America at war! (1941–) – Part 3

Nördlich Caen 35 Britenpanzer abgeschossen –
Torpedoboote führten den ersten Abwehrschlag

Berlin, 6. Juni –
Der durch wochenlange Bombardierungen von Befestigungen und Verkehrswegen angekündigte Angriff der Briten und Nordamerikaner auf die nordfranzösische Küste hat in den ersten Morgenstunden des 6. Juni begonnen. Kurz nach Mitternacht wurden bei Trouville, bei Caen und an der Nordostküste der normannischen Halbinsel zahlreiche Fallschirmspringer und Lastensegler beobachtet. Gleichzeitig erfolgten heftige Luftangriffe auf die wichtigsten Küstenplätze zwischen Cherbourg und Le Havre sowie im Abschnitt Calais-Dünkirchen. Die sofort alarmierte Küstenverteidigung nahm die Fallschirmjäger schon beim Landen unter Feuer und rieb in Gegenstößen starke Teile der sich laufend noch weiter verstärkenden Luftlandetruppen auf.

Andere Gruppen wurden durch hochgehende Minen vernichtet. Während dieser für den Gegner äußerst verlustreichen Kämpfe schoben sich zahlreiche Landungsboote an die Küste zwischen Orne- und Viremündung. Beim Hellwerden wurde ein starker feindlicher Flottenverband im Seegebiet westlich Le Havre erkannt. An den beiden Flügeln durch Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer geschützt, sammelten sich im Inneren der Seinebucht zahlreiche Landungsfahrzeuge aller Art und Größe. Deutsche Torpedoboote griffen diese Schiffsansammlungen entschlossen an. Bei ihrer Annäherung versuchten die feindlichen Streitkräfte, sich durch Einnebeln der Sicht zu entziehen. Fliegerstaffeln halfen ihnen dabei und legten im Tiefflug dicke Nebelbänke rings um die Schiffe. Dennoch schossen unsere Boote ihre Torpedos und ihre gesamte Artilleriemunition mitten zwischen die dichtgedrängt liegenden Fahrzeuge und erzielten gute Treffer. Dann kehrten sie zur Munitionsergänzung vollzählig zu ihrem Stützpunkt zurück.

An anderen Stellen der Seinebucht stellten Vorpostenboote den Gegner ebenfalls erfolgreich zum Kampf. Im Sperrfeuer der Küstenbatterien sanken weitere Fahrzeuge, darunter ein größeres Kriegsschiff. Die feindliche Schiffsartillerie erwiderte das Feuer und beschoß mit Spreng-, Rauch- und Nebelgranaten die Verteidigungswerke. Die Granaten wie die fortgesetzt über den Bunkern abgeladenen Bomben blieben ohne Wirkung. Inzwischen ging der Kampf gegen die im Raum von Caen abgesetzten britischen, Luftlandetruppen und gegen die bei Carentan abgesetzten nordamerikanischen Verbände weiter. Zahlreiche Gefangene fielen dabei in diesen ersten Stunden bereits in unsere Hand. Zur Ablenkung der Abwehr warfen britische Flugzeuge östlich der Orne lebensgroße, mit Sprengladungen versehene Puppen ab. Das Täuschungsmanöver wurde rechtzeitig erkannt, über die Kampfzone hinweg flogen ununterbrochen feindliche Fluggeschwader ein und bombardierten die Küstenwerke sowie die Bahn- und Straßenknotenpunkte im Raum zwischen Le Havre und Cherbourg. Aber ebenso pausenlos rollten die Salven der Batterien unseres Atlantikwalls und der Geschütze der Eingreifdivisionen.

Schon bald nach Beginn des Unternehmens war zu erkennen, daß die Briten und Nordamerikaner ihren Hauptstoß zunächst gegen die Räume Caen, Carentan und Cherbourg richteten. Unter dem Schutz massierter Bombenwürfe und dem schweren Feuer der Schiffsartillerie führte der Feind seinen an der Mündung sowie am Ostrand der normannischen Halbinsel aus der Luft und von der See her gelandeten Kräften laufend Verstärkungen und an einigen Stellen auch Panzer zu. Hiezu kamen aber auch dann die deutschen Gegenschläge.

Beiderseits Cherbourg waren die feindlichen Luftlandetruppen bereits zerschlagen, bevor sie sich noch zum Kampf formieren konnten. Hohe blutige Verluste hatte der Gegner vor allem im Raum von Caen, wo die Briten große Mengen von Sturmbooten einsetzten und die vernebelte Steilküste mit Hilfe von Enterleitern zu überwinden versuchten. Durch die Vorstrandsperren und das Abwehrfeuer wurden zahlreiche Boote vernichtet, und nur unter schweren Verlusten konnte der Feind einen Teil seiner Panzer an Land bringen. Im Gegenstoß waren hier bis zum Mittag auf schmalem Raum bereits 35 feindliche Panzer vernichtet.

Im ganzen Küstenabschnitt zwischen Cherbourg und Le Havre sind die Kämpfe in vollem Gange. Weitere Teiloperationen des Feindes richteten sich gegen die Kanalinseln Jersey und Guernsey. Neue starke Schiffs verbände näherten sich im Laufe des Vormittags auch der Küste zwischen Calais und Dünkirchen. Der große Waffengang an der nordfranzösischen Küste hat begonnen. Er fand die deutschen Truppen überall bereit.