gramm Erfolg oder Misserfolg kann dann oft die Waagschalen des Sieges beziehungsweise der Niederlage nach dahin oder nach dorthin zu Sinken bringen; ein Grund mehr für uns, zu stehen wie die Eichen im Sturmwind, ihm trotzend und, wenn er übermächtig wird, zwar hier und da nachgebend und sich ihm angleichend, aber niemals zu fallen und niemals zu sinken. Unsere Feinde sind keine Halbgötter. Ihrer höheren Zahl haben wir unseren höheren Wert entgegenzusetzen. Aber wir müssen das auch tun. Sie werden uns nicht niederwerfen können, wenn wir fest und unerschütterlich entschlossen bleiben, dass niemals zu dulden und eher alles zu ertragen, als unser Leben zu verpfänden und zu verkaufen ohne jede Aussicht, ihm je wieder ein menschenwürdiges Aussehen verleihen zu können.
Steht es denn im Feindlager besser als bei uns? Nein, keineswegs! Die Sowjetunion schätzt ihre Totalverluste selbst auf über fünfzehn Millionen. Auch sie kann einen solchen Aderlass nicht ohne die bösesten Folgen für ihre weiteren Kriegschancen hinnehmen. Ihre Soldaten sind, wie aus allen Gefangenenaussagen hervorgeht, denkbar kriegsmüde und werden heute nur noch von der Hoffnung getragen, dass sie kurz vor dem Sieg stehen und lediglich noch eine kleine Wegstrecke bis dahin zurückzulegen haben. Wir also müssen ihnen diesen Weg lang, sehr lang und verlustreich, so verlustreich wie nur möglich machen. Ein militärischer Rückschlag wird sie aus ihren kühnen Träumen jäh erwachen lassen. Auch die stumpfeste Zähigkeit der innerasiatischen Rasse findet irgendwo eine natürliche Begrenzung, und sie ist, wie ungezählte geschichtliche Beispiele beweisen, am Ende doch stets dem trotzigen Selbstbehauptungswillen der germanischen Rasse unterlegen, wenn diese sich nur ihres Wertes bewusst bleibt und die im Verläufe des Kampfes auftauchenden Krisen nicht als billige Gelegenheiten zur Resignation, sondern als teuer erkaufte Gelegenheiten zur Steigerung und Ausweitung ihrer eigenen Kraft ansieht.
Es kann kein Umstand angeführt werden, der darauf hinwiese, dass das in diesem Kriege zum erstenmal nicht der Fall sein sollte. Der Bolschewismus verrichtet zwar in dieser Welt ein wahres Teufelswerk, aber zum Schluss wird Luzifer, der sich schon so oft die Erde unterwerfen wollte, immer wieder in den finsteren Abgrund hinuntergeschleudert werden.
Es ist wahr, dass die USA bisher vom Krieg in Europa relativ unberührt geblieben sind. Aber was geht dieser sie schließlich an! Noch rennen ihre Divisionen weiter unter den blutigsten Verlusten gegen unsere Westverteidigung an. Aber wie lange noch? Amerika hat jetzt schon in diesem Kriege mehr als doppelt so hohe Verluste wie im ersten Weltkrieg zu verzeichnen, und diese werden nicht rückläufig werden, sondern weiterhin steigen. Mag sein, dass der US-Präsident Roosevelt Vergnügen an dieser Art von Krieg empfindet, es ist aber die Frage, ob das auch für seine Soldaten zutrifft. Sie haben Elend und Leid durch ganz Europa getragen, und sie müssen uns teuer dafür bezahlen, zu Hunderttausenden mit ihrem Leben. Ihr Präsident hat ihnen vorgelogen, wir bedrohten ihre westliche Hemisphäre, und darum häuft er jetzt seine Totenberge in Europa an. Weder er noch sein Volk haben auch nur die leiseste Aussicht, selbst im Falle ihres Sieges seine Früchte einzuheimsen. Sie würden vom Bolschewismus genauso aus den Kernländern Europas herausgefegt werden, wie sie aus seinen östlichen und südöstlichen Randgebieten herausgefegt worden sind.
