Völkischer Beobachter (November 24, 1943)
Neuer Schlag für die USA bei den Gilbertinseln –
Flugzeugträger und ein Zerstörer versenkt
dnb. Tokio, 23. November –
Auch bei der Landung starker nordamerikanischer Marineeinheiten auf den Gilbertinseln Makin und Tarawa, die – wie wir bereits berichtet haben – das Kaiserliche Hauptquartier am Montag bekanntgab, konnte die japanische Marineluftwaffe dem Feind empfindliche Schläge versetzen. Bei diesem Unternehmen sind bis jetzt ein mittelgroßer Flugzeugträger und ein Zerstörer versenkt worden. Weiter wurden zwei große Flugzeugträger beschädigt, einer davon so schwer, daß anzunehmen ist, daß er inzwischen gesunken ist. Ein mittelgroßer Flugzeugträger wurde gleichfalls schwer beschädigt, so daß mit seinem Untergang gerechnet werden kann. Ein Schlachtschiff oder schwerer Kreuzer und ein Transporter wurden beschädigt und in Brand geworfen.
Die feindliche Luftwaffe verlor in diesen Kämpfen 36 Maschinen, während von der japanischen Landarmee weitere 89 Feindflugzeuge abgeschossen wurden. Die japanischen Verluste belaufen sich auf 15 Flugzeuge.
Der Versuch der Amerikaner, durch die Landungen im Gebiet der Gilbertinseln den niederschmetternden Eindruck der fünf Niederlagen bei Bougainville zu verwischen, ist also nicht von Erfolg gewesen.
Wie diese japanische Sondermeldung zeigt, ist den Amerikanern auch ihre Landung auf den Gilbertinseln, die als strategischer und propagandistisch-politischer Ablenkungsversuch nach den schweren Niederlagen bei Bougainville unternommen wurde, teuer zu stehen gekommen. Wieder haben sie einen Flugzeugträger mittlerer Größe verloren und wahrscheinlich noch zwei weitere, darunter einen großen. Angesichts dieser neuen schweren Schiffs- und Flugzeugverluste wird sich für das amerikanische Oberkommando die Frage erheben, ob der Diversionsversuch mit diesem neuen Aderlaß für die amerikanischen Seestreitkräfte im Südpazifik nicht zu teuer bezahlt worden ist und der Versuch einer propagandistischen Ablenkung nicht im Gegenteil zu einer neuen Beunruhigung der amerikanischen Öffentlichkeit führen muß.
Die Gilbertinseln, deren größte, Tarawa und Makin, 40 beziehungsweise 30 Quadratkilometer umfassen, liegen am Weg von Hawai nach Australien. Für die Japaner bedeuten sie eine Flankensicherung ihrer Stellungen auf den Salomonen. Die Amerikaner hofften offenbar, durch diese Aktionen eine Zersplitterung der japanischen Streitkräfte zu erreichen, sie wurden dabei selber zersplittert und werden sich wohl keinen Illusionen darüber hingeben, welch hohen Preis sie für diese neue Art des „Inselspringens“ bezahlen müssen.