America at war! (1941–) – Part 3

Völkischer Beobachter (July 29, 1944)

Britisch Normandie-Illusionen geplatzt –
Die Deutschen sind zu stark

Genf, 28. Juli –
Diesmal ist es ein ununterbrochenes, hartes Ringen, schreibt der Korrespondent der Daily Mail zum Kampf in der Normandie. Es lasse sich nicht mehr länger verschweigen, daß Engländer und Nordamerikaner Verluste haben, denn gegen die deutschen Bunkerstellungen und Maschinengewehrnester müsse einzeln vorgegangen werden, von einer englisch-kanadischen Kompanie sei kein einziger Offizier übriggeblieben. Langsam und gequält rollten die Kämpfe ab; es sei daher unklug, vorzeitig beurteilen zu wollen, wohin diese Offensive die Engländer und Kanadier führe.

Niemand solle zu Hause so leichtfertig sein, anzunehmen, daß das offene Gelände südlich Caen für die Alliierten ideal sei. Es wäre ideal, wenn sie bessere Tanks als die Deutschen besäßen. Das aber sei nicht der Fall. Für die alliierte Kriegführung bedeute jeder Deutsche Tankverband etwas sehr Furchtbares.

Am deutlichsten wird Allan Moorhead, der Frontberichter des Daily Express. Die britische Öffentlichkeit frage mit Recht, so schreibt er, was eigentlich der Sinn dieser Kämpfe sei, da man doch überhaupt nicht vorwärtskomme. Er könne hierauf antworten, die Deutschen hätten einige der besten Truppen an der normannischen Front. Sie besäßen die ausgezeichnetsten „Panther“- und „Tiger“- Panzer und noch schwerere Waffen.

Wie Reuters am Donnerstag meldete, ist der US-Generalleutnant Lesley J. McNair in der Normandie gefallen. Er war bis vor kurzer Zeit Oberkommandierender der US-Bodenstreitkräfte. Der US-Generalstabschef Marshal nannte ihn einmal „Das Hirn der Armee.“

Die Ankunft einer sowjetischen Militärkommission an der Normandiefront, die aus London gemeldet wird, bedeutet nach Ansicht unterrichteter Kreise, daß die Sowjets sich persönlich von dem Stand der Operationen an der Normandiefront zu überzeugen suchen. In Moskau ist man mit dem bisherigen Verlauf der Invasion in keiner Weise zufrieden. Man erklärt, die Fortschritte der alliierten Truppen seien enttäuschend. Man habe etwas ganz anderes erwartet. In Moskau wurde angedeutet, die britische Generalität scheue offenbar allzu große Blutopfer und suche einen „billigen Sieg“ davonzutragen. Diese Taktik stehe aber in keinem Verhältnis zu den ungeheuerlichen Opfern an Menschen und Material, die die Sowjets erlitten. Moskau drängt auf Beschleunigung der Operationen unter rücksichtslosem Einsatz der zur Verfügung stehenden Truppenbestände der Engländer und Amerikaner.