Innsbrucker Nachrichten (July 31, 1944)
Zunehmende Erbitterung der Kämpfe
Weitere Ausdehnung der normannischen Schlacht – Sowjetischer Durchbruchsversuch bei Warschau verhindert – Unsere U-Boote versenkten 22.000 BRT
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 31. Juli –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der Feind dehnte in der Normandie seinen mit großem Materialeinsatz geführten Großangriff gestern auf die gesamte Front von südwestlich Caen bis zur Westküste der Halbinsel Cotentin aus. Die Kämpfe werden auf beiden Seiten mit immer zunehmender Erbitterung geführt. Südlich Hottot wurden alle feindlichen Angriffe zerschlagen. Beiderseits Caumont konnte der Feind einen tieferen Einbruch in unsere Front erzielen. Eigene Gegenangriffe sind dort im Gange. Nordwestlich und westlich Torigni-sur-Vire scheiterten starke Durchbruchsversuche der Amerikaner. Mit besonderer Härte tobten die Kämpfe südlich Sourdeval und südlich Cerences. Gegen den tief eingebrochenen Feind sind Panzerverbände zum Angriff angesetzt. Aus dem Raum nördlich Sourdeval schlug sich eine vorübergehend von ihren Verbindungen abgeschnittene Panzerkampfgruppe der Waffen-SS zu unseren Hauptkräften durch.
In der Nacht griffen Kampfverbände feindliche Schiffsansammlungen vor der Orne- und Seinemündung an. Der Feind verlor elf Flugzeuge.
Im französischen Saum wurden 97 Terroristen im Kampf niedergemacht.
Deutsche Schnellboote griffen in der vergangenen Nacht einen feindlichen Geleitzug unter der englischen Küste östlich Eastbume an und torpedierten drei große Schiffe.
Schweres Vergeltungsfeuerliegt fast ununterbrochen auf London.
In Italien hat der Feind seinen Großangriff auf Florenz infolge der erlittenen Verluste gestern nicht fortgesetzt. Er führte nur starke örtliche Angriffe südlich und südöstlich der Stadt, die unter hohen Verlusten zusammenbrachen.
Im Osten wird zwischen den Karpaten und dem Finnischen Meerbusen weiter mit äußerster Härte gekämpft.
Im Karpatenvorland scheiterten zahlreiche feindliche Angriffe. Bei Sambor schoss eine Panzerdivision von 30 angreifenden Panzern 20 ab. In verschiedenen Abschnitten warten unsere Truppen den Feind im Gegenangriff zurück.
Im Raum von Warschau wurde in schweren Kämpfen ein Einbruch starker feindlicher Kräfte auf die Stadt verhindert. Nach Abwehr wiederholter sowjetischer Angriffe auf Siedlce setzten sich unsere Truppen dort auf neue Stellungen weiter nördlich ab.
Zwischen dem mittleren Bug und Olita wurde die Front gehalten. Bei Kauen setzten die Bolschewisten ihre Angriffe fort und konnten sich trotz zähen Widerstandes unserer Truppen der Stadt bemächtigen.
In Lettland sind um Mitau und bei Birsen heftige Kämpfe im Gange. Westlich Ostrow wurden bolschewistische Angriffe im Wesentlichen abgewiesen.
In der Landenge von Nariva schlugen unsere Divisionen zusammen mit Einheiten der Kriegsmarine auch gestern alle Durchbruchsversuche starker sowjetischer Kräfte in harten Kämpfen ab. Der Feind hatte besonders hohe Verluste an Menschen und Material.
Schlachtgeschwader setzten bei Tiefangriffen zahlreiche feindliche Panzer und Geschütze außer Gefecht und zerstörten mehrere hundert Fahrzeuge.
Ein nordamerikanischer Bomberverband griff gestern das Gebiet von Budapest sowie einige andere Orte in Ungarn und Kroatien an. Deutsche und ungarische Luftverteidigungskräfte vernichteten 15 feindliche Flugzeuge, darunter 11 viermotorige Bomber.
Unterseeboote versenkten drei Handelsschiffe mit 22.000 BRT, zwei Bewacher und ein Minenräumboot.