Völkischer Beobachter (November 9, 1942)
Das neueste Verbrechen des Kriegsausweiters –
Roosevelt überfällt Französisch-Nordafrika
vb. Wien. 8. November –
Unter Verletzung der primitivsten Gesetze der Menschlichkeit und des Völkerrechts haben am Sonntagmorgen zahlenmäßig erhebliche nordamerikanische und englische Streitkräfte einen brutalen Überfall auf Französisch-Nordafrika unternommen. Wie von amtlicher französischer Seite mitgeteilt wird‚ begann dieses neue Gangster unternehmen Roosevelts am Sonntagmorgen um 3,30 Uhr in der Gegend der, Stadt Algier, gleichzeitig kam es auch bei Oran zu heftigen Kämpfen. In verlogenen Erklärungen des Präsidenten Roosevelt, der us.-amerikanischen und der englischen Regierung sowie der Emigrantenregierungen in London an das französische Volk wurde gleichzeitig versucht, diesen gemeinen Überfall als einen Befreiungsakt hinzustellen. Marschall Petain hat diese Erklärungen mit Entschiedenheit zurückgewiesen und den Befehl zur Verteidigung erlassen.
Die militärische Entwicklung der Operationen läßt sich noch nicht mit Klarheit übersehen. Nach den vorliegenden Meldungen scheint es so, als ob die Amerikaner, die diesmal den Vortrupp bildeten‚ an einigen kleineren Plätzen in Marokko und Algerien Fuß zu fassen vermochten, während sie in den Haupthäfen, wie Algier, Oran und Casablanca zurückgewiesen wurden.
Mit vollendeter Klarheit jedoch liegt wieder einmal die Skrupellosigkeit und Unmoral der amerikanisch-britischen Politik zutage. Frankreich, das nicht zuletzt durch die hetzerischen Einflüsterungen Roosevelts in den Krieg getrieben wurde das dann für die Engländer die Hauptlast des Kampfes zu tragen hatte und im Augenblick seines Zusammenbruches von Churchill ebenso erbärmlich wie von Roosevelt in Stich gelassen wurde, wird abermals von seinen früheren Freunden angegriffen‚ sein Kolonialgebiet erlebt die Greuel des Krieges.
„Die zweite Front gebildet“
Die Nichtswürdigkeit dieser Verhöhnung des letzten Restes von Völkerrecht wirkt noch erbärmlicher durch die verlogenen Erklärungen‚ mit denen Roosevelt dieses neueste Heldenstück begleitet. Die Rollen sind offenbar so verteilt worden‚ daß diesmal die Yankees die erste Geige spielen. Ein amerikanischer General, der schon seit längerem als Kommandeur der USA.-Truppen in Europa proklamierte Eisenhower, führt das Kommando, amerikanische Truppen haben die erste Landung durchgeführt – die Briten sollen nachfolgen, falls das Unternehmen sich erfolgreich entwickelt. Mit allem Aufwand jüdisch-amerikanischer Reklame wird in Neuyork und Washington erklärt, dies sei die erste Großaktion, mit denen die USA. in den Krieg eingriffen, hiemit eröffne Roosevelt die zweite Front. Daß Stalin sich mit dieser Deutung einverstanden erklärt, wird man bezweifeln dürfen.
Ebenso scheinheilig wie dumm
Roosevelt hatte die Schamlosigkeit, sich zu Beginn seines heimtückischen Überfalles mit einer Proklamation an das französische Volk zu wenden. Gleichzeitig gab er über das Weiße Haus eine Erklärung über Sinn und Ziel der Aktion ab. Die beiden Schriftstücke sind klassische Zeugnisse nicht nur der ekelhaften Heuchelei, in der der amerikanische Diktator selbst einen Churchill übertrumpft, sondern auch der unbegrenzten Dummheit, zu der sich amerikanische Hirne in ernstgemeinten Staatsdokumenten auszuschweigen vermögen. So behauptet Roosevelt, das amerikanischen Unternehmen diene ausschließlich dem Ziel, einen geplanten Eingriff der Achsenmächte in Französisch-Nordafrika zuvorzukommen,
Deutschland und Italien beabsichtigten nämlich, von Französisch-Westafrika aus einen Angriff auf die Atlantikküsten Nord- und Südamerikas durchzuführen.
Wenn unsere italienischen Bundesgenossen und wir jemals die Absicht gehabt hätten, so wären wir in den letzten Jahren dazu nach Belieben imstande gewesen, ohne daß uns jemand daran hätte hindern können. Die Achsenmächte haben das nicht getan. Sie haben sich getreu an die Abmachungen der Waffenstillstandsverträge mit der französischen Regierung gehalten, deren Souveränität und Verfügungsgewalt in ihren nordafrikanischen Gebieten unangetastet zu lassen. Die Beschönigung, mit der Roosevelt seinen infamen Rechtsbruch gegenüber Frankreich zu rechtfertigen sucht, bricht damit in sich selbst zusammen. Sie wirkt ebenso albern wie das törichte Geschwätz, die Amerikaner kämen nach Nordafrika, um…
…die Franzosen von den grausamen deutschen Eindringlingen zu befreien‚ die euch für immer das Recht nehmen wollen, Gott so zu verehren, wie ihr es wünscht.
Als ob es uns irgendwie interessierte, welchem religiösen Ritus die Franzosen im Mutterland oder ihre Untertanen in den Kolonien den Vorzug geben. Man sieht aus dieser dummen Phrase den Bocksfuß des jüdischen Verfassers verräterisch hervorlugen.
Getreulich auf Churchills Spuren wandelt der amerikanische Kriegsverbrecher‚ wenn er seine blutigen Angriffe auf das französische Gebiet mit öligen Beteuerungen seiner Freundschaft für das französische Volk begleitet. So wie der britische Verräter des ehemaligen Bundesgenossen seine schweren Luftangriffe auf Paris, die Hunderte von Menschen das Leben kosteten‚ durch Flugblätter und Rundfunk als einen Akt zu bezeichnen wagte, der sich nicht etwa gegen die Franzosen richte, sondern vielmehr von seiner Sympathie für sie zeuge‚ so erdreistet sich Roosevelt heute zu der widrigen Heuchelei…
…ich habe während meines ganzen Lebens eine tiefe Freundschaft für das französische Volk gewahrt, ich kenne eure Bauernhöfe‚ eure Dörfer, eure Städte ich weiß, wie wertvoll das Erbe eurer Heimat, eurer KuItur und das; Prinzip der Demokratie für das französische Volk ist. Ich grüße euch und erkläre immer und immer wieder meinen Glauben an die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Das sagt der Mann, über dessen Haupt ein gut Teil der Schuld des EIends liegt, das Frankreich 1940 erdulden mußte, das sagt er im selben Augenblick, in dem Bomben und Granaten seiner Flugzeuge und Kriegsschiffe die Häuser der nordafrikanischen Küstenstädte zerfetzten und dem französischen Volk neue Blutopfer abverlangten.
Schlecht getarnter Imperialismus
Roosevelt schließt mit dem Versprechen‚ Amerika und England würden die französischen Gebiete sofort räumen, „wenn die Bedrohung durch Deutschland und Italien beseitigt sei und gibt der Erwartung Ausdruck, die französische Bevölkerung in Nordafrika werde die Amerikaner freundschaftlich empfangen und ihnen keinerlei Widerstand entgegensetzen. Was von diesen Beteuerungen zu halten ist, braucht angesichts der imperialistischen Politik, die die USA. in diesem Kriege mit schlecht getarnter Konsequenz verfolgen, wohl nicht erst des längeren erörtert zu werden. Unter der Devise, das amerikanische Jahrhundert sei angebrochen, Amerika müsse die beherrschende Macht der Welt werden, trieben Roosevelts propagandistische Spießgesellen das amerikanische Volk in den Krieg. Die englischen Stützpunkte in Westindien, Grönland, Island, Australien – das waren die einzelnen Etappen des grenzenlosen amerikanischen Expansionswillens. Schon länger als ein Jahr, richten amerikanische Zeitschriften auch ihre begehrlichen Blicke auf Nordafrika. Heute führt Roosevelt das aus, was er propagandistisch von langer Hand vorbereiten ließ. Er sucht auch in Afrika Fuß zu fassen, um sich hier zu dauerndem Besitz einzunisten. Das meint er, wenn er von dem Tag spricht, an dem in der Welt einst „Frieden und Freiheit herrschen werden.“
Die Engländer gaben unmittelbar nach der Veröffentlichung der amerikanischen Botschaften ihrerseits eine Erklärung ab, in der sie sich voll und ganz mit den Ansichten Roosevelts identifizieren. Das Unternehmen der Vereinigten Staaten trage die volle Unterstützung Großbritanniens und finde auch ihre aktive Mitwirkung.
Petain antwortet Roosevelt
In Vichy überreichte der Geschäftsträger der USA. dem französischen Staatschef die amerikanischen Erklärungen. Marschall Petain trat im Namen Frankreichs am Sonntagmorgen dein feigen Angriff und den verlogenen Winkelzügen des amerikanischen Präsidenten mit einer Antwort folgenden Wortlautes entgegen:
Mit größtem Erstaunen und mit Trauer habe ich in dieser Nacht von der Aggression Ihrer Truppen auf Nordafrika erfahren. Sie berufen sich in Ihrer Botschaft auf Vorwände, die durch nichts gerechtfertigt sind. Sie unterschieben Ihren Feinden Absichten, die niemals in die Tat umgesetzt worden sind. Ich habe immer erklärt, daß wir unser Kolonialreich verteidigen werden, falls man es angreifen sollte. Sie wußten auch, daß wir es gegen jeden Angreifer verteidigen werden, wer er auch immer sei. Sie wußten, daß ich mein Wort halten werde. In unserem Unglück hatte ich, als ich um den Waffenstillstand nachsuchte, unser Kolonialreich bewahrt. Sie sind es nun, der im Namen eines Landes, mit dem uns so viele Erinnerungen und Freundschaftsbande verbinden, einen so großen rücksichtslosen Schritt ergreifen. Frankreich und seine Ehre stehen auf dem Spiel. Wir sind angegriffen. Wir werden uns verteidigen. Das ist der Befehl, den ich erteile.
Der Chef der französischen Regierung, Laval, empfing am Sonntagnachmittag den amerikanischen Geschäftsträger, um ihm die Auffassung Frankreichs zu den amerikanischen Gewaltakten eingehend zu erläutern. Am Nachmittag trat das französische Kabinett zu einer Sitzung zusammen. Über seine Entschlüsse wurde jedoch nichts bekanntgegeben. Die Briten beeilten sich, in Spanien und Portugal zu beteuern, daß ihr Angriff auf das französische Kolonialgebiet in Madrid und Lissabon keinen Anlaß zu Besorgnissen zu geben brauche. England wünsche, daß die amerikanisch-britische Aktion Spanien und Portugal unberührt lasse. Spanien ist in der Angelegenheit in einen offiziellen Gedankenaustausch mit der französischen Regierung eingetreten.