Völkischer Beobachter (January 4, 1942)
USA-Prestige durch Japans Waffensiege erschüttert
Bomben und Kanonen gegen Yankee-Prahlereien
Eigener Bericht des „Völkischen Beobachters“
vb. Wien, 3. Januar
Die Einnahme von Manila und damit der militärische Zusammenbruch der entscheidenden Angriffsposition der Vereinigten Staaten im Westpazifik hat zugleich auch dem nordamerikanischen Prestige in der ganzen Welt einen schweren Schlag versetzt. Welch ein Gegensatz zwischen den vorausgegangenen zahlreichen amerikanischen Prahlereien und den großartigen stillen Taten der Japaner! Nach 26 Tagen Krieg haben sie bereits Roosevelt jede ernsthafte Angriffsmöglichkeit gegen den ostasiatischen Raum aus der Hand gewunden und die angelsächsischen Nationen beide dort in die schwerste Bedrängnis gebracht. Die Japaner haben den aufgeblasenen Voraussagen der Yankees das beherrschte Schweigen bewährten Soldaten entgegengesetzt. Ihre Antwort ist die Tat. In Pearl Harbour haben sie das Gros der amerikanischen Pazifikflotte zerschmettert, haben die wichtigsten Stützpunkte Guam und Wake erobert und haben mit der Eroberung Manilas und der Philippinen diesem heroischen Säuberungswerk die Krone aufgesetzt. Wenn freilich Worte töten könnten, dann wären die Anglojuden beiderseits des Atlantiks längst unbestrittene Sieger.
Lassen wir einige Propheten sprechen, die den Ablauf eines Pazifikkrieges ganz genau zu schildern wußten. Da schrieb zunächst am 6. Oktober 1940 Oberst F. Palmer in der „New York Times“:
„Laßt sie nur kommen! Wir werden sie schon unterwegs vernichten, oder sollten sie irgendwo zu landen versuchen, kurze Arbeit mit ihnen machen.“
Das gleiche Blatt, das für sich in Anspruch nimmt, zu einem besonders einflußreichen und urteilsfähigen Leserkreis zu sprechen, schrieb am 20. Februar 1941:
„Die USA verfügen im Pazifik über eine mächtige Flotte, welche den Japanern das ungewöhnliche Risiko eines etwaigen Schlages gegen Singapur zum Bewußtsein bringen sollte… Im gleichen Augenblick, in dem Japan versuchen sollte, sich Singapurs zu bemächtigen, würden die USA zu einem tödlichen Schlag gegen Japans Finanz, Industrie und Handel ausholen.“
Für den Senator Bankhead war alles denkbar einfach. Er erklärte am 9. März im Rundfunk:
„Die USA sind durchaus bereit, die gesamte japanische Flotte zu versenken, sobald Japan auch nur einen einzigen offenen feindseligen Akt gegen die USA unternehmen sollte!“
Noch deutlicher sprach sich Roosevelts Alarmtrompete, der Senator Pepper, aus, der am 6. Mai meinte:
„Die USA sollten auch Punkte im Fernen Osten besetzen, um die japanische Flotte im eigenen Hinterhof einzuschließen. Nur wenige Piloten in wenigen erstklassigen amerikanischen Bombenflugzeugen würden genügen, um Tokio in einen Trümmerhaufen zu verwandeln.“
Der Washingtoner Korrespondent der „New York Times“ pries zur gleichen Zeit den Wert der Philippinen als Angriffsbasis für Luftangriffe. Daß der amerikanische Aufmarsch im pazifischen Kampfraum im vollen Gange war, bestätigte am 8. August, also während des Atlantiktreffens Roosevelts mit Churchill, die Zeitschrift „United States News“ des Juden David Lawrence.
Das Ende der Hundertprozentigen‘
Die gleiche Zeitschrift prahlte am 24. Oktober:
„Die ‚amerikanischen Streitkräfte auf den Philippinen sind hundertprozentig auf den Krieg vorbereitet und werden ständig verstärkt. Die Flotte im Pazifik ist zu blitzartigem Handeln bereit. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den englischen und holländischen Streitkräften im Südpazifik. Die amerikanische Regierung wird die Plotte als eine internationale Polizeimacht benutzen, um die Seewege der Welt zu kontrollieren. Ein Krieg droht nur, wenn man diesen Polizisten des Meeres Widerstand entgegensetzt.“
Über die künftige Rolle der USA-Flotte hatte sich Roosevelts Marineminister Oberst Knox am 1. Oktober sehr zuversichtlich geäußert und behauptet:
„Die Weit hofft, daß die Seemacht, wenigstens in den nächsten 100 Jahren, in den Händen jener beiden großen Nationen bleibt, die jetzt diese Macht besitzen, nämlich die Vereinigten Staaten und Großbritannien…“
Admiral Stirling wußte sogar am 15. Oktober mit einem Erfolgstermin aufzuwarten:
Die USA würden genau 90 Tage benötigen, um Japan militärisch zu schlagen. Ihre Kriegsmarine befände sich schon praktisch im Kriegszustand.
Der Vorsitzende des Militärausschusses des Repräsentantenhauses, Andres J. May, war so kühn, am 3. Dezember vorauszusagen:
„Wir werden die Japaner zu Lande vertreiben und von den Meeren verjagen.“
Den Gipfel der prahlerischen Drohungen, die man während der letzten Verhandlungen mit Kurusu zum besten gab, erreichte am 24. November die „New York Daily News“:
„Wir müssen der Militärherrschaft Japans den Todesstoß versetzen, selbst wenn dies einen Zweifrontenkrieg bedeuten würde. Japan kann innerhalb von 30 bis 90 Tagen geschlagen werden.“
Jetzt sind die kleinlaut
Auf die lauten Prahlereien folgten eindeutige und schnelle Niederlagen. Alles verlief ganz anders, als es sich die geschwätzigen Wortführer der amerikanischen und englischen Öffentlichkeit in ihren Phantasiegemälden ausgemalt hatten. Heute sprechen sie nur noch von „Verteidigung“, nehmen Australien und Neuseeland als bedroht an, rufen verzweifelt nach der Flotte der USA und müssen zähneknirschend berechnen, daß an die Japaner die fast absolute Herrschaft über jene kriegswichtigen Rohstoffe übergeht, welche die USA besonders dringend brauchen: Gummi und Zinn, daß Japan auch als Frucht seiner Siege Verfügung über reiche Ölquellen gewonnen hat. Churchill aber mußte sich schleunigst zum Befehlsempfang in Washington einstellen, und die Briten haben sich im pazifischen Raum den Yankees völlig unterzuordnen.
Und wie sieht‘s mit der „Unicorn“?
London gesteht den Verlust der „Neptune“
dnb. Stockholm, 3. Januar
Wie ein Kommuniqué der britischen Admiralität bekanntgibt, ist der britische Kreuzer „Neptune“ durch eine Mine gesunken. Einige der Besatzungsmitglieder sollen gerettet sein. Da sich anderen Berichten zufolge die Rettungsbemühungen der Briten nur auf Engländer beschränkten, sind die Neuseeländer, die auf dem „Neptune“ waren, bis auf den letzten Mann ertrunken!
Dem sehr verspäteten britischen Geständnis — der Untergang erfolgte bereits am 19. Dezember — hat offensichtlich die in Rom erfolgte Veröffentlichung der Schilderung eines Überlebenden vom „Neptune“ etwas „auf die Beine geholfen“, sonst hätte sich London wohl weiter ausgeschwiegen.
Die britische Admiralität verschweigt, wie bekannt, grundsätzlich jeden Schiffsverlust. Ausnahmen werden nur dann gemacht, wenn der Gegner in der Lage ist. Namen zu nennen und Gefangenenaussagen zu veröffentlichen. Das war bei dem Kreuzer „Neptune“ der Fall. Die Italiener hatten die Versenkung mit allgemeinen Angaben schon am 19. Dezember gemeldet. Später wurden einige Schiffbrüchige gerettet, die letzten Überlebenden einer Besatzung von 550 Mann und 200 neuseeländischen Soldaten, die sich gerade an Bord des Kreuzers befanden. Ihre Schilderungen erschienen am 2. Januar in der Italienischen Presse, und am Vormittag des 3. Januar entschloß sich daher die britische Admiralität, ausnahmsweise der Wahrheit die Ehre zu geben und den Verlust zu melden.
„Neptune“ gehörte zur „Leander“-Klasse (7200 Tonnen, 32,5 Knoten Geschwindigkeit, Bestückung: acht 15,2-Zentimeter-Geschütze, eine starke Flakartillerie), deren fünf Schiffe in den Jahren 1933 bis 1935 in Dienst gestellt wurden. Eine weitere Einheit dieses Typs wurde am 19. Dezember durch das U-Boot des Kapitänleutnants Driver vor Alexandrien versenkt. Dieser Verlust wurde dem englischen Volk selbstverständlich verschwiegen, das ja auch von der Versenkung des „Neptune“ niemals etwas erfahren hätte, wenn nicht einige Überlebende in Feindeshand geraten wären.
Über die Versenkung des Flugzeugträgers „Unicorn“ schweigt sich London gemäß seiner Taktik auch weiterhin in allen Sprachen aus, obwohl dieser Schiffsverlust nun bereits zwei Wochen zurückliegt. Aber dadurch tauchen versenkte Schiffe nicht wieder vom Meeresgrund auf. Hätten die Briten heute in Singapur tatsächlich alle diese Geisterschiffe, deren Vernichtung sie verschwiegen haben, so brauchten sie nicht nach der USA-Flotte zu schreien!
Strategische Revolution
Von Karl Neuscheler
Es ist schon vielfach dargelegt worden, daß politische Revolutionen zugleich auch meistens strategische Revolutionen im Gefolge haben. Die Französische Revolution brachte die allgemeine Wehrpflicht und damit das erste Volks- und Massenheer in Europa. Die deutsche Revolution gegen die Versailler Fesseln und die jüdische Weltversklavung ist eine totale Revolution. Die Mächte der Alten Welt versuchten sie deshalb sofort mit dem Übergewicht ihrer mit Reichtümern aller Art erfüllten Räume zu erdrücken. Als es wirtschaftlich und moralisch nicht gelang, griffen sie — als ihrer Weisheit letzter Schluß — zur Waffengewalt. So wenig sie aber das Wesen der totalen Revolution begriffen hatten, so wenig hatten sie auch eine Vorstellung davon, welch eine Revolution auf dem Gebiete der Strategie sie ins Innerste ihres Machtkerns und ihrer bisher für unerschütterlich gehaltenen strategischen Dogmen treffen sollte.
Dynamik als Potenz
Die plutokratische Welt mit ihrem reaktionären Zahlengötzentum hatte von vorneherein keinerlei Möglichkeit, sich von der Unerschöpflichkeit und Gewalt einer Revolutionsdynamik einen wirklichen Begriff zu machen. Dazu war ihre Überheblichkeit im Glauben an die Allmacht des Goldes und des materiellen Besitzes überhaupt viel zu groß. Darum waren auch unsere Feldzüge bis zum Sommerbeginn 1941 ein einziger Inbegriff von Überlegenheit, was die Kühnheit und Schnelligkeit der Entschlüsse und die Wucht und Neuartigkeit ihrer Durchführung betrifft gegenüber Gegnern, die infolge völligen Mangels an Ideen halb lediglich eine durch und durch reaktionäre Haltung einnahmen.
Als am 22. Juni 1941 durch den kühnen Entschluß des Führers, die drohende bolschewistische Gefahr zu beseitigen, die nationalsozialistische Wehrmacht gegen das sowjetische Weltrevolutionsheer antrat, da prallten wohl zum ersten Male in der Weltgeschichte überhaupt zwei totale Revolutionen auf Sein oder Nichtsein gegeneinander. Der geistig überlegenen und äußerst beweglichen nationalsozialistischen Dynamik stellte sich die monströse Dynamik des haßgesättigten Massenaberglaubens und des Mammonismus entgegen, stur, hinterhältig, grausam und vertiert. Dazu waren auch ihre Trümpfe die materielle Zahl und die Weite des Raumes. Gegen die positive Dynamik der siegstand nun die vernichtungsgierige negative Dynamik des jüdisch-bolschewistischen Weltunterjochungswillens. Gegen das konzentrierte Genie einer befreiten hohen Rasse stand die Dynamik der Gegenauslese und des Rassenmischmaschs eines vernichteten und versklavten Volkes.
Die dritte Dimension
Diese dynamische Potenz hatte sich in der totalen Revolution des Nationalsozialismus aller Lebensgebiete im Kampf ums Dasein bemächtigt. Was das bedeutet bei einer Nation wie der deutschen, das sollten die Gegner, die diesen Krieg mutwillig vom Zaune gebrochen haben, sehr bald am eigenen Leibe verspüren. Sie sahen sich mit ihrer alten Denkweise, der übrigens nur in einer radikaleren und einseitigeren Form auch der Bolschewismus angehört, einer fortwährenden Initiative in der Kriegführung gegenüber, die in der Planung und Durchführung 'so kühn und neuartig war, daß sie alle ihre Berechnungen über den Haufen warf und ihre ganze Kriegsplanung früher oder später lahmlegte.
War die Kriegführung 1914/18 noch im wesentlichen auf Land- und Seekriegführung verteilt, so war jetzt mit der Schaffung eines selbständigen dritten Wehrmachtteiles, der Luftwaffe, die nationalsozialistische Revolution gleichsam in die dritte Dimension vorgestoßen und hatte sich ihrer in einer Weise bemächtigt, die jahrzehntelang durchgeführte Flottenrüstungsprogramme mit einem Schlag in Frage stellte. Der Kampf Flugzeug gegen Kriegsschiff ist jetzt, nach der Hawaikatastrophe der USA-Flotte, wohl aller Welt sichtbar zugunsten der schnelleren, unendlich viel zahlreicheren und billigeren Luftwaffe entschieden. Diese Entscheidung war natürlich schon längst Vorher, wenn auch weniger sichtbar, gefallen zwischen der deutschen Luftwaffe und der englischen Kriegsflotte mit ihren zahlreichen versenkten oder schwer beschädigten Kriegsschiffen.
Schon seit zwei Jahren kann sich ja die einst so stolze englische Kriegsflotte nicht mehr dem europäischen Festlande nähern, sondern sie muß sich, wohlgesichert, in ihre entlegenen Schlupfwinkel verstecken, beziehungsweise den mühsamen und Verzettelten Geleitzugdienst auf gut Glück übernehmen. Wo sie sich trotzdem auch nur ungefähr in die Nähe der Landkriegsschauplätze begab, wie zum Beispiel im Mittelmeer an der afrikanischen Küste oder bei Kreta, da erlitt sie schwere und unersetzliche Verluste.
Wohl waren die großen Seemächte schon früher dazu übergegangen, auch ihrer Flotte eine Luftwaffe auf hoher See in Gestalt von Flugzeugträgern und Flugzeugmutterschiffen beizugeben, um sich, so gut sie es verstanden, ebenfalls der dritten Dimension bedienen zu können. Aber von diesen Flugzeugträgern gibt es ähnlich wie bei den Schlachtschiffen nur eine begrenzte Zahl und ihre Herstellung verschlingt viel Geld und Zeit. Sie kann nur eine Aushilfe sein, wo der Kriegsflotte das Schwergewicht des Kampfes zugeteilt bleibt. Sechs oder sieben wohlgezielte Torpedos oder schwere Bomben genügen, um zur gegebenen Zeit die ganze Flugzeugträgerherrlichkeit zu liquidieren.
Landmacht entscheidet
Aber nicht nur der Luftwaffe gegenüber hat sich der strategische Wert einer großen Kriegsflotte zu deren Ungunsten gewandelt, sondern auch der Bedeutung der Landmacht gegenüber ist im Zuge der strategischen Revolution die Kriegsflotte mit ihren Fernblockadezielen nicht nur ins Hintertreffen geraten, sondern fast völlig mattgesetzt worden. Wenn es auch schon frühe sehr riskant war, mit einer Kriegsflotte unmittelbar an die Küsten eines mächtigen Feindes heranzufahren, um sich ihrer zu bemächtigen, so ist das heute unter der Herrschaft der Luftwaffe fast völlig unmöglich geworden.
Wenn also eine Kriegsflotte schon ihre Blockadeaufgaben nicht mehr zum Erfolg führen kann, weil die innere Organisation der revolutionären Völker in der Nahrungsmittel- und Rohstoffbeschaffung geradezu Wunder vollbracht hat, und weil darüber hinaus der siegreiche Aufbruch der Landstreitkräfte dieser Völker genügend Raum gewann, um die plutokratischen Besitzmonopole nacheinander zu brechen, dann ist eine solche Flottenmacht auch in keiner Weise mehr in der Lage, irgendwie kriegsentscheidend eingesetzt zu werden. Ihre Aufgaben sind ja ohnedies ins Astronomische gewachsen, während andererseits die Zahl ihrer Tonnage bereits in beängstigender Weise sich immer mehr verringert.
So sind dem plutokratischen Krieg, der sich im wesentlichen auf die gewaltige Übermacht seiner Kriegsflotte stützte, heute schon weitgehend die Grundlagen entzogen. Die Kriegsflotten sind von der Luftwaffe in Schach gehalten, und es sind die Landstreitkräfte, die den Freiheitskampf der Nationen gegen die drohende jüdisch-plutokratisch-bolschewistische Diktatur entscheiden. Sie haben es schon in den gewaltigsten Schlachten der Weltgeschichte erreicht, daß der Raum und damit die Zeit, einst die Verbündeten unserer Gegner, nunmehr zu unseren Verbündeten geworden sind. Wir besitzen die innere Linie zwischen den möglichen großen Schlachtfeldern, zwischen dem Ärmelkanal und dem Indischen Ozean, und werden sie immer noch stärker ausbauen bis zum Endsieg. Schon ist Europa unangreifbar geworden!
Der „Krieg der Motore“, der eine endgültige Erstarrung der Fronten unmöglich gemacht ‚hat, bewirkte zugleich durch höchste Beweglichkeit und Zusammenballung gewaltiger Kräfte die seit Jahrhunderten größte Befreiung der strategischen Kunst aus den Fesseln materieller Unzulänglichkeiten und Hemmnisse.
Manila völlig in japanischer Hand
Cavite für die USA verloren
Eigener Bericht des „Völkischen Beobachters“
vb. Wien, 3. Januar
Wie Exchange Telegraph in einem militärischen Lagebericht meldet, sind die USA-Streitkräfte auf den Philippinen gezwungen gewesen, den Flottenstützpunkt Cavite, wenige Kilometer von Manila entfernt, zu räumen. Wie die englische Nachrichtenagentur berichtet, soll Cavite „vor der Räumung durch systematische Zerstörungen für den Japaner unbrauchbar gemacht“ worden sein. Diese äußerst fragwürdigen Bemerkungen dürften dem Wunsch entsprungen sein, die durch die Ereignisse im Pazifik stark ernüchterte amerikanisch-englische Öffentlichkeit über den Verlust der neben Pearl Harbour auf Hawai wichtigsten Marinebasis der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean, hinwegzutrösten.
Auch aus japanischer Quelle liegt nun die Bestätigung vor, daß die Hauptstadt der Philippinen den USA-Streitkräften entrissen ist. Der japanische Nachrichtendienst gab „die vollständige Einnahme Manilas“ bekannt. Die USA-Truppen legten Feuer an die Stadt, als sie zum Rückzug gezwungen waren. Japanische Aufklärungsflieger konnten durch den dichten Rauch über der philippinischen Hauptstadt die einmarschierenden japanischen Streitkräfte kaum erkennen.
London ist durch den Fall des starken Stützpunktes so bestürzt, daß es in einem überraschenden Anfall von Ehrlichkeit bereits eine ziemlich sachliche Würdigung des schweren Schlages gab. Aus den Vereinigten Staaten liegt zu dem Fall Manilas erst eine einzige Stellungnahme vor, obwohl mit der Hauptstadt der Philippinen das vorgeschobene Bollwerk des USA-Imperialismus verlorenging. Dieses vielsagende Schweigen läßt klare Rückschlüsse auf die Wirkung dieses Ereignisses zu. Lediglich der Leiter des Auswärtigen Ausschusses des USA-Senats, Connally, einer der übelsten Hetzer der Roosevelt-Clique, erklärte, wegen des Verlustes von Manila sei „kein Grund zur Depression“ vorhanden.
Der Londoner Nachrichtendienst erklärte: „Die Einnahme von Manila durch die Japaner ist eine betrübliche Nachricht, besonders betrüblich für die Amerikaner. Sie trifft aber auch uns, denn damit ist eine weitere Bastion im Pazifik gefallen, und Japan hat sich in den Besitz einer sehr starken Stellung gesetzt.“
Das „Marienkäferchen“
Besonders übel nimmt die Moskauer „Prawda“ den Amerikanern die Räumung von Manila. Sie schreibt: „Was sagt man von einem bewaffneten Mann, der sich wie ein Marienkäferchen auf den Rücken legt und die Beine in die Höhe streckt, sobald der Feind herannaht? Solche Leute nennt man Feiglinge. Das trifft auch auf eine Nation zu, die das Marienkäferchen nachahmt, oder auf eine einzelne Stadt, die die Marienkäferchen-Position mit dem hochtönenden Ausdruck ‚offene Stadt‘ erklären will.“
Der Artikel der „Prawda“ reagiert anscheinend die tiefe Verstimmung darüber ab, daß die Vereinigten Staaten nicht mehr in der Lage sind die den Sowjets versprochenen Kriegsmateriallieferungen durchzuführen.
Die noch verbliebenen USA-Streitkräfte stehen jetzt in einem großen Bogen nördlich und nordwestlich von Manila. Washington behauptet, daß sich der weitere Widerstand nunmehr dort in einem Terrain konzentrieren wird, das für den Verteidigungskrieg besonders geeignet sei, und zählt an Befestigungen an der Manilabucht die Forts Mills, die Insel Corregidor und die weiter außenliegenden Forts Hughes Grom und Frank, auf kleineren Inseln gelegen, auf, die auf eine längere Belagerung vorbereitet seien. Damit soll gleichzeitig der Verlust des Marinestützpunktes Cavite begründet und entschuldigt werden, der mit einem Kostenaufwand von 9‚5 Millionen Dollar als Basis für die U-Boote und Kriegsschiffe der USA-Asienflotte ausgebaut war.
Heftige Angriffe auf Corregidor
Die Japaner lassen den USA-Streitkräften zu der geplanten Konsolidierung ihrer weiteren Verteidigung keine Ruhe. Während sich der Einmarsch in Manila ohne nennenswerte Zwischenfälle vollzieht, ist die befestigte Insel Corregidor am Eingang der Manilabucht das Ziel heftiger Angriffe japanischer Armee- und Marinekräfte. Wie die Luftaufklärung ergab, versucht der Gegner den Abtransport seiner Truppen mit Frachtern, die in der Nähe der Bucht zusammengezogen wurden. Japanische Luftangriffe richteten sich auch gegen diese Transporter, wobei die Amerikaner schwere Schäden erlitten.
Am Samstag marschierte das Gros der japanischen Truppen in Manila ein. Allerdings werden nur geringe Kräfte in der Hauptstadt stationiert bleiben, da in ihr kein Widerstand mehr zu erwarten ist. Die Ruhe und Ordnung sollen zusammen mit der philippinischen Polizei aufrechterhalten werden.
Schwere Britenverluste auf Malaya
Nach einem Frontbericht der Domei sind zwei Drittel der britischen Streitkräfte in Malaya bei den Kämpfen um Kuantan aufgerieben worden. Besonders schwer betroffen sei die britische 11. Division an der Westküste Malayas, während die 9. Division an der Ostküste im Gebiet südlich Ipoh annähernd 3000 Mann einschließlich schottischer Verbände verloren habe.
„Kein Britenflugzeug zu sehen“
Die „Times“ berichtet in einer Eigenmeldung aus Singapur, die Japaner hätten jetzt Feldartillerie an der nordwestlichen Malakkafront bei Kuala Lumpur eingesetzt. Auch verwendeten sie auf den Straßen leichte Tanks. Die Überlegenheit der Japaner ermögliche es ihnen, einen ununterbrochenen Druck auszuüben. Ständig würfen sie ausgeruhte Truppen in den Kampf. Der „Times“-Korrespondent erwähnt weiter, daß die Japaner mit einer Geschwindigkeit von 15 bis 25 Kilometer täglich vorgerückt seien. Einen ganzen Morgen habe er japanische Flieger beobachtet, wie sie die englischen Automobilkolonnen hinter den Linien bei Perak bombardierten und mit Maschinengewehren beschossen. An keinem der letzten Tage hätten sich britische Flugzeuge überhaupt über dem Gebiet gezeigt, wo Erdkämpfe stattfänden.
Peinliches Erwachen in Singapur
Ein Kommentator des Senders Singapur bezeichnete am Freitag die gegenwärtige kritische Lage in Malaya als ein peinliches Erwachen für die Bevölkerung von Singapur, der fortgesetzt versichert worden sei, es stünden eine riesige Armee, eine große Flotte und eine mächtige Luftwaffe sowie große Mengen an Kriegsmaterial für die Verteidigung von Singapur zur Verfügung. Endlose Konferenzen seien nun im Gange, während der japanische Vorstoß mit großer Schnelligkeit anhalte. Der Kommentator erwähnte weiter, daß die Japaner leichte Artillerie und Panzer einsetzten, was zwar von Sachverständigen wegen der Dschungel, Sümpfe und Reisfelder für unmöglich gehalten worden sei, doch hätten sich die Panzer aber als sehr wirksame Waffe gegen die britischen Streitkräfte bewährt.
Britenfurcht vor aktivem Widerstand
Standgerichte in Indien
Die britischen Behörden in Indien scheinen die Lage im Lande für so ernst zu halten, daß sie bereits jetzt eine Reihe von strengsten Kriegsmaßnahmen vorbereiten. So wurden einer Meldung aus Delhi zufolge die Provinzialregierungen aufgefordert, alle Maßnahmen für die Errichtung von Standgerichten zu treffen, die in dem Augenblick in Funktion treten sollen, wo in der betreffenden Gegend der Notzustand proklamiert wird.
In der Meldung wird noch ausgeführt, „daß diese Standgerichte wahrscheinlich die Todesstrafe in Fällen gewisser Verbrechen wie Raub, Brandstiftung und Sabotage verhängen werden“.
Die Nachricht zeigt einwandfrei, daß die britischen Behörden in Indien vor allem aktiven Widerstand von seiten eines Teiles der indischen Bevölkerung im Falle weiterer schwerwiegender britischer Schwierigkeiten in Ostasien befürchten. Der Vorgang zeigt aber auch, wie wenig die britischen Behörden damit rechnen, daß die Versprechen, mit denen sie jetzt der indischen Bevölkerung gegenüber zu operieren suchen, verfangen werden.
Nach der neuesten Volkszählung zählt Indien jetzt 388 Millionen Einwohner. Das bedeutet gegenüber der Volkszählung vor zehn Jahren eine Zunahme von 50 Millionen Einwohnern oder 5 Millionen Einwohnern pro Jahr.
Englische Betrachtungen zur Kriegslage
Wo bleibt die USA-Flotte?
vb. Genf, 3. Januar
Der bekannte englische Militärschriftsteller Captain Liddell Hart schreibt in einer Betrachtung über die allgemeine Kriegslage, im südlichen Pazifik sei noch immer keine Spur von irgendeinem Eingreifen der amerikanischen Flotte vorhanden, die allein noch die Situation retten könnte. Die Japaner hätten deshalb überall große Erfolge erzielt. Auf Malakka habe der Gegner bereits wertvolle Gummi- und Zinnfelder besetzt, und Sumatra und Singapur rückten dem Kriegsgeschehen immer näher. Griffen die Kampfhandlungen aber auf Niederländisch-Indien über, dann werde Englands eigene Widerstandskraft dadurch geschwächt, daß die gesamte Kautschukerzeugung der Welt den Japanern in die Hand fiele.
Japan habe unterdessen im westlichen Pazifik eine solch überragende Stellung als Seemacht errungen, daß es schwerhalte, sie ihm wieder zu entreißen. Befinde sich die USA-Flotte auf dem Wege nach Singapur oder halte man sie wegen der Verluste in Pearl Harbour zurück? Vor Ausbruch des Krieges im Pazifik sei berechnet worden, daß die amerikanische Flotte etwa 14 Tage für die Fahrt von Hawai nach Singapur benötige. Drei Wochen seien aber inzwischen verstrichen und noch nirgends merke man etwas von ihrem Auftreten. Die Zeit, in der man Japan noch wirkungsvoll begegnen könne, werde aber immer kürzer.
Was die Kampfhandlungen in Nordafrika angehe, so könne die britische Offensive nur dann als voller Erfolg gelten, wenn sie den Feind aus Nordafrika vertriebe, was nicht der Fall sei. Liddell Hart warnt schließlich seine Leser, übertriebene Hoffnungen auf die militärischen Vorgänge an der Ostfront zu setzen, denn solche Illusionen seien, so sagt er, im Endergebnis gefährlich für die Moral. In Wirklichkeit handle es sich an der Ostfront um ein „sehr allmähliches und geringes Zurückweichen“ auf geeignete Winterstellungen, das keineswegs zu überschwenglichen Erwartungen berechtige.
Die USA beerben Großbritannien
Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Washington und Canberra ist, wie aus Washington gemeldet wird, dort auf gemeinsamen Vorschlag Roosevelts und Churchills beschlossen worden. Dieser Beschluß, der gewisse Vorbehalte enthält, bedarf noch der Billigung des australischen Parlaments, nachdem Premierminister Curtin sich damit einverstanden erklärt hat.
Diese Zusammenarbeit könne, so heißt es in Washingtoner Kreisen, mit dem Zustande eines den Vereinigten Staaten und Großbritannien gegenüber gleichverpflichteten Dominions verglichen werden.
USA-Fabriken am Pazifik gefährdet
Produktionsverbot für Autoindustrie
Die Autoindustrie der USA sowie die Autobesitzer wurden von neuen einschneidenden Maßnahmen betroffen. Die gesamte Personen- und Lastautoproduktion ist, wie amtlich bekanntgegeben wurde, bis auf sollen neue drastische Einschränkungsmaßnahmen in Kraft treten, um die Autoindustrie vollkommen in den Dienst der Kriegsproduktion zu stellen.
Die Regierung gebe, wie United Press drahtet, ferner bekannt, daß Privatwagen beschlagnahmt werden können. Auf Grund des großen Gummimangels fordert der Chef der Preisbehörde, daß für ein äußerst sparsames Umgehen mit Gummireifen gesorgt werden müsse.
Dem gleichen Zweck dient die Eröffnung einer besonderen Berufsschule zur Vulkanisierung und Ausbesserung von gebrauchten Gummireifen durch das Kriegsministerium. Die Auto-Organisationen fordern verschärfte Strafen für Diebstähle von Autoreifen und anderem wichtigen Autozubehör.
In Washington wird, wie Roosevelt auf einer Pressekonferenz bekanntgab, die Frage erwogen, die wichtigen Kriegsindustrien an der Pazifikküste in das Innere des Landes zu verlegen. Besorgnisse bestehen vor allem um die Flugzeugfabriken an der Westküste.
The Pittsburgh Press (January 4, 1942)
Japs pay big price for first-month victories
Initial Japanese successes outweighed those of the Allies in the first month of war in the Pacific, but heroic U.S. soldiers, seamen and fliers in the Philippines took a big toll of enemy troops and ships while Dutch bombers and submarines hit hard at Nipponese warships and transports. The map spots major actions.
WAR BULLETINS!
Unidentified planes off West Coast
SAN FRANCISCO, Jan. 3 – The Army detected several unidentified airplanes flying about 80 miles off the coast of California tonight and ordered blackouts in San Francisco and other cities within a 60-mile radius. San Francisco and other cities were blacked out from 6:52 p.m. until 7:30 p.m. (9:52 p.m. until 10:30 p.m. ET), when the sound of the unidentified airplanes died away and the Army ordered the “all clear” signal.
“The Fourth Interceptor Command picked up two definite sound tracks of two groups of unidentified airplanes flying about 80 miles off the coast,” the Army announced. “We do not know how many planes there were, there could have been 10 in each instance. After a reasonable time, the sounds died away and the blackout was ended.” Nearby Vallejo observers reported they heard a “terrific boom” which followed “orange and red streaks,” but there was no official indication any guns were fired during the alarm.
Families to leave Canal Zone
BALBOA, Canal Zone, Jan. 3 – Plans for the gradual return to the United States of families of Army, Navy and civilian personnel in the Canal Zone were announced today by Lt. Gen. Frank M. Andrews, commander of the Caribbean defense area.
Disorders reported in Portugal
BERLIN, Jan. 3 (Broadcast recorded in London by UP) – German dispatches from Lisbon reported today that disorders occurred in a mining district in northern Portugal yesterday. Gendarmes were reported to have repulsed large crowds attempting to storm Wolfram mines. The guards were said to have killed one and wounded several persons.
Jap planes raid Singapore in force
SINGAPORE, Jan. 3 – Japanese raiders flew over Singapore in force tonight but met a tremendous barrage of anti-aircraft fire. A few bombs were dropped on the outskirts. First reports said the attackers were unable to penetrate to vital spots in the island’s defenses.
Chinese renew guerrilla warfare
CHUNGKING, Jan. 3 – Guerrilla warfare has broken out again throughout China and attacks on Japanese communications lines at scattered points were reported in military quarters today. Guerrilla fighters destroyed bridges, tore up rails and wrecked several Japanese military trains, causing heavy Japanese casualties, reports said.
Graves of Nazi generals found
CAIRO, Jan. 3 – The graves of two German major generals, Neumann-Silkow of the 15th Armored Division, and Suemmermand, general officer in command of headquarters troops, were found by the British at Derna, dispatches disclosed tonight.