Völkischer Beobachter (November 15, 1942)
Neuer Seesieg der Japaner bei Guadalcanar –
Sechs USA.-Kriegsschiffe vernichtet
dnb. Tokio, 14. November –
Das japanische Hauptquartier gibt folgende Mitteilung über eine neue Seeschlacht bei der Insel Guadalcanar: Am 12. November hat die Schlacht angefangen und dauert jetzt noch an. Japanische Marineflieger versenkten einen feindlichen Kreuzer neueren Typs. Ein weiterer Kreuzer der B-Klasse und drei Transportschiffe würden in Brand gesetzt und 90Flugzeuge abgeschossen. In einem weiteren an5chließenden Nachtangriff japanischer Marineeinheiten wurden weitere Erfolge erzielt: Zwei Kreuzer neueren Typs versenkt, zwei weitere große Kreuzer versenkt, ein Zerstörer versenkt; zwei Kreuzer, drei Zerstörer schwer beschädigt. Japanische Verluste: ein Schlachtschiff schwer beschädigt, zwei Zerstörer gesunken, mehr als zehn Flugzeuge nicht zurückgekehrt. Mit diesen Erfolgen ist beinahe die Hälfte der feindlichen Flotte vor der Insel Guadalcanar vernichtet.
Seitdem es den Japanern gelungen ist am 8. November die USA.-Truppen auf der Insel Guadalcanar auf engstem Raum zusammenzudrängen und von der Land- und Seeseite her und aus der Luft unter stärkstes Feuer zu nehmen, hat sich, wie die heutige Meldung des japanischen Hauptquartiers berichtet, aus diesen Kämpfen seit dem 12. November eine neue Seeschlacht entwickelt, die allein nach den bisherigen Versenkungsergebnissen zu urteilen, auf beiden Seiten mit größtem Einsatz durchgekämpft wird.
An der Seeschlacht im Südpazifik, die mit der Vernichtung eines USA.-Schlachtschiffes, von vier Flugzeugträgern und weitere wertvolle Einheiten der nordamerikanischen Kriegsmarine endete, waren zum erstenmal seit Ausbruch des Pazifikkrieges japanische Schlachtschiffe in Aktion getreten. Auch an der neuen Seeschlacht bei Guadalcanar haben sie teilgenommen. Das japanische Hauptquartier, das wiederum große Erfolge melden kann – es wurden bisher fünf USA.-Kreuzer und ein Zerstörer versenkt – hat sofort auch die japanischen Verluste bekanntgegeben, während Washington sich nach gewohnter Manier um das Eingeständnis der amerikanischen Verluste drückt.
Da nahezu die Hälfte des USA.-Geschwaders von den Japanern bereits als vernichtet gemeldet werden konnte, obwohl die Kämpfe noch andauern, dürfte der Versuch der amerikanischen Flotte, unter Einsatz großer und vor allem wertvoller neuer Einheiten den auf Guadalcanar schwer bedrängten Truppen zu Hilfe zu kommen, auf eine für Roosevelt sehr kostspielige Weise fehlgeschlagen sein.
Das amerikanische Marineministerium gab am Freitag bekannt, daß der Kreuzer San Franzisko und der Zerstörer Buchanan während eines zehnstündigen japanischen Bombenangriffes bei Guadalcanar beschädigt wurden. Das amerikanische Kanonenboot Erie wurde im Karibischen Meer durch einen U-Boot-Treffer beschädigt und außerhalb der Küste von Curacao auf Grund gesetzt.
Störflüge über Burma vereitelt
Oberst Nakao Yahagi, ein Sprecher des Heeres im Kaiserlichen Hauptquartier, erklärte auf der Konferenz der Gouverneure, daß japanische Luftangriffe in der zweiten Oktoberhälfte auf die feindlichen Luftstützpunkte Tinsukia in Assam und Chittagong in Bengalen, bei denen mehr als 50 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden, die Versuche des Feindes, durch einen Guerillakrieg aus der Luft die Ruhe und Ordnung in dem unter japanischer Militärverwaltung stehenden Burma zu stören, vollkommen vereitelt haben. Er erinnerte daran, daß feindliche Luftstreitkräfte von Stützpunkten in Ostindien und der Provinz Jünnan aus eine Reihe von Angriffen auf Burma versuchten, daß aber die feindlichen Flugzeuge vertrieben wurden, ehe sie irgend welche Ergebnisse erzielt hatten.
Erfolge in Schantung
Nach einer Meldung des Oberkommandos der japanischen Expeditionsarmee in China haben die Japaner allein in der letzten Woche 3000 Mann der feindlichen Armee in der Schantungprovinz vernichtet.
Wie Dōmei ergänzend berichtet, haben japanische Verbände in der Zeit vom 27. Oktober bis 7. November bei Säuberungsaktionen in der Provinz Schantung 1024 chinesische Kommunisten vernichtet und 1900 Mann gefangengenommen. An Beute wurden eingebracht 1026 Gewehre und 2414 Handgranaten sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial.

