Schwere Panzerkämpfe im Raum Caen-Bayeux –
Kämpfe in der Normandie nehmen an Heftigkeit zu
dnb. Aus dem Führer-Hauptquartier, 10. Juni –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Kämpfe im feindlichen Brückenkopf der Normandie nehmen durch die von beiden Seiten zugeführten neuen Kräfte immer mehr an Heftigkeit zu. Ein Versuch des Feindes, dicht südlich der Seinemündung bei Trouville zu landen, scheiterte im Feuer unserer Küstenbatterien unter starken Verlusten für den Feind. Ein Kriegsschiff wurde versenkt, die übrigen zum Abdrehen gezwungen.
Unsere Säuberungskämpfe auf dem Ostufer der Orne schreiten gut voran. Feindliche Gegenangriffe gegen Touffreville scheiterten.
Im Raum Caen-Bayeux halten schwere Panzerkämpfe an. Es gelang dem Feind dort nach erbittertem Ringen, unsere Sicherungslinien, hinter denen unsere Reserven aufmarschieren, zurückzudrängen.
Auf der Halbinsel Cherbourg wird erbittert gekämpft. Unsere Truppen schlagen sich gegen starke feindliche Kräfte und gegen eine überlegene Luftwaffe hervorragend. An der gesamten Front halten sich viele vom Feind eingeschlossene Widerstandsnester und Stützpunkte in hartnäckigen Kämpfen. In den ersten drei Tagen wurden über 200 feindliche Panzer abgeschossen und mehrere tausend Gefangene eingebracht. Darüber hinaus hatte der Feind, besonders seine Luftlandetruppen, schwerste blutige Verluste.
Deutsche Seestreitkräfte und Kampfflieger fügten auch gestern der feindlichen Landungsflotte schwere Verluste zu. Im Westausgang des Kanals stießen leichte Seestreitkräfte mit einem überlegenen feindlichen Kreuzer- und Zerstörerverband zusammen. Im Verlauf des mehrstündigen harten Gefechts wurden ein feindlicher Kreuzer und ein Zerstörer durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Ein eigener Zerstörer ging verloren.
Bei Gefechten unserer Sicherungsstreitkräfte mit feindlichen Schnellbooten vor den Landestellen und im Kanal wurden mehrere feindliche Boote beschädigt. Drei unserer Vorpostenboote gingen verloren.
Seit dem 6. Juni wurden durch Kriegsmarine und Luftwaffe sowie durch Küstenbatterien der Kriegsmarine und des Heeres 2 Kreuzer, 3 Zerstörer, 6 Transportschiffe mit 38.000 BRT, 5 Panzerwagenlandungsschiffe mit zusammen 15.700 BRT und 7 Panzerwagenlandungsboote mit 2600 BRT versenkt.
Durch Torpedo-, Bomben- und Artillerietreffer wurden beschädigt 1 schwerer Kreuzer, 3 weitere Kreuzer, 6 Zerstörer, 5 Schnellboote, 8 Transporter mit 41.000 BRT und 14 Landungsspezialschiffe. Außerdem wurden zahlreiche kleinere Landungsfahrzeuge und Sturmboote versenkt oder beschädigt.
Viele feindliche Kriegs- und Landungsschiffe sind auf unsere Minensperren gelaufen. Die hiebei eingetretenen Verluste des Feindes betragen mindestens zwanzig größere und mittlere Einheiten, hinzu kommen zahlreiche kleine Landungsfahrzeuge.
In Italien lag der Schwerpunkt der Kämpfe auch gestern wieder im Frontabschnitt westlich des Tiber. Der Gegner griff hier unsere Nachtruppen mit starken Panzerkräften an und drang nach heftigen Kämpfen in Viterbo ein.
Östlich des Tiber folgt der Feind unseren Absetzbewegungen in den Sabinerbergen und auf die Südhänge des Gran Sasso, aufgehalten durch Nachtruppen und zahlreiche Straßenzerstörungen, auch weiterhin nur zögernd.
In den schweren Abwehrkämpfen der letzten Tage haben sich eine Kampfgruppe der deutschen 4. Fallschirmjägerdivision unter Führung des Majors Gericke, wirksam unterstützt durch Sturmpanzer der Sturmpanzerabteilung 216, sowie Teile des italienisch-republikanisch-faschistischen Fallschirmjägerregiments „Folgore“ und italienische Flakkanoniere in deutschen Flakbatterien besonders ausgezeichnet.
Schwere Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 10. Juni Schiffsansammlungen vor Nettuno an und beschädigten dabei sechs feindliche Schiffe.
Aus dem Osten werden außer örtlichen Kämpfen im Raum nördlich Jassy und im Karpatenvorland keine besonderen Ereignisse gemeldet.
Im rückwärtigen Gebiet des Nordabschnitts wurde ein Bandenunternehmen durch Sicherungstruppen des Heeres und lettische Polizeiverbände in siebentägigen Kämpfen unter schwierigen Geländeverhältnissen erfolgreich abgeschlossen. Starke Bandenkräfte wurden zerschlagen und dem Feind hohe blutige Verluste zugefügt. Außerdem verloren die Bolschewisten 850 Gefangene und zahlreiche Waffen aller Art.
Nordamerikanische Bomber führten in den Vormittagsstunden des 9. Juni einen Terrorangriff gegen die Stadt München. Luftverteidigungskräfte schossen 35 feindliche Flugzeuge ab.
Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin.