America at war! (1941–) – Part 3

Völkischer Beobachter (July 20, 1944)

Im Feuer der Normandieschlacht –
Der deutsche Grenadier hält stand

Lissabon, 19. Juli –
Der dem alliierten Hauptquartier zugeteilte Kriegskorrespondent Morelly kabelt der New York Times seine Eindrücke von der Schlacht um Saint-Lô. Die Terrainschwierigkeiten seien fast unüberwindlich und erlaubten den deutschen Truppen eine vorzügliche Tarnung. Die deutschen Truppen verteidigten verbissen ihre gut angelegten Stellungen, die von der nordamerikanischen Artillerie vergeblich beschossen würden.

Das Vorgehen der nordamerikanischen Truppen werde durch heftiges, anhaltendes Artilleriefeuer der Deutschen außerordentlich erschwert. Das Vorfeld von Saint-Lô sei mit verbrannten Fahrzeugen und gefallenen Soldaten übersät.

Die deutschen Gegenangriffe würden mit großer Überlegenheit geführt, so daß im Kampf um die Stadt von alliierter Seite noch viele Blutopfer gebracht werden müßten.

Unter der Überschrift „Amerikaner mußten den Preis zahlen“ berichtet der östlich von Saint-Lô stehende Daily-Express-Kriegskorrespondent Paul Holt. Warum, so fragt er, seien diese Kämpfe so schwer und langwierig? Es sei ein „Dschungelkrieg im Garten Eden.“ Hier koste es die Amerikaner einen Tag und mehr heftigster Kämpfe, um nur einen Obstgarten zu besetzen. Der Grund liege darin, daß die Deutschen nicht nur mit großer Geschicklichkeit, sondern auch mit hervorragendem Mut kämpften. Sie hätten überall die Höhen besetzt und hielten mit ihren Geschützen die Amerikaner nieder. In den Obstgärten und den die Landstraßen säumenden Knicks säßen deutsche Fallschirmjäger in schwer einzunehmenden „Fuchslöchern.“ Nur mit wahrem Todesmut könne man an sie heran. Tanks spielten überhaupt keine Rolle. Holt berichtet abschließend, er habe mit einem amerikanischen General gesprochen, der seine Feststellungen in dem Satz zusammenfasste: „Wir haben tatsächlich den von den Deutschen geforderten Preis bisher immer bezahlen müssen.“


Feind bewundert HJ-Freiwillige

Von unserer Stockholmer Schriftleitung

ka. Stockholm, 19. Juli –
Der Kriegskorrespondent der Zeitung Star kommt nicht darum herum, den Freiwilligen der Hitler-Jugend, die an der normannischen Front kämpfen, ein hohes Lob zu zollen. Diese Jungen, so heißt es in seinem Bericht, den die schwedische Zeitung Dagens Nyheter wiedergibt, seien keineswegs zu verachtende Gegner. Sie seien in dem Glauben an Hitler und sein Regiment erzogen und bereit, dafür zu sterben, wenn es notwendig sei. Sie würden lieber mit dem Gewehr oder mit dem Maschinengewehr in den Händen sterben, als sich von den Engländern gefangen nehmen lassen.

Der englische Kriegskorrespondent unterlässt freilich nicht den Versuch, die heroische Haltung der jungen deutschen Soldaten herabzusetzen, indem er sie dadurch zu erklären sucht, daß man ihnen von Kindheit an beigebracht habe, die Engländer quälten und erschossen ihre Gefangenen. Man möchte also gerne wenigstens dem englischen Volk gegenüber an die Stelle der äußersten Hingabe und Kampfbereitschaft den Mut der Verzweiflung gesetzt sehen. Dem widersprechen jedoch die immer neuen Feststellungen über die Kampfkraft dieser jungen Freiwilligen. Sie seien alle Fanatiker, erklärte ein kanadischer Unteroffizier, sie schlügen sich mit fanatischer Verachtung ihres Lebens und wenn sie in Gefangenschaft gerieten, seien sie trotzig oder todunglücklich über ihr Missgeschick.

Die Genfer Zeitung La Suisse würdigt die Leistungen der deutschen Kriegsberichter. Ihre Arbeit falle besonders durch ihren „wuchtigen Realismus“ auf. Die deutschen Kriegsberichter brauchten vom Kriege kein „frischfröhliches Bild“ zu geben und auch nicht die Gegner zu verachten. Sich an die deutschen Soldaten selbst wendend, scheuten sie sich nicht, die Wahrheit zu sagen, was auch den unbestreitbaren Erfolg ihrer Berichte in der neutralen Presse erkläre. Die PK-Männer würden überall an den Brennpunkten der Kämpfe eingesetzt und mehrere in der ganzen Welt bekannte Journalisten des Reiches seien, die Waffe in der Hand, gefallen.


Invasion verschlechtert britische Versorgungslage

Genf, 19. Juli –
Neutrale Korrespondenten berichten, daß die Invasion die Versorgungslage der englischen Zivilbevölkerung auf die Dauer stark beeinflussen und ernste Rückwirkungen in Großbritannien haben müsse. Weitere Konsumeinschränkungen und eine Verschärfung der englischen Rationierung würden zwangsläufig folgen. Auch die für die Produktion notwendige Wareneinfuhr werde durch den Ausfall der riesigen Tonnagemengen, die für die Invasionsfront benötigt würden, bedeutend zurückgehen. Desgleichen habe das Transportwesen erheblich gesteigerten Ansprüchen zu genügen. Die britische Kohlenproduktion, die um 4 bis 5 Millionen Tonnen gesteigert werden müsse, wenn die Bedürfnisse der Wehrmacht, der Rüstungsindustrie und des notwendigsten zivilen Bedarfs einigermaßen gedeckt werden sollen, sei aber nach wie vor rückläufig. Infolgedessen sei mit neuen, sehr einschneidenden Rationierungsmaßnahmen bei der Versorgung der Zivilbevölkerung zu rechnen.