Wer von den anglo-amerikanischen Soldaten in diesem sogenannten dritten Weltkrieg nicht tot auf den Schlachtfeldern bliebe, würde nach Hause zurückkehren als Träger einer Weltverzweiflungsstimmung, die die beste Voraussetzung für eine bolschewistische Weltrevolution abgebe. Der Erdball würde in Blut und Tränen ertrinken, und die letzten Menschen würden ihre letzten Seufzer der Erinnerung an uns weihen, die wir das Unglück voraussahen, aber von verbrecherischen, kurzsichtigen feindlichen Kriegführungen daran gehindert wurden, es aufzuhalten.
So sähe die gegenteilige Alternative dieses Schicksalskrieges aus, wenn nämlich unsere Feinde ihr Ziel erreichten. Es verlohnt sich kaum, England in diesem Zusammenhang überhaupt zu erwähnen. Es hat sich selbst verloren gegeben. Jahrzehnte- und jahrhundertelang werden in Zukunft britische Kinder und Enkel dem gegenwärtigen englischen Premierminister ihre Flüche nachsenden, dessen hassentstellte Augen nicht mehr fähig sind, die echten und unabdingbaren Interessen des britischen Empire zu erkennen, der in blinder Amokläuferei niedertischt, was ihm vor das Messer kommt, und nicht bemerken will und wohl auch nicht mehr bemerken kann, dass unterdes England, wie kürzlich ein maßgebender USA-Senator sagte, zu einem kleinen Wurmfortsatz Europas geworden ist, von seinen stärkeren Bündnispartnern völlig überspielt und in die Ecke manövriert, seine nationale Kraft einsetzend und verbrauchend für ihre Interessen und im Begriff stehend, zum Schluss auch noch sein Weltreich an sie zu verlieren.
Ein amerikanischer Berichterstatter schrieb vor einigen Tagen, England sei kriegsmüde bis auf die Knochen und London augenblicklich die unglücklichste und verzweifeltest Stadt der Welt. Verständlich angesichts der Tatsache, dass Großbritannien kein Kriegsziel mehr besitzt als höchstens das eine, den Blutdurst seines Premierministers zu stillen. Dass dieses Land bei Beendigung des Krieges vor einem Erdrutsch seines sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gefüges Stehen wird, dass ihm heute schon seine Dominien weglaufen und die Kanadier nach ihren schweren Blutverlusten im Westen bereits anfangen, Schluss mit dem für sie sinnlos gewordenen Krieg zu machen, indem sie zu Tausenden desertieren und ihr von Gott und allen guten Geistern verlassenes Mutterland seinem eigenen, wohlverdienten Schicksal überantworten.
England wird weiter unsere Städte vernichten. Das schmerzt uns sehr, aber es tötet uns nicht. Wir werden darauf durch einen wesentlich gesteigerten „V“-Beschuss, der immer größere Teile des britischen Mutterlandes erreichen wird, unsere Antwort geben. Roosevelt aber spielt die Rolle des lachenden Dritten. Die letzten Schiffe der englischen Handelsflotte werden im Laufe der Zeit eine Beute unserer zu neuen Operationen auslaufenden U-Boote werden, und am Ende des Krieges wird dann England, wie es das zwar nicht gewünscht, aber doch gewollt hat, vor den Trümmern seines ehemaligen Reichtums, seiner Macht und seines Glückes stehen. Wir sind ein junges, wachsendes Volk. Wir werden nach dem Sieg mit dem Unglück, das durch den Krieg hervorgerufen wurde, fertig werden. Das englische ist ein zusammenschrumpfendes Volk. Es wird an dieser Aufgabe scheitern. Dann wird Europa seinen Frieden haben, der immer nur von London gestört wurde, einen Frieden, der zwar teuer erkauft werden muss, der dann aber auch für alle Zeiten halten wird. Unser Kontinent wird und muss auf irgendeine Weise seine innere Einigung finden. Das ist nicht mit England gegangen; also muss es gegen England gehen.
Man kann nur mitleidig lächeln, wenn britische Zeitungen heute mit lautem Prahlen verkünden, Deutschland werde vor allem von den Engländern bis zum Jahre 2000 besetzt werden. Du heilige Einfalt! Im Jahre 2000 wird England, wenn es so weitermacht, knapp 20 Millionen Einwohner zählen, seine Geheimräte aus dem Foreign Office werden dann wahrscheinlich immer noch Denkschriften entwerfen, wie man Europa und besonders Deutschland zur Demokratie erziehen müsse, und unsere Enkel werden erstaunt fragen, was das denn sei.
Denn die Welt, die sie dann umgibt, wird klar, sauber, modern, nüchtern, realistisch und abhold jedem falschen Schein sein, in dessen Benutzung als politisches Kampfmittel England immer souveräner Meister war. Die Völker Europas mögen nach Polen schauen, um zu lernen, was sie von England zu erwarten haben; nichts als Phrasen und Fusstritte, wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat.
Nein, diese feindliche Koalition zwischen Bolschewismus und Plutokratie hat unserer kommenden Welt nichts mehr zu sagen. Ihr Kitt heißt Hass gegen das Reich. Verbohrtheit aber ist ein schlechter Ratgeber im Frieden und mehr noch im Kriege. Wir fürchten diesen Hass nicht. Er ist uns in so mannigfaltiger Form schon angedroht worden, dass wir dagegen gänzlich abgestumpft sind. Wenn man der Führung des Reiches nach dem erhofften Sieg der Feindseite hochnotpeinliche Verfahren, Untersuchung ihrer angeblichen Verbrechen und Todesstrafe in jeder nur erdenkbaren Form ankündigt, so haben wir dafür nur ein verächtliches Lächeln übrig. Denn erstens werden wir siegen und damit diese kindlichen Schreibübungen der Feindseite, die nicht das Papier wert sind, das dazu missbraucht wird, sowieso hinfällig werden, und zweitens, um auch für unsere Hasser und Feinde beweiskräftig zu argumentieren, selbst wenn sie ihr Ziel erreichten, dann würde das daraus für unser Volk für alle Zukunft entspringende Leid und Unglück so groß sein, dass es für seine Führung in diesem Kampfe nur eine Selbstverständlichkeit sein würde, ihm voranzugehen im ehrenvollen Sterben. Aber das sind nicht die Sorgen, mit denen wir uns heute beschäftigen. Sie gelten ausschließlich der weiteren erfolgreichen Fortsetzung unseres Lebenskampfes bis zu seinem glücklichen und siegreichen Ende.
Wir wappnen uns gegen diese infernalischen Drohungen mit dem Eisenpanzer unserer Standhaftigkeit, nehmen unsere Waffen nur fester in die Hand, entschlossen, sie zu gebrauchen, wo wir nur können, und mit allem kalten Hass und glühenden Fanatismus, dessen wir fähig Kind. Ehrlos der Deutsche, ob Soldat oder Zivilist, ob Mann oder Frau, ob Knabe oder Mädchen, der anders dächte! Man wird ihn landauf, landab mit der Laterne suchen müssen. Niemals wird man uns bereitfinden, unser eigenes Todesurteil zu unterschreiben und dann resigniert zu warten, bis es vollstreckt wird. Gut, wir werden weiter leiden müssen, aber das Leiden wird dann wenigstens einen Sinn, haben.
Stolz und trotzig wollen wir es auf uns nehmen, weil es so sein muss, weil es ein Übergang zur Freude und zum Triumph ist, weil es uns hart und unversöhnlich macht gegen Jeden und alles, was uns in unserem Leben bedroht.
Ich brauche nicht auf geschichtliche Beispiele zu verweisen, um unserem Volke die Kraft zu einer solchen Haltung dem Kriege gegenüber zu geben. Es findet sie in seiner eigenen Brust. Es ist heute in seiner Gesamtheit aus jenem Holz geschnitten, aus dem einst Preußen geschaffen wurde, jenes Preußen, das mit seinem Namen der Welt auch einen politischen Begriff, den des Preußentums, schenkte. Es ist jene Gesinnung, die sich durch kein Unglück entmutigen lässt, die einem übermächtig scheinenden Schicksal kühn und trotzig entgegentritt, die vor keiner Gefahr zurückschreckt, sondern sie klar ins Auge fasst und dadurch auch schon die Voraussetzung zu ihrer Überwindung schafft.
Wo hätte sie je eine edlere Verkörperung gefunden als heute in unserem ganzen Volke an der Front und in der Heimat, im Osten, Westen, Norden, Süden und im Herzen des Reiches. Wenn wir früher in unseren glücklichen Zeiten häufiger davon sprachen, dass wir ein friderizianisches Geschlecht seien, nun müssen wir es beweisen. Und tun wir es, dann werden wir wie jenes arme und verlassene Preußen unter seinem einsamen König auch gegen die Übermacht unserer Feinde bestehen, und es wird einst ein Hohenfriedberg kommen, an dem wir der gegnerischen Koalition, und sie mag die halbe Welt umfassen, den Sieg abtrotzen und die ruhmgekrönten Fahnen wie damals vor dem großen Friedrich so heute niedersinken werden vor dem Mann, der aus der stolzen Pflichtbesessenheit des geschichtlich schöpferischen Genies sein Werk tut, nicht für sich, sondern für sein Volk. Wir werden es ihm zu danken wissen.
Wenn er in den Zeiten des Friedens schon unser Vertrauen und unsere Liebe besaß, heute schenken wir ihm dazu noch den ganzen stolzen Trotz der germanischen Volksseele, den lodernden Hass gegen unsere Feinde und sein Gelöbnis der Treue, unwandelbar und damit unkündbar, auf Leben und Tod, komme, was kommen mag.
Unser Volk steht heute in seiner härtesten Bewährungsprobe. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass es sie bestehen wird. Es wird hoch und heiß hergehen, wenn es zur letzten Entscheidung kommt. Davor fürchten wir uns nicht. Wir sind an Enttäuschungen gewöhnt, uns kann nichts mehr erschüttern. Aber wir werden ebenso stolze Siege zu erwarten haben auf allen Kriegsschauplätzen und gegen alle Feinde.
Niemals wird sich das Trauerspiel vom 9. November 1918 wiederholen. Unsere Feinde warten vergeblich darauf. Sie sollen uns auch in bittersten Stunden nicht das geringste Zeichen von Schwäche anmerken. Wir stehen ihnen kaltblütig und hasserfüllt gegenüber, die Heimat und die Front. Beide sind einander würdig geworden, die Heimat im Leiden und im Arbeiten, die Front im Kämpfen und in der Tapferkeit. Kein Soldat darf auf den Feind hören, keiner seinen Posten oder seine Stellung aufgeben, und wenn es das Leben kostet. Hinter ihm steht sein Volk, Millionen Frauen und Kinder, die auf ihn bauen und vertrauen.
Kein Mann und keine Frau, kein Knabe und kein Mädchen zu Hause dürfen erlahmen in der Erfüllung ihrer harten Kriegspflichten, die auch unter den schwersten Bedingungen weitergetragen werden müssen. Das ganze Volk aber hat sich selbst zu übertreffen in seinem kämpferischen Enthusiasmus, in seinem gläubigen Fanatismus und in seiner Tapferkeit des Herzens und der Seele.
Wir haben dafür den Führer als leuchtendes Beispiel vor Augen. Er wird die große geschichtliche Figur dieses gigantischen Völkerringens sein und bleiben und auch von der Welt unserer Feinde als solche erkannt werden, wenn einmal die Nebel des Krieges fallen, die ihnen heute die klare Sicht nehmen. Er kämpft mit seinem Volk einen guten Kampf.
Es ist keine Schände, von einer zehnfachen feindlichen Übermacht Rückschläge zu empfangen, aber der höchste Ruhm, ihnen nicht zu erliegen; Glück und Zukunft unseres Volkes werden aus diesem Ruhm entspringen. Wer spricht heute noch von jenen käuflichen Schreiberlingen, die in den Krisen des Siebenjährigen Krieges den einsamen König mit dem Spülicht ihrer Skepsis und ihres eitlen Hohnes übergossen, wer noch von den Feldherren, die ihm mit einer erdrückenden Übermacht seine schmerzlichen und manchmal fast tödlich erscheinenden Niederlagen beibrachten, wer von den Königen Und Zarinnen, die mit vierzig Millionen Feinden über das armselige kleine Preußen mit seinen vier Millionen herfielen, es aber doch nicht bezwangen, weil ihnen eine königliche Seele gegenüberstand, jederzeit bereit zu kämpfen, niemals aber zu kapitulieren oder einen schmählichen Frieden zu unterzeichnen?
Sie alle sind längst zu Asche zerfallen; er aber, der große und einzige König, steht, wie er auch damals, als er sich zu bewähren hatte, verlacht, verhöhnt, abgeschrieben, tausendmal besiegt, geschlagen, vernichtet und totgesagt wurde, doch heute und für alle Zeiten als die entscheidende Erscheinung des achtzehnten Jahrhunderts vor unseren Augen, das Genie der Standhaftigkeit. Eifert ihm nach, ihr Deutschen, und wisset, dass heute die Nation von einem Mann geführt wird, der unter allen Umständen entschlossen ist, es ihm gleichzutun, um euer und eurer Kinder Leben für alle Zukunft zu sichern!
Und die Welt möge sich in ihrem eitlen Triumphrausch hin und wieder die Frage vorlegen, ob das voreilige Urteil, das sie heute zu fällen beliebt, auch vor der Geschichte Bestand habe oder nicht wie damals am Ende des Siebenjährigen Krieges untergehen wird in dem Taumel der Bewunderung, der dem gelten wird, der in der Gefahr nicht wankte, sondern die Fahne, die er einmal entfaltet hatte, nur fester umklammerte, um sie der leidenden Menschheit, voranzutragen zu neuen Ufern und einer besseren Zeit entgegen.
Ich habe gesagt, was ich sagen wollte. Ich weiß, dass unser Volk mich versteht. Unsere Soldaten werden an der Front wieder ihre Waffen in die Fäuste nehmen und unsere Arbeiter und Bauern in der Heimat zu Schraubstock, Maschine und Pflug zurückkehren, um ihre Pflicht, ihre schwere Pflicht zu tun. Ich möchte ihnen dazu jene berühmten Worte mit auf den Weg geben, die der große König im März 1757, auf einem der kritischen Höhepunkte seines großen Krieges, an seine Schwester Amalie schrieb. Sie seien unser Begleiter in diesen Tagen und Wochen.
„Stellen Sie sich,“ so führt er hier aus, „ich beschwöre Sie, über alle Ereignisse. Denken Sie an das Vaterland und erinnern Sie sich, dass seine Verteidigung unsere erste Pflicht ist. Wenn Sie erfahren, dass einem von uns ein Unglück zustößt, so fragen Sie, ob er kämpfend gestorben ist. Und wenn das der Fall Ist so danken Sie Gott dafür. Es gibt nur Tod oder Sieg für uns. Eines von beiden ist notwendig. Jedermann denkt hier so. Wie, Sie wollten, dass jedermann sein Leben für den Staat opfere, aber nicht, dass Ihre Brüder das Beispiel dazu geben? Oh, meine Hebe Schwester, in diesem Augenblick gibt es nichts zu schonen. Entweder auf dem Gipfel des Ruhmes oder vernichtet! Der bevorstehende Feldzug ist wie der von Pharsalus für die Römer oder wie der von Leuktra für die Griechen oder wie der von Denain für die Franzosen oder wie die Belagerung von Wien für die Österreicher.
Das sind Epochen, die über alles entscheiden und die das Gesicht von Europa verändern. Vor dieser Entscheidung muss man sich furchtbaren Zufällen aussetzen; aber nach ihrer Entwicklung klärt sich der Himmel auf und wird heiter. Das ist unsere Lage. Man darf an nichts verzweifeln, aber man muss jedes Ereignis voraussehen und das, das die Vorsehung uns zuweist, mit ruhigem Antlitz aufnehmen, ohne Stolz über gute Erfolge und ohne sich durch Misserfolge erniedrigen zu lassen.“