Operation OVERLORD (1944)

Innsbrucker Nachrichten (June 19, 1944)

Das Störungsfeuer auf London dauert an

Schwerpunkt der Kämpfe in der Normandie im Raum Saint-Sauveur-le-Vicomte – Luftwaffe versenkte einen Zerstörer und 18.000 BRT – Heldenhafter Widerstand auf Elba – Besonders schwerer Kampftag in Italien

Aus dem Führer-Hauptquartier, 19. Juni –
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Das Störungsfeuer auf London und seine Außenbezirke dauerte auch gestern während des ganzen Tages und in der heutigen Nacht mit wechselnder Stärke an.

Der Schwerpunkt der Kämpfe in der Normandie lag am vergangenen Tag im Raum Saint-Sauveur-le-Vicomte. Es gelang hier dem Feind, unter stärkstem Einsatz seiner Artillerie und Luftwaffe, unsere Sicherungen zu durchstoßen und die Westküste der Halbinsel Cherbourg bei Barneville-sur-Mer zu erreichen. Die Abriegelungsfront unserer Truppen ist südlich und nördlich davon gebildet.

Der feindliche Brückenkopf östlich der Orne wurde weiter eingeengt. Feindliche Gegenangriffe mit Panzern scheiterten. Beiderseits Tilly griff der Feind auf breiter Front mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften an. Alle feindlichen Angriffe brachen erfolglos zusammen.

Nordöstlich Saint-Lô wurde ein Einbruch vom Vortag im Gegenstoß bereinigt. Hier hat sich die 3. Fallschirmjägerdivision unter Führung von Generalleutnant Schimpf besonders hervorgetan.

Kampffliegerverbände versenkten vor dem Landekopf zwei Handelsschiffe mit 18.000 BRT und einen Zerstörer. Vier weitere Handelsschiffe mit 29.000 BRT und drei Zerstörer wurden schwer beschädigt.

Marineküstenbatterien beschädigten westlich der Halbinsel Cherbourg ebenfalls einen feindlichen Zerstörer.

Auf der Insel Elba verstärkt sich der Feind durch neue Zuführungen. Die Inselbesatzung leistet unter Befehl des tapferen Kommandanten Generalmajor Gail heldenhaften Widerstand und hat dem Gegner schwere Verluste beigebracht. Vor weit überlegenem Feind mußten sich unsere Truppen schließlich auf den Nordostteil der Insel zurückziehen. Die Kämpfe gehen weiter.

Torpedoboote versenkten östlich der Insel Elba ein britisches Schnellboot und beschädigten zwei weitere schwer.

Im Abschnitt von Grosseto bis Perugia war gestern ein besonders schwerer Kampftag. Mit zusammengefassten Kräften griff der Feind während des ganzen Tages an, ohne daß es ihm gelang, größeren Geländegewinn zu erzielen. Zu besonders heftigen Kämpfen kam es im Raum südwestlich und südlich Perugia, wo unsere Truppen verbissen Widerstand leisteten und wiederholte, von Panzern unterstützte Angriffe zum größten Teil im Nahkampf zerschlugen.

Im Osten scheiterten örtliche Angriffe der Sowjets im Karpatenvorland, an der Beresina und beiderseits Witebsk unter hohen Verlusten für den Feind.

Schwere deutsche Kampfflugzeuge führten in der vergangenen Nacht einen zusammengefassten Angriff gegen den Bahnknotenpunkt Sarny, der große Brände und Explosionen verursachte.

Ein nordamerikanischer Bomberverband flog nach Nordwestdeutschland ein und führte Terrorangriffe gegen mehrere Städte. Besonders in den Wohngebieten von Hamburg, Bremen, Hannover und Wesermünde entstanden Schäden und Personenverluste. Durch Flakartillerie der Luftwaffe und der Kriegsmarine wurden 16 feindliche Flugzeuge vernichtet.