Battle of Saipan (1944)

Völkischer Beobachter (June 23, 1944)

Zwischen Philippinen und Marianen –
Schlacht der Hochseeflotten

vb. Berlin, 22. Juni –
Wie aus Tokio und Washington übereinstimmend berichtet wird, ist im Gebiet zwischen den Philippinen und den Marianen eine große Seeschlacht zwischen Teilen der japanischen Hochseeflotte und der US-Pazifikflotte im Gang, über deren vorläufige Ergebnisse beide Seiten noch Stillschweigen bewahren, was bei dem frühen Stadium, in dem sich diese Auseinandersetzung befindet, verständlich ist. Der US-Marineminister Forrestal teilte mit, daß der Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte, Admiral Nimitz, „absolutes Funkschweigen“ bewahre. Es könne daher für einen gewissen Zeitraum nicht mit Einzelheiten gerechnet werden.

Soviel scheint festzustehen, daß diese Seeschlacht in engem Zusammenhang mit den Kämpfen auf der Marianeninsel Saipan steht. In die zurzeit dort zwischen den japanischen Garnisonstruppen und den amerikanischen Landungsstreitkräften heftig tobenden Kämpfe greift, nach einer japanischen Meldung, auch die auf der Tinianinsel stationierte Artillerie ein. Den amerikanischen Truppen gelang es, schwere Artillerie zu landen und aufzufahren. Unter dem Feuerschutz der Artillerie konnten die Alliierten dann am 17. Juni bis in die Nähe des Asreetflugplatzes vordringen, welcher an der südlichen Seite der Insel gelegen ist. Die japanischen Truppen halten auf der anderen Seite wichtige strategische Punkte in ihrem Besitz, von denen aus sie wiederholt heftige Nachtangriffe gegen die Amerikaner durchführen und ihnen im Nahkampf große Verluste zufügen konnten. Die alliierten Verluste scheinen dem Bericht nach zu urteilen, in Zukunft noch höher zu werden, nachdem es den Japanern gelang, weitere schwere Panzereinheiten gegen die feindlichen Landungspunkte einzusetzen.