Québec Conference 1944 (OCTAGON)

Völkischer Beobachter (September 19, 1944)

Québec-Konferenz beendet

Stockholm, 18. September –
Die Besprechungen in Québec zwischen Roosevelt und Churchill haben ihren Abschluß gefunden. In einer bemerkenswert kurzen amtlichen Verlautbarung heißt es: Der Präsident und der Premierminister und die vereinigten Staatchefs hielten eine Reihe von Konferenzen, in deren Verlauf alle Probleme des Krieges gegen Deutschland und Japan erörtert wurden. Die ernsteste Schwierigkeit, so wird weiter ausgeführt, der sich die Konferenz in Québec gegenübersah, war die Aufgabe, Platz und Möglichkeit der besten Ordnung für jene Streitkräfte zu finden, die alle davon betroffenen Nationen gegen den japanischen Feind einzusetzen begierig sind.

Beim Zusammentritt der Québec-Konferenz haben wir bereits festgestellt, worauf es Roosevelt bei diesem Treffen mit Churchill vor allem ankam: Die Briten auf eine vollgültige Teilnahme am Kampf gegen Japan festzulegen, den bis jetzt die Yankees fast ausschließlich zu bestreiten hatten, und damit angesichts des heranrückenden Wahltermins der populären Meinung entgegenzukommen, daß der Krieg im Pazifik für die USA die Hauptaufgabe sei. Daß sich die Briten in Québec auf diese Linie festlegen ließen, ergibt sich aus der Erklärung Churchills: „Wir werden uns an diesem Krieg im Pazifik mit Streitkräften beteiligen, die im guten Verhältnis zu unserer nationalen Stärke stehen.“ Er stellt also dem englischen Volke vor Augen, daß es außer den hohen Blutopfern, die ihm das Ringen auf dem Kontinent abfordert, auf einen weiteren langfristigen Einsatz in Ostasien gefasst sein muß, wenn es überhaupt in diesem Raum noch eine Mitbestimmung ausüben will.

Was den Gang der Dinge in Europa angeht, so enthält die Verlautbarung von Québec darüber nichts Genaues. Die Haltung der beiden Mächte gegenüber den Völkern des Kontinents beschränkt sich nach wie vor darauf, sie den Bolschewisten ins Netz zu treiben. Diesen Tatbestand konnten die Roosevelt und Churchill nicht in Abrede stellen oder auch nur ansprechen da er für sie alles andere als rühmlich ist und nur ihre Mitschuld an der Ausbreitung des bolschewistischen Machtbereichs beweist Hingegen wird man erwarten dürfen, daß sie dem deutschen Volk mit ähnlichen Einflüsterungen zu nahen versuchen, wie sie bei leichtgläubigen und weniger standfesten Nationen Gehör finden und diese veranlassten, mitten im Strom die Pferde zu wechseln. Das Ergebnis liegt bei Italien und auf dem Balkan offen zutage. Es wiegt schwerer als alle Drohungen und Verheißungen, deren man sich drüben bedienen könnte um die militärische durch eine politisch-propagandistische Offensive zu unterstützen deren Misserfolg von vornherein feststeht, weil starke und stolze Völker nur der Stimme ihres eigenen Gewissens folgen.

vb.

‚Typisches Agitationsbeispiel‘

Tokio, 18. September –
Die Erklärung Roosevelts und Churchills zum Abschluß der Québec-Konferenz über Japan wurde von dem Sprecher der japanischen Regierung als ein typisches Agitationsbeispiel bezeichnet.

Der Sprecher verwies auf die Erklärungen des japanischen Premierministers und des Marineministers vor dem Reichstag, in welcher festgehalten wurde, daß die See- und Landstreitkräfte völlig intakt seien und nur auf eine Großoffensive des Gegners warteten, um ihm dann den entscheidenden Schlag zu versetzen.