America at war! (1941–) – Part 3

Die Schlappe der Aggressoren vor Höhe 112

Berlin, 18. Juli –
In der Normandie wurde am Montag in den gleichen Abschnitten wie am Vortage mit wachsender Erbitterung weitergekämpft.

Im Raum südwestlich Caen hatten unsere Truppen mehrere starke Gegenangriffe geführt und dabei den vorübergehend in die Trümmer der Ortschaft Noyers eingedrungenen Feind wieder zurückgeworfen. Nur auf dem Bahnhof vermochten sich die Briten noch einige Stunden zu halten, bis sie auch hier im Nahkampf zurückgetrieben wurden. Auch an den anderen Abschnitten kämpften sich unsere Panzergrenadiere vor. In Vendes vernichteten sie vorgeprellte feindliche Kräfte, und östlich Bougy zwangen sie den Gegner zu Boden. Damit waren dem Gegner seine am Sonntag mit hohen Verlusten erkauften geringfügigen Vorteile am Westrand seines Frontvorsprungs am Odonbach wieder entrissen.

In der Nacht zum Montag und den ganzen Tag über wiederholten die Briten ihre Angriffe nach Westen und Südwesten. Aber auch unsere Truppen setzten ihre Gegenstöße von Süden her fort. Sie warfen den Feind aus Esquay hinaus und vertieften nordwestlich davon wieder das Niemandsland an der seit Tagen heißumkämpften Höhe 112. Hierbei wurde erst in vollem Umfang die Schwere der Schlappe erkannt, die der Gegner in der vorausgegangenen Nacht erlitt, als er hier im reflektierten Licht der von zahlreichen Scheinwerfern angestrahlten tiefhängenden Wolken mit Flammenwerfern, Panzern und Infanterie vergeblich angriff. Der Nordhang der Höhe war mit zerschossenen Panzern und Hunderten von Gefallenen bedeckt, die von dem mörderischen Abwehrfeuer erfaßt worden waren. Auf Grund ihrer schweren Verluste setzten die Briten an dieser Stelle ihren Angriff nicht fort. Sie versuchten stattdessen, etwas weiter westlich aus den Wäldern am Odon, zwischen Gavrus und Bougy, nach Süden vorzudringen. Schweres Artilleriefeuer und Panzer unterstützten den Vorstoß. Aber auch dieser Anlauf kam rasch zum Erliegen. Den weiteren Angriffen des Gegners zwischen Bougy und Vendes blieb ebenfalls der Erfolg versagt.

Im Süden der Cotentin-Halbinsel setzten die Nordamerikaner nach Zuführung frischer Kräfte ihre Angriffe ebenfalls an den gleichen Stellen wie am Vortage fort. Die Hauptstöße waren von Osten, Nordosten und Norden gegen Saint-Lô angesetzt, in deren Verlauf sich der Feind der Stadt etwas weiter näherte. Der Gewinn dieses schmalen Geländestreifens kostete die Nordamerikaner jedoch erhebliche Verluste. Am Dörfchen Martinville mußten sie nicht weniger als fünfzehnmal angreifen. Aber dennoch konnten sie die Hügel hart westlich des Ortes nicht mehr überschreiten. Im Abschnitt zwischen Vire und Taute drückte der Feind mit starken Kräften bei Pont-Hébert und südwestlich Les Camps de Losque gegen die Straße Saint-Lô–Perriers. Energische eigene Gegenangriffe sind hier im Gange.