Härteste Kämpfe stehen auf Sizilien bevor –
Italiener fürchten die Feuerprobe nicht
Eigener Bericht des „Völkischen Beobachters“
al. Rom, 14. Juli –
Gefangene, die in Sizilien von den deutsch-italienischen Truppen gemacht wurden, haben ihr Erstaunen darüber zum Ausdruck gebracht, daß sie von der Bevölkerung nicht mit ebenso offenen Armen empfangen wurden, wie sie es in gewissen, vorwiegend von Juden bewohnten Gebieten Französisch-Nordafrikas gewohnt waren.
Noch am Samstagvormittag hatte der amerikanische Rundfunk die Stirn, Aufrufe in italienischer Sprache an die Sizilianer zu richten, in denen diese aufgefordert wurden, einem Vormarsch der feindlichen Streitkräfte keinen Widerstand in den Weg zu legen, sondern vielmehr die italienischen Behörden in ihren Abwehrbemühungen durch aktiven Widerstand zu behindern. Die Gefangenenaussagen beweisen, daß es in England und Amerika Leute gibt, die tatsächlich glauben, was ihre Agitatoren in Rundfunk und Presse ihnen vorlügen. Das ist das Interessanteste an ihnen.
Über die Härte der in Sizilien zu erwartenden Kämpfe gibt sich hier übrigens niemand einer Täuschung hin. Gayda im Journale d’Italia schreibt:
Härteste Kämpfe und wechselndes Kriegsglück erwartet die Italiener, die Achsenstreitkräfte und mit ihnen auch den Feind in dieser Schlacht um Sizilien, die das imperialistische Machtstreben Englands im Mittelmeer deutlicher beweist, als sie einen wirklichen Dienst zur Entlastung der Ostfront darstellt. Die Sizilianer und mit ihnen alle Italiener fürchten die Feuerprobe nicht. Sie sind zum entscheidenden Widerstand entschlossen und werden ihr Gebiet Zoll für Zoll verteidigen in der Gewißheit, durch ihr Opfer einen Beitrag zur Erhebung ihres Volkes zu leisten und von ihren Verbündeten verstanden und unterstützt zu werden.
Die Enna-Stellung
Popolo di Roma enthält folgende Angaben über den Verlauf des feindlichen Unternehmens:
Die Landung ist in zwei Abschnitten erfolgt: im Süden zwischen Licata und Gela, wo die amerikanischen Kräfte zu stehen scheinen, im Südosten zwischen Pachino, Syrakus und Augusta, wo englisch-kanadische Streitkräfte gelandet zu sein scheinen. Es ist unwahrscheinlich, daß, falls es den gelandeten Truppen gelingen sollte, sich auf dem Küstenstreifen zu behaupten, noch eine andere Landung im westlichen Teil Siziliens erfolgen würde, die von Tunis oder von Pantelleria zu starten wäre.
Über die Verteidigungsmöglichkeit Siziliens äußert sich das römische Blatt folgendermaßen:
Der strategische Mittelpunkt Siziliens ist seit den Kämpfen der Araber immer Enna gewesen, da man von dieser zentral gelegenen starken Stellung aus leicht sowohl nach Osten in Richtung auf Catania als auch nach Süden Licata und Agrigent sowie gegen Norden auf Termini operieren kann. Als man in den ersten Jahrzehnten der Bildung des Königreiches Italien einen Krieg mit Frankreich und eine französische Invasion befürchtete, war in der Tat die Enna-Stellung sorgfältig studiert worden, um aus ihr den Mittelpunkt der Verteidigung zu machen. Statt der französischen Invasion ist heute die englisch-amerikanische gekommen. Aber das Gelände der Insel ist immer das gleiche geblieben.