Operation OVERLORD (1944)

Mord an Flüchtlingen!

SS-pk. An der Südspitze des Parks, um die seit zwei Stunden ein furchtbarer Kampf hin- und herwogt, stieß gegen Nachmittag eine Kompanie zu einem englischen Befehlsstand durch. Die Briten legten auf diesen Abschnitt als Antwort ein Artilleriefeuer, das den Boden buchstäblich Meter für Meter umpflügte. Die SS-Grenadiere lagen in den Löchern und hinter den Bäumen in die Erde gekrallt, ohne den Kopf auch nur einen Zentimeter heben zu können – mit dem einen Gedanken, daß dieses Trommelfeuer aufhören möge.

Aber die Granaten orgelten ohne Unterbrechung herunter; in das Pratschen detonierender Einschläge mischten sich die Baumkrepierer und der peitschende Eisenregen aus den Kronen der zerfetzten Bäume. Allmählich rückte die Feuerwalze weiter. Einen Kilometer rückwärts erreichte sie einen Zug von französischen Flüchtlingen und strich, alles tötend, über diese Hilflosen hinweg. Ein weiterer Flüchtlingsstrom wurde ostwärts des kleinen Dorfes, das sich rechts anlehnt, von der Spitze des englischen Panzerkeiles eingeholt. Man konnte deutlich sehen, wie die Karren und Räder, die Bündel und Ballen, hingeworfen wurden und die Franzosen sich zu retten suchten. Die Briten zögerten keine Sekunde. Man konnte beobachten, wie die Panzer etwas einschwenkten und dann die Flüchtlinge niederwalzten.

Dieser grausige Vorgang, dieser mörderische Angriff auf harmlose Flüchtlinge ist nicht irgendein Zufall oder ein blindwütiger Irrtum, sondern er entspringt dem Willen der anglo-amerikanischen Invasionsgenerale! Dafür zeugt ein auf einem Gefechtsstand erbeuteter Divisionsbefehl der III. kanadischen Division. Er lautet:

7 Geheimbefehl der III. kanadischen Division für die ersten Operationen. Wert auf Gefangene ist nicht zu legen. Flüchtlinge sind auf dem Wege zu überfahren oder zu töten.

SS-Kriegsberichter JOACHIM FERNAU