Völkischer Beobachter (November 28, 1942)
19 Schiffe mit 123.000 BRT. versenkt –
Klare Antwort auf neue Wortbrüche
Fluchtversuch der französischen Kriegsflotte vereitelt Unzuverlässige Verbände warden demobilisiert
Festung Toulon blitzartig besetzt
vb. Wien, 27. November –
Zwei bedeutsame Ereignisse kennzeichnen am Freitag die historische und politische Lage unseres Kontinents im Kampf um sein Lebensrecht. Während die durch Sondermeldung des OKW. bekanntgegebene Versenkung von 19 Feindschiffen mit insgesamt 123.000 BRT. zwischen dem Eismeer und dem Eingang zum Indischen Ozean eindringlich die Größe der europäischen Abwehrfront gegenüber den englisch-amerikanischen Raubgelüsten veranschaulicht, offenbart die vom Führer und vom Duce befohlene Besetzung des französischen Kriegsmarinehafens Toulon sowie die ins Werk gesetzte Demobilisierung der französischen Wehrmacht die Bedingungslosigkeit, mit der die Achsenmächte entschlossen sind, jedweden neuerlichen Versuch zu vereiteln, der diesen Kontinent noch einmal zur Basis englischer oder us.-amerikanischer imperialistischer Schachzüge machen möchte. Mit der blitzartigen Durchführung dieser Aktion ist die Achse einem neuen Verrat hoher französischer Befehlshaber, die einen Fluchtversuch der französischen Kriegsflotte vorbereiteten, zuvorgekommen.
Die militärischen Maßnahmen in Südfrankreich
Ferner gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt:
Nach dem Überfall britisch-amerikanischer Streitkräfte auf das französische Kolonialgebiet rückten deutsche und italienische Truppen in das bis dahin unbesetzte Frankreich ein, um dieses gemeinsam mit der französischen Wehrmacht gegen weitere Übergriffe der britisch-amerikanischen Angreifer zu schützen.
Nach ehrenwörtlicher Verpflichtung französischer Truppen- und Flottenbefehlshaber, sich mit ihren Verbänden in den Rahmen der Gesamtverteidigung einzugliedern, wurde nach dem Willen des Führers die französische Wehrmacht nicht nur unangetastet gelassen, sondern zum Teil verstärkt und aufgerüstet sowie der besonders wichtige Festungsabschnitt Toulon mit der französischen Mittelmeerflotte selbständiger französischer Verteidigung überlassen.
In der Zwischenzeit haben sich die Ehrenwortbrüche und Fluchtversuche hoher französischer Offiziere gehäuft. Ebenso wurde erkennbar, daß eine systematische Verhetzung der zur Zusammenarbeit bereiten französischen Wehrmacht durch angelsächsische Einflüsse immer weiter um sich griff und in den letzten Tagen auch bei der Flotte in Toulon Eingang fand.
In der Erkenntnis, daß diese politische Spaltung der französischen Wehrmacht in zunehmendem Maße die Sicherheit der deutschen und italienischen Besatzungstruppen gefährdete und die Autorität der französischen Staatsführung untergrub, gaben der Führer und Duce in der vergangenen Nacht den Befehl, die Festung Toulon zu besetzen, die französische Mittelmeerflotte an der geplanten Ausfahrt zu verhindern und die unsicheren Kontingente der französischen Wehrmacht zu demobilisieren.
Deutsche und italienische Truppen haben diesem Befehl blitzartig Folge geleistet, den an einzelnen Stellen aufflammenden Widerstand durch angelsächsische Einwirkung verhetzter Elemente im Keime erstickt und in wenigen Stunden die gestellten Aufgaben durchgeführt. Stadt und Hafen Toulon sind seit den frühen Morgenstunden fest in der Hand unserer Truppen. Ein Teil der französischen Flotte hat sich trotz des Gegenbefehls der französischen Regierung versenkt. Die Demobilisation der zersetzten französischen Verbände ist im Gange und wird in Kürze durchgeführt sein